Formen der Depression

Foto von Frau am See (PantherMedia / Mitar gavric) Depressionen können in unterschiedlichen Formen und Schweregraden auftreten. Manche entwickeln sich auch nur unter bestimmten Umständen, etwa nach einer Geburt.

Je nach ihrer Erscheinungsform und möglichen Auslösern werden Depressionen folgendermaßen unterteilt:

Unipolare Depression

Dies ist die häufigste Form der Depression. Dabei bestehen über mindestens zwei Wochen mehrere typische Anzeichen wie Niedergeschlagenheit, Erschöpfung, Freud- und Antriebslosigkeit. Je nachdem, wie viele Symptome auftreten und wie stark sie sind, unterscheidet man zwischen einer leichten, mittleren und schweren Depression.

Chronisch depressive Verstimmung

Manche Menschen haben eine leichter ausgeprägte Stimmungsveränderung ähnlich einer Depression. Sie fühlen sich unwohl, unzufrieden und melancholisch, sind aber in ihrem täglichen Leben nicht so stark beeinträchtigt wie bei einer depressiven Episode. Die Beschwerden schwanken von Tag zu Tag und Woche zu Woche. Wenn die Beschwerden mindestens zwei Jahre andauern, spricht man von einer chronischen depressiven Verstimmung (Fachbegriff: Dysthymie). Obwohl die Symptome nicht so stark sind wie bei einer typischen Depression, kann eine Dysthymie aufgrund ihrer Dauer genauso belastend sein. Tritt während einer Dysthymie eine depressive Episode auf, spricht man von einer „doppelten Depression“ (Fachbegriff: double depression).

Saisonal bedingte Depression

Einige Menschen entwickeln vorwiegend in den dunklen Herbst- und Wintermonaten eine Depression. In solchen Fällen spricht man von einer saisonal bedingten Depression.

Wochenbettdepression

Nach einer Geburt erleben viele Mütter unerklärliche Stimmungsschwankungen und Niedergeschlagenheit. Bei manchen Frauen entwickelt sich aus einem solchen „Baby blues“ eine sogenannte Wochenbettdepression oder postnatale Depression. Ihre Symptome unterscheiden sich kaum von denen einer klinischen Depression, wie sie auch in anderen Lebensphasen auftreten kann.

Mütter mit einer Wochenbettdepression können sich so schlecht fühlen, dass es ihnen schwerfällt, sich um ihr Kind zu kümmern. Zudem erleben sie oft völliges Unverständnis, denn nach der Geburt eines Kindes wird erwartet, dass die Eltern glücklich sind. Sind sie es nicht, können Selbstvorwürfe und Schuldgefühle, auch gegenüber dem Baby, übermächtig werden.

Bipolare Störung

Eine Depression kann zudem im Rahmen einer sogenannten bipolaren Störung auftreten, auch manisch-depressive Erkrankung genannt. Menschen mit einer bipolaren Störung durchleben wechselnde Phasen extremer Stimmungsschwankungen: In der einen Phase zeigen sich die typischen Symptome einer Depression. In der anderen Phase schlägt ihre Stimmung ins Gegenteil um: Sie sind plötzlich in Hochstimmung, sehr reizbar und extrem aktiv, dabei selbstbewusst bis zum Größenwahn. Sie schäumen über vor Ideen, sind aber zerstreut und schlafen oft wenig. In diesen euphorischen Phasen verlieren viele Betroffene den Bezug zur Wirklichkeit und geraten in Schwierigkeiten, zum Beispiel wenn sie sich in riskante Abenteuer stürzen oder stark verschulden.

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