Hautpflege bei Akne

Foto von jungem Mann bei der Hautpflege (Grata Victoria / iStock / Thinkstock) Pickel ausdrücken, das Gesicht intensiv pflegen und Make-up auftragen – so versuchen viele Menschen, ihre Akne zu lindern. Auch von einer bestimmten Ernährung oder Sonnenlicht versprechen sich manche Besserung. Aber was davon ist hilfreich, was schadet eher?

In Geschäften und im Internet werden unzählige Seifen, Gesichtswasser, Lotionen und Cremes für die Gesichtspflege bei Akne angeboten. Sie verkaufen sich gut, denn viele Menschen mit Akne investieren sehr viel Geld und Zeit in die Hautpflege. Dabei wäre weniger hier oft mehr: Wird die Haut zu stark bearbeitet und immer neuen „pflegenden“ Substanzen ausgesetzt, kann sich die Akne verstärken.

Welche Gesichtspflege eignet sich?

Normale Seifen haben einen hohen pH-Wert (8 bis 10) und können die Haut reizen. Daher sind seifenfreie Reinigungsmittel, die dem pH-Wert der Haut (5,5) angepasst sind, bei Akne besser geeignet. Antibakterielle Waschlotionen können den Hautzustand bei leichter Akne verbessern, empfindliche Haut aber auch reizen. Übermäßiges Waschen – zum Beispiel mehrmals täglich – kann die Haut austrocknen und Irritationen verstärken.

Zur Hautpflege werden leichte Öl-in-Wasser-Emulsionen oder feuchtigkeitsspeichernde Gele (Hydrogele) empfohlen, da fettende Mittel die Poren zusätzlich verstopfen können.

Pickel: Ausdrücken oder besser in Ruhe lassen?

Jeder, der Akne hat, hat schon einmal einen Pickel ausgedrückt. Es ist verständlich, dass man sichtbare Eiteransammlungen entfernen möchte. Das Ausdrücken von Pickeln oder Pusteln lässt die Haut zunächst besser aussehen. Der Eiter kann durch den Druck aber noch tiefer in die Haut gelangen, wodurch sie sich stärker entzündet. Vereinzeltes Ausdrücken führt zwar nicht gleich zu Narben. Wenn man es mit dem Ausdrücken jedoch übertreibt und auch von tiefer liegenden Pickeln nicht ablässt, kann dies die Beschwerden verstärken und langfristig die Narbenbildung fördern.

Es gibt die Möglichkeit, sich in medizinischen Kosmetikstudios oder in Hautarztpraxen die Pickel öffnen zu lassen. Dort können sie von Fachkräften unter hygienischen Bedingungen entfernt werden. In der Regel wird die Gesichtshaut zunächst mit warmem Wasser oder einem Dampfbad vorbereitet, um die Poren zu weiten. Dann werden die Pickel geöffnet und ausgedrückt, häufig mit einem speziellen kleinen Instrument (Komedonenquetscher). Bei einer schweren Akne wird diese Behandlung unter Umständen von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen.

Wie lassen sich Pickel abdecken?

Mädchen und Frauen verwenden häufig Make-up, um Aknepickel zu verdecken. Viele fühlen sich dadurch wohler, wenn sie aus dem Haus gehen. Unauffälliges Make-up, Puder und Abdeckstifte werden aber auch von jungen Männern benutzt.

Für Kosmetik- und Pflegeprodukte gilt allgemein: Sehr fetthaltige Mittel können die Poren verstopfen. Es lässt sich nicht vorhersagen, wie welches Produkt bei Akne auf die Haut wirkt. Wer Make-up oder Abdeckstifte verwenden möchte, muss daher selbst herausfinden, welche Mittel die eigene Haut am besten verträgt. Hier kann eine Beratung in einer Hautarztpraxis oder in einem medizinischen Kosmetikstudio weiterhelfen.

Nass oder trocken rasieren?

Viele junge Männer mit Akne sind unsicher, wie sie sich rasieren sollen. Ob es bei Akne besser ist, sich nass oder trocken zu rasieren, ist nicht gut untersucht. Klar ist nur, dass es Entzündungen fördert, das Hautbild verschlechtert und zur Entstehung von Narben beitragen kann, wenn die Haut zu stark bearbeitet wird. Deshalb ist die Wahl zwischen „nass oder trocken“ vermutlich gar nicht entscheidend. Wichtig ist vor allem, beim Rasieren vorsichtig zu sein und die Haut möglichst wenig zu verletzen.

Können Sonnenlicht und UV-Bestrahlung Akne lindern?

Es gibt sehr unterschiedliche Vermutungen, wie Sonnenlicht und künstliche UV-Strahlung auf Akne wirken. Manche glauben, dass sich die Akne durch Sonnenlicht bessert, andere vermuten, dass sie sich dadurch verschlechtert. Leider fehlen gute wissenschaftliche Untersuchungen zu dieser Frage. Zu lange in der Sonne oder unter einer UV-Lampe zu bleiben, kann der Haut aber schaden.

Solarien oder Sonnenstudios dürfen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren in Deutschland nicht benutzen, da ihre Haut empfindlicher auf starke UV-Strahlung reagiert als die Erwachsener.

Spielt die Ernährung eine Rolle?

Verschiedene Nahrungsmittel werden immer wieder mit Akne in Zusammenhang gebracht. Deshalb verändern manche Betroffene ihre Ernährung in der Hoffnung, dass sich ihre Akne dadurch bessert.

Einige Menschen berichten, dass der Verzicht auf zum Beispiel Fleisch, Milch oder Schokolade ihr Hautbild verbessert hätte. Manche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler führen die Entstehung von Akne auf die stark zuckerhaltige Ernährung in den westlichen Ländern zurück und halten eine Ernährungsumstellung für nützlich. Studien zeigen jedoch keinen Zusammenhang zwischen einer bestimmten Ernährungsform wie etwa einer zuckerarmen Diät und dem Entstehen oder Abklingen von Akne.

Wie komme ich im Alltag mit Akne zurecht?

Auch wenn die Akne sehr belastet, ist es wichtig, sich nicht unterkriegen zu lassen. Akne kann behandelt werden. Dies ist aber nur möglich, wenn man sich überwindet, eine Ärztin oder einen Arzt aufzusuchen. Eine erfolgreiche Behandlung kann das Wohlbefinden steigern und – rechtzeitig begonnen – vielleicht auch verhindern, dass Narben zurückbleiben. Hilfe und Unterstützung bieten auch psychosoziale Beratungsstellen oder Angebote wie die Telefonseelsorge, an die man sich kostenlos und anonym wenden kann.

Manche Menschen mit Akne berichten, dass ihre Belastung abgenommen hat, als sie eine feste Freundin oder einen Freund gefunden hatten. Stabile Freundschaften helfen, selbstbewusster mit Akne umzugehen.

Es kann wichtig sein, die Behandlung selbst in der Hand zu haben. Dabei können beispielsweise frei verkäufliche Mittel helfen. Der Wunsch, selbst aktiv zu werden, kann aber auch dazu führen, alles Mögliche auszuprobieren: Einige Jugendliche benutzen zu viele Pflegeprodukte, andere testen jede neue Behandlung, die angeboten wird. Hier ist weniger aber oft mehr.

Das gilt auch für die Gesichtspflege. Wer Akne hat, muss sein Gesicht nicht häufiger waschen – im Gegenteil: Zu häufiges Waschen kann die Haut reizen, besonders wenn Seife verwendet wird. Stark fettende Salben können die Poren verstopfen.

Wichtig ist vor allem, sich klarzumachen: Akne ist nicht selbst verschuldet. Die Ursache für Akne ist weder eine falsche Ernährung noch schlechte Hygiene. Es sind vor allem die Hormone, die in der Pubertät besonders aktiv sind.

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