Insulintypen

Foto von Mann (PantherMedia / Christine Langer-Pueschel) Alle Menschen mit Typ-1-Diabetes und einige mit Typ 2 sind auf eine Insulintherapie angewiesen. Für die Behandlung stehen verschiedene Insuline zur Verfügung. Sie werden einerseits nach ihrer Wirkdauer unterschieden, andererseits nach ihrer chemischen Struktur.

Es gibt Insuline, die rasch wirken (schnell- oder kurzwirksame Insuline) und solche, die erst nach einer gewissen Zeit und dann über einen längeren Zeitraum wirken (Verzögerungs- oder langwirksame Insuline).

Insulin kann aus den Bauchspeicheldrüsen von Schweinen und Rindern hergestellt werden. Heute verwendet man jedoch meistens gentechnisch hergestellte Insuline zur Diabetes-Behandlung. Man unterscheidet dabei Humaninsuline und Insulinanaloga. Humaninsuline gleichen dem menschlichen Insulin. Insulinanaloga haben eine andere chemische Struktur als Humaninsuline, wirken jedoch sehr ähnlich.

Welche verschiedenen Insuline gibt es?

Nach Wirkdauer und chemischer Struktur unterscheidet man folgende Insulinpräparate:

  • Kurzwirksame Insuline:
    Insulinanaloga:
    Wirkbeginn: etwa 5 bis 10 Minuten nach der Injektion
    Wirkmaximum: etwa 1 bis 1,5 Stunden nach der Injektion
    Wirkdauer: etwa 2 bis 3 Stunden
    Normalinsuline (Humaninsulin, Schweine-Insulin, Rinder-Insulin):
    Wirkbeginn: etwa 15 bis 30 Minuten
    Wirkmaximum: etwa 1,5 bis 3 Stunden nach der Injektion
    Wirkdauer: etwa 4 bis 8 Stunden
  • Intermediär wirksame Insuline (Insulinanaloga, Humaninsulin oder Schweine-Insulin mit NPH (Neutral Protamin Hagedorn) oder Zink verzögert):
    Wirkbeginn: etwa 2 Stunden nach der Injektion
    Wirkmaximum: etwa 4 bis 6 Stunden nach der Injektion
    Wirkdauer: etwa 12 bis 14 Stunden
  • Langwirksame Insuline (Insulinanaloga, Humaninsulin, Schweine-Insulin):
    Der Wirkbeginn ist langsam
    Wirkmaximum und -dauer unterscheiden sich je nach Verzögerungsprinzip, Wirkdauer meist bis zu 24 Stunden
  • Mischinsuline (Insulinanaloga, Humaninsulin, Schweine-Insulin):
    Kurzwirksames Insulin und intermediär oder langwirksames Insulin in einer festen Mischung

Kurzwirksame Insuline wie Normalinsuline, Insulinanaloga oder Mischinsuline werden meist vor dem Essen gespritzt. Manche Menschen halten nach der Injektion einen festen Zeitabstand zum Essen ein. Andere richten den Spritz-Ess-Abstand flexibel nach der Höhe des Blutzuckers.

Ein fester Spritz-Ess-Abstand kann das tägliche Leben einschränken und wird von vielen Menschen als störend empfunden. Bislang gibt es keine Beweise dafür, dass der Blutzucker bei einem festen Spritz-Ess-Abstand besser eingestellt ist.

Vergleich: Humaninsuline und Insulinanaloga

Insulinanaloga kamen in den 90er Jahren auf den Markt. Im Vergleich zu Humaninsulinen tritt ihre blutzuckersenkende Wirkung etwas schneller ein. Seit vielen Jahren wird diskutiert, ob dies für die Betroffenen gesundheitliche Vorteile hat. Die bisherigen Studien haben das aber nicht bestätigt.

Ein klarer Vorteil wäre es zum Beispiel, wenn die Verwendung eines speziellen Insulins helfen würde, Folgeerkrankungen durch schlecht eingestellten Blutzucker zu vermeiden. Oder wenn sich dadurch starke Blutzuckerschwankungen vermeiden ließen, die spürbare Unter- oder Überzuckerungen (Hypo- oder Hyperglykämien) auslösen. Ein Vorteil wäre es auch, wenn die Medikamente die Behandlung im Alltag erleichtern. Die Studien deuten aber darauf hin, dass sich ein Diabetes mellitus mit Insulinanaloga und Humaninsulin gleich gut behandeln lässt.

Schlagwörter: Diabetes Typ 1, Drüsen und Hormone, E10, G62, G63, Insulin, N08, N28, R35, R73, Typ-1-Diabetes, Verdauung und Stoffwechsel