Mit chronischen Kreuzschmerzen leben

Foto von Familie beim Spaziergang (Merijn van der Vliet / iStock / Thinkstock) Kreuzschmerzen, die trotz Behandlung nicht mehr weggehen oder immer wiederkehren, können das Leben stark einschränken. Eine Möglichkeit ist dann zu lernen, besser mit den Schmerzen umzugehen, anstatt immer wieder gegen sie anzukämpfen oder verzweifelt jede erdenkliche Behandlung auszuprobieren.

Chronische Kreuzschmerzen können sehr belastend sein und zu dem Gefühl führen, seiner Familie oder den Anforderungen im Beruf nicht mehr gerecht zu werden. Die Schmerzen behindern oft auch Freizeitaktivitäten wie Freunde zu treffen oder Hobbys nachzugehen. Menschen mit chronischen Kreuzschmerzen berichten häufig, dass sie sich von ihren Schmerzen zeitweise überwältigt fühlen und sich zurückziehen. Einige erzählen lange Zeit niemandem von ihren Schmerzen oder haben ein schlechtes Gewissen, weil sie glauben, ihren Partnern oder anderen Angehörigen zur Last zu fallen. Der Umgang mit den Schmerzen ist oft besonders schwierig, wenn sie unvermittelt auftreten und an geplanten Aktivitäten hindern.

Die Schmerzen besser verstehen

Für viele Menschen mit chronischen Schmerzen ist es frustrierend, nicht genau zu wissen, woher die Beschwerden stammen. Einige zweifeln deshalb an sich selbst – und manchen wird sogar vorgeworfen, dass sie sich ihre Beschwerden nur einbilden. Dass keine eindeutige Ursache für die Schmerzen gefunden wird, heißt aber nicht, dass sie nur eingebildet sind. Dies ist für Arbeitgeber, Angehörige und Freunde nicht immer leicht zu verstehen und kann zu Konflikten führen. Für Betroffene ist es oft verletzend, wenn ihre Schmerzen nicht ernst genommen werden und sie sich nicht verstanden fühlen.

Es kann hilfreich sein, besser zu verstehen, was bei chronischen Schmerzen passiert. Dies kann auch helfen, anderen chronische Schmerzen besser zu erklären.

Schmerzen akzeptieren und bewältigen

Chronische Kreuzschmerzen sind normalerweise nicht auf eine einzelne Ursache zurückzuführen. Oft helfen Therapien kaum, nur kurzzeitig oder nicht allen Betroffenen in gleichem Maße. Häufig lässt sich auch nicht sagen, ob eine Behandlung hilft, weil sie wissenschaftlich nicht ausreichend untersucht ist. Menschen mit chronischen Kreuzschmerzen müssen daher zum Teil selbst herausfinden, was ihnen und ihrem Rücken guttut.

Gleichzeitig haben manche Behandlungen Nachteile. Alle nur erdenklichen Therapien auszuprobieren, ist daher nicht sinnvoll – auch wegen ihrer Kosten und dem damit verbundenen Aufwand.

Langfristig hilft es vielen Menschen mehr, die chronischen Beschwerden zu akzeptieren und sich darauf zu konzentrieren, im Alltag mit den Schmerzen zurechtzukommen. Vielen Betroffenen gelingt es nach einiger Zeit, ihre Beschwerden in den Griff zu bekommen und sich im Alltag nicht zu sehr davon einschränken zu lassen.

Manche Menschen berichten, dass sie sich besser fühlen, wenn sie sich statt auf die Schmerzen auf andere Dinge konzentrieren. Einigen hilft es, sich für alle Aktivitäten etwas mehr Zeit zu nehmen und ihren Alltag an die veränderte Belastungsfähigkeit anzupassen. Auch wenn es nicht immer leicht ist: Mit der Zeit lernen viele Menschen mit chronischen Kreuzschmerzen, ihren Alltag aktiv zu gestalten und ihre Lebensqualität wiederzufinden. Dabei können auch Behandlungsmethoden wie die kognitive Verhaltenstherapie und multimodale Behandlungsprogramme helfen.