Der Stuhltest: Informationen für Männer

Foto von zwei Männern im Gespräch (PantherMedia / Sabine Held) Ein Stuhltest weist unsichtbare Blutspuren nach, die von Tumoren oder Polypen im Darm stammen können. Wenn der Test solche Spuren findet, wird durch eine Darmspiegelung abgeklärt, ob sie wirklich von einem Tumor oder einer Vorstufe stammen. In Kombination mit der Darmspiegelung kann der Stuhltest nachweislich das Risiko verringern, an Darmkrebs zu sterben.

Der Stuhltest untersucht eine Stuhlprobe auf nicht sichtbare (medizinisch: okkulte) Blutspuren. Sie können auf Darmpolypen oder Krebs hinweisen. Blut im Stuhl hat aber meist andere Ursachen, wie zum Beispiel eine Entzündung der Magenschleimhaut (Gastritis).

Stuhltests sind daher als Vortest gedacht: Ein auffälliger Stuhltest wird durch eine Darmspiegelung abgeklärt. Erst dadurch lässt sich feststellen, was die Ursache der Blutung ist. Einen Stuhltest in Anspruch zu nehmen, ist also vor allem dann sinnvoll, wenn man auch dazu bereit ist, sich bei einem auffälligen Testergebnis den Darm spiegeln zu lassen.

Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die Kosten für immunologische Stuhltests. Sie haben die chemischen Stuhltests abgelöst, da sie genauer sind. Männer zwischen 50 und 54 haben einmal im Jahr Anspruch auf einen Stuhltest und nach dem 55. Geburtstag alle zwei Jahre. Wenn ein Test Blutspuren findet, hängt das weitere Vorgehen vom Untersuchungsergebnis der sich anschließenden Darmspiegelung ab. Nach einer Darmspiegelung ist in den folgenden Jahren kein Stuhltest mehr nötig.

Wie läuft ein Stuhltest ab?

Die Darmkrebs-Früherkennung ist ein freiwilliges Angebot. Wer einen Stuhltest machen möchte, muss sich direkt an eine Ärztin oder einen Arzt wenden. Ausgehändigt wird der Stuhltest in der Regel von Fachärztinnen und -ärzten für

  • Allgemeinmedizin (Hausärzte),
  • Innere Medizin oder
  • Urologie.

In der Arztpraxis lassen sich auch Fragen zur Anwendung klären. Informationen dazu finden sich zudem in der Gebrauchsanweisung. Den Test nimmt man mit nach Hause. Eine Stuhlprobe ist fünf Tage haltbar. Die Arztpraxis informiert darüber, wann sie wieder abgegeben werden muss, damit sie rechtzeitig untersucht werden kann.

Die Testpackung enthält alles, was zur Entnahme der Stuhlprobe nötig ist. Um den Stuhl aufzufangen, wird ein spezielles Papier in die Toilette gelegt. Die Stuhlprobe wird dann mit einem kleinen Stab entnommen und in ein Röhrchen gesteckt, das luftdicht verschraubt wird. Das Röhrchen steckt man in einen Umschlag und gibt es wieder in der Arztpraxis ab. Von dort wird die Probe zur Auswertung an ein Labor gesendet.

Wichtig ist: Die Arztpraxis meldet sich nur, falls Blutspuren gefunden werden. Wenn Sie nichts weiter hören, war das Testergebnis unauffällig.

Wie zuverlässig ist der Stuhltest?

Der Stuhltest ist relativ einfach anzuwenden und hat keine direkten Nebenwirkungen. Er ist aber nicht sehr zuverlässig. So ist das Testergebnis häufig auffällig, ohne dass Krebs die Ursache ist. Man spricht dann von einem sogenannten „falsch-positiven“ Testergebnis. Das liegt daran, dass zum Beispiel auch Magengeschwüre oder Entzündungen in Magen und Darm bluten können.

Außerdem hinterlässt nicht jeder Darmkrebs oder Polyp Blutspuren im Stuhl. Aus diesem Grund übersieht ein einzelner Stuhltest etwa 30 % der Tumore und viele Polypen. In diesem Fall spricht man von einem „falsch-negativen“ Testergebnis. Es ist deshalb wichtig, dass man Darmbeschwerden, die einem Sorgen machen, ernst nimmt – auch wenn der letzte Test unauffällig war.

Mit welchen Ergebnissen ist zu rechnen, wenn man regelmäßig einen Stuhltest macht?

Bei ungefähr 50 von 1000 Männern, die einen Stuhltest machen, werden Blutspuren im Stuhl gefunden. Diese Männer werden zur Darmspiegelung eingeladen. Alle anderen können den Test alle ein bis zwei Jahre wiederholen. Der Stuhltest ist auch nur dann sinnvoll, wenn man ihn über viele Jahre regelmäßig macht. Dadurch steigt allerdings die Wahrscheinlichkeit für einen auffälligen Befund. Die nachfolgende Grafik zeigt, welche Ergebnisse zu erwarten sind, wenn 1000 Männer in den zehn Jahren nach ihrem 50. Geburtstag regelmäßig einen Stuhltest machen.

Grafik: Auf einen Blick: Was geschieht, wenn 1000 Männer untersucht werden?Auf einen Blick: Was geschieht, wenn 1000 Männer untersucht werden?

Senkt die regelmäßige Teilnahme am Stuhltest das Risiko für Darmkrebs?

Mehrere Studien haben untersucht, was Männer erwarten können, wenn sie regelmäßig einen Test auf verstecktes Blut im Stuhl machen. Sie zeigten, dass die Stuhltests das Risiko verringern können, an Darmkrebs zu sterben. Es ist allerdings nicht nachgewiesen, dass sie das Risiko senken, an Darmkrebs zu erkranken. Die folgenden Tabellen stellen die wichtigsten Ergebnisse getrennt für Männer im Alter von 50 Jahren und für Männer im Alter von 60 Jahren dar. Sie gelten für einen Zeitraum von 10 Jahren.

 

Von 1000 Männern im Alter von 50 Jahren ...
  ... sterben an Darmkrebs:
Ohne Früherkennung 2
Mit Stuhltest 1 bis 2
Das heißt: Von 1000 Männern ...

... stirbt

bis zu 1 Mann

weniger an Darmkrebs

 

Von 1000 Männern im Alter von 60 Jahren ...
  ... sterben an Darmkrebs:
Ohne Früherkennung 6
Mit Stuhltest 5
Das heißt: Von 1000 Männern ...

... stirbt

1 Mann

weniger an Darmkrebs

Weitere Stuhltests

Manchen Männern werden in der Arztpraxis andere Stuhltests zur Darmkrebs-Früherkennung angeboten, die sie selbst bezahlen müssten (Individuelle Gesundheitsleistung, IGeL). Diese Tests sind der sogenannte M2-PK-Stuhltest und der DNA-Stuhltest. Beim M2-PK-Stuhltest wird im Stuhl nach einem Enzym gesucht, das Hinweise auf Darmkrebs liefern soll. Beim DNA-Stuhltest wird nach Erbgut-Resten von Krebszellen gesucht, die mit dem Stuhl ausgeschieden werden. Bislang ist aber nur für Stuhl-Bluttests durch aussagekräftige Studien nachgewiesen, dass sie das Risiko senken, an Darmkrebs zu sterben. Andere Angebote können daher mit ruhigem Gewissen abgelehnt werden.

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