Durvalumab (Imfinzi) bei lokal fortgeschrittenem nicht kleinzelligen Lungenkrebs

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat zuletzt 2019 geprüft, welche Vor- oder Nachteile Durvalumab für bereits behandelte Personen mit lokal fortgeschrittenem nicht kleinzelligen Lungenkrebs und der PD-L1 im Vergleich zu einer unterstützenden hat.

Für die Bewertung legte der Hersteller dem IQWiG eine noch laufende Studie vor, die auf einige Fragen zumindest vorläufige Antworten gibt. Für die Fragestellung wurden die Daten von 303 Personen ausgewertet. Davon wurden 212 mit Durvalumab behandelt, 91 Personen erhielten ein Scheinmedikament (). Beide Gruppen erhielten zusätzlich eine bestmögliche unterstützende Behandlung. Die untersuchten Patientinnen und Patienten waren trotz lokal fortgeschrittener Erkrankung in einem guten Allgemeinzustand. Es zeigten sich folgende Ergebnisse:

Welche Vorteile hat Durvalumab?

Lebenserwartung: Hier deutet die Studie auf einen Vorteil hin: Von den Personen, die eine Scheinmedikation erhielten, verstarb die Hälfte innerhalb von etwa 29 Monaten. In der Gruppe, die mit Durvalumab behandelt wurde, waren es im gleichen Zeitraum nur etwa 30 von 100 Menschen.

Schwindelgefühl: Bei dieser Nebenwirkung deutet die Studie auf einen Vorteil für Männer hin. Schwindel trat bei Behandlung mit Durvalumab seltener auf. Bei Frauen zeigte sich kein Unterschied.

Welche Nachteile hat Durvalumab?

Therapieabbrüche aufgrund von Nebenwirkungen: Hier deutet die Studie auf einen Nachteil von Durvalumab hin. Die meisten Abbrüche erfolgten unter Durvalumab wegen einer speziellen Form einer Lungenentzündung (Pneumonitis).

Schwere immunvermittelte Nebenwirkungen: Als immunvermittelte Nebenwirkungen bezeichnet man Erkrankungen, bei denen das den eigenen Körper angreift. Bei diesen deutet die Studie ebenfalls auf einen Nachteil von Durvalumab hin.

Schwere Herzerkrankungen: Diese schweren Nebenwirkungen traten bei der mit Durvalumab häufiger auf als bei der Behandlung mit einem Scheinmedikament.

Auch bei den folgenden Nebenwirkungen deutet die Studie auf einen Nachteil von Durvalumab hin:

  • Hauterkrankungen wie beispielsweise Ausschlag oder Juckreiz
  • Verletzungen, Vergiftungen und durch Eingriffe bedingte Komplikationen wie beispielsweise Lungenentzündungen, die nicht durch , Viren oder Pilze, sondern durch die hervorgerufen wurden (strahlenbedingte Pneumonitis)

Wo zeigte sich kein Unterschied?

Gesundheitsbezogene Lebensqualität, Gesundheitszustand und schwere Nebenwirkungen: Hier zeigte sich kein Unterschied zwischen Durvalumab und dem Scheinmedikament.

Es zeigte sich zudem kein Unterschied bei den folgenden Beschwerden:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Körperschmerzen
  • Schlaflosigkeit
  • Appetitminderung
  • Verstopfung und Durchfall
  • Husten und Bluthusten
  • Haarausfall
  • Schluckstörung
  • Mundschmerzen
  • Nervenstörung
  • Schmerzen
  • Erschöpfung
  • Atemnot

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Durvalumab (lokal fortgeschrittenes, inoperables NSCLC) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. Dossierbewertung; Auftrag A18-69. 10.01.2019. (IQWiG-Berichte; Band 710).

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Durvalumab (lokal fortgeschrittenes, inoperables NSCLC) – Addendum zum Auftrag A18-69; Auftrag A19-21. 15.03.2019. (IQWiG-Berichte; Band 740).

IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Ärzten und anderen Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung.

Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Autoren-Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

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Aktualisiert am 25. Januar 2021
Nächste geplante Aktualisierung: 2024

Autoren/Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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