Avelumab (Bavencio) bei fortgeschrittenem Nierenzellkrebs

Einleitung

Avelumab (Handelsname Bavencio) ist seit Oktober 2019 in Deutschland zur Erstbehandlung eines fortgeschrittenen Nierenzellkrebses bei Erwachsenen zugelassen. Dabei wird Avelumab mit dem Wirkstoff Axitinib kombiniert.

Nierenzellkrebs ist die häufigste Krebserkrankung der Niere. Meist bleibt er lange unentdeckt, da Beschwerden erst bei fortgeschrittenen, größeren Tumoren auftreten. Symptome können bis in den Rücken ausstrahlende Schmerzen in der Nierengegend oder Blut im Urin sein. Ein Nierenzellkrebs kann bei in seinem Wachstum bereits so weit fortgeschritten sein oder in anderen Organen gebildet haben, dass er durch eine Operation nicht mehr geheilt werden kann.

Für die Wahl der Behandlung schätzen Ärztinnen und Ärzte, wie schnell ein Nierenkrebs vermutlich fortschreitet. Diese beruht auf verschiedenen Risikofaktoren, wie zum Beispiel einer , einem erhöhten Kalziumspiegel, einer erhöhten Anzahl bestimmter Blutzellen oder ob sich der Krebs schon auf das Alltagsleben auswirkt. Je mehr Faktoren zutreffen, desto schlechter ist die : Ist kein Risikofaktor vorhanden, ist die „günstig“. Ein bis zwei Risikofaktoren bedeuten eine „mittelmäßige“, drei und mehr Risikofaktoren eine „ungünstige“ .

Der Wirkstoff Avelumab soll das Immunsystem aktivieren, den Krebs zu bekämpfen.

Anwendung

Avelumab wird als verabreicht. Das heißt, dass der Wirkstoff über einen Tropf in eine Vene gegeben wird. Die empfohlene Dosis beträgt 800 mg und wird alle 14 Tage über einen Zeitraum von 60 Minuten verabreicht.

Avelumab wird mit dem Wirkstoff Axitinib kombiniert.

Die Behandlung wird beendet, wenn der Krebs trotzdem weiter fortschreitet oder zu starke Nebenwirkungen auftreten.

Andere Behandlungen

Die eines unbehandelten, fortgeschrittenen Nierenzellkrebses richtet sich nach der der Patientin oder des Patienten:

  • Für Personen mit einer günstigen oder mittelmäßigen kommt als Standardtherapie eine Kombination aus Bevacizumab und Interferon alpha-2a oder eine Behandlung mit Pazopanib oder Sunitinib infrage.
  • Für Personen mit ungünstiger kommen Sunitinib oder Temsirolimus infrage.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2020 geprüft, ob Avelumab für Personen mit unbehandeltem fortgeschrittenem Nierenzellkrebs im Vergleich zu den Standardtherapien Vor- oder Nachteile hat.

Die Bewertung brachte bei Personen mit günstiger oder mittelmäßiger andere Ergebnisse als bei Personen mit ungünstiger .

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse der Gutachten zusammen, die das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses () im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der beschließt auf Basis des Gutachtens und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Avelumab (Bavencio).

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Avelumab (Nierenzellkarzinom) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. Dossierbewertung; Auftrag A19-95. 27.02.2020. (IQWiG-Berichte; Band 885).

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Avelumab (Nierenzellkarzinom) – Addendum zum Auftrag A19-95; Auftrag A20-41. 23.04.2020. (IQWiG-Berichte; Band 901).

IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Ärzten und anderen Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung.

Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Autoren-Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

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Aktualisiert am 18. Mai 2020
Nächste geplante Aktualisierung: 2023

Autoren/Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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