Akne bei Mädchen

Fast alle Jugendlichen bekommen irgendwann Pickel - manche nur wenige und für kurze Zeit. Andere haben weniger Glück: Sie entwickeln eine hartnäckige, deutlich sichtbare Akne. Das kann sehr belastend sein – gerade in einem Alter, wo das Aussehen für viele sehr wichtig ist. Doch man kann einiges gegen Akne tun - und normalerweise verschwindet sie irgendwann von selbst.

Ursachen

Akne entsteht hauptsächlich, weil während der Pubertät besonders viele Hormone gebildet werden. Vor allem männliche Geschlechtshormone – Androgene – beeinflussen die Haut. In der Pubertät werden nicht nur bei Jungen, sondern auch bei Mädchen verstärkt Androgene produziert. Unter anderem regen sie die Haut an, mehr Fett zu produzieren.

Das Hautfett wird Talg genannt und von den Talgdrüsen hergestellt. Wenn zu viel Fett auf einmal gebildet wurde und die Haut zu sehr verhornt, kann der Talg nicht mehr abfließen. Er sammelt sich dann in der Talgdrüse an und es entsteht ein Mitesser. Er kann zu einem Aknepickel werden und sich entzünden, wenn sich Bakterien vermehren.

Akne entsteht vor allem dort, wo es besonders viele Talgdrüsen gibt: im Gesicht, auf Brust, Rücken und Schultern. Wenn der Körper mit Anfang 20 ausgereift ist, beruhigt sich die Haut meist wieder. Weshalb manche Jugendliche Akne bekommen und andere nicht, weiß man nicht genau.

Außer den Hormonen spielen wohl auch die Veranlagung und das Abwehrsystem des Körpers eine Rolle. Eins ist sicher: Wer Akne hat, ist nicht selbst daran schuld. Der Grund ist weder eine falsche Ernährung noch schlechte Hygiene. Und übrigens: Akne ist auch nicht ansteckend.

Behandlung

Gegen Akne werden viele verschiedene Behandlungen angeboten – Seifen, Salben und Lotionen, Medikamente zum Einnehmen, UV-Bestrahlung oder Laser. Viele Mittel sind ohne Rezept in Drogerien, Apotheken oder im Internet erhältlich. Manche werden stark beworben – und meistens wird dabei zu viel versprochen.

Für manche Behandlungen ist erwiesen, dass sie helfen, für andere nicht. Ob eine Behandlung bei jemandem wirkt oder nicht, lässt sich leider nicht vorhersagen. Viele wirken erst nach einigen Wochen bis Monaten. Oft dauert es eine Weile, bis man für sich ein geeignetes Mittel gefunden hat.

Geduld ist also nötig, wenn eine Behandlung erfolgreich sein soll. Sie oft zu wechseln und ständig neue Mittel auszuprobieren, bringt nichts. Eine ärztliche Beratung kann sich aber schon früh lohnen: Die Hautärztin oder der Hautarzt hilft, die Akne zu behandeln, die Haut richtig zu pflegen und Narben zu vermeiden.

Hautpflege

Wer Akne hat, muss seine Haut nicht öfter waschen – im Gegenteil: zu häufiges Waschen kann die Haut reizen und die Akne verstärken. Das gilt auch für das Ausdrücken von Pickeln und Mitessern. Hautcremes sollten möglichst wenig Fett enthalten, damit sie die Poren nicht zusätzlich verstopfen. Geeignet sind Produkte auf Gel-Basis, die den Abfluss des Talgs erleichtern.

Ernährung und Sonnenlicht

Einige Menschen haben den Eindruck, dass bestimmte Lebensmittel wie Schokolade, Fleisch oder Milchprodukte ihre Haut verschlechtern. Die Forschung hat aber bisher keinen Zusammenhang zwischen Ernährung und Akne gefunden. Manche glauben, dass Sonnenlicht Akne bessern kann – andere vermuten das Gegenteil. Auch dazu lässt sich bisher nur eins sicher sagen: Zu lange in der Sonne zu bleiben, kann der Haut auf jeden Fall schaden.

Behandlung mit Hormonen

Viele Antibabypillen enthalten die weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Gestagen. Diese Kombinationspillen können auch die Haut verbessern. Da die Hormone in der „Pille“ auch Nebenwirkungen haben können, werden sie zur Akne-Behandlung erst verschrieben, wenn andere Mittel nicht helfen. Sie eignen sich vor allem für Mädchen, die sowieso mit der Pille verhüten möchten.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass die meisten Antibabypillen ähnlich gut gegen Akne wirken. Bestimmte Pillen, die speziell gegen Akne verschrieben werden, sind vielleicht etwas wirksamer als andere – der Unterschied ist aber nicht so groß, wie die Werbung verspricht.

Bei mittelschwerer und schwerer Akne wird die Pille häufig mit einem Mittel zum Auftragen auf die Haut kombiniert. Bestimmte verschreibungspflichtige Medikamente, die sogenannten Retinoide, können einem ungeborenen Kind schaden. Deshalb dürfen Mädchen und Frauen sie nur einnehmen, wenn sie nicht schwanger sind und sehr sicher verhüten.

Der Alltag mit Akne

Es kommt vor, dass Freundinnen und Freunde oder Verwandte eine picklige Haut kommentieren. Das ist fast nie böse gemeint, kann aber trotzdem verletzen. Sich von Bemerkungen anderer nicht verunsichern zu lassen, ist leichter gesagt als getan. Gerade Mädchen träumen meist von einem makellosen Aussehen – auch wenn sie wissen, dass es das vor allem im Film und in der Werbung gibt.

Die Pubertät ist ein schwieriger Lebensabschnitt. Viele sind in dieser Zeit leicht zu verunsichern und sehr kritisch mit sich und ihrem Aussehen. Mädchen mit Akne fühlen sich häufig unattraktiv oder schämen sich sogar für ihre unreine Haut. Manche ziehen sich in Zeiten mit stärkerer Akne zurück, gehen nicht mit Freunden aus und würden am liebsten nicht zur Schule oder zur Arbeit gehen.

Im Alltag kann zum Beispiel ein geeignetes Make-up den Umgang mit Akne erleichtern. Wichtig ist, Produkte zu wählen, die die Talgdrüsen nicht verstopfen. Manche Mädchen lassen sich einen Pony wachsen und tragen Frisuren, die fransig ins Gesicht fallen. Solche kleinen Tricks können helfen, sich in der Öffentlichkeit sicherer zu fühlen.

Die Belastung durch Akne ist aber sehr unterschiedlich: Manche Jugendliche fühlen sich sehr gehemmt und unglücklich. Andere stören sich wenig an ihren Pickeln oder schaffen es, selbstbewusst damit umzugehen. Sie machen meist die Erfahrung, dass ihr Äußeres kaum eine Rolle spielt, wenn es darum geht, Freundschaften zu schließen und Spaß mit anderen zu haben.

Hilfe und Rat

Die Unterstützung von Freunden und Familie kann besonders helfen, wenn man im Umgang mit anderen Menschen weniger selbstbewusst ist. Viele stellen fest, dass sie besser mit ihrer Akne zurechtkommen, wenn sie stabile Freundschaften haben oder eine feste Freundin oder einen festen Freund finden. Und auch wenn manche meinen, dass gerade das mit Akne schwierig ist: Es gibt genug Jungen und Mädchen, für die Äußerlichkeiten keine so große Rolle spielen.

Wichtig zu wissen ist, dass Akne behandelt werden kann. Das ist aber nur möglich, wenn man sich überwindet und zur Ärztin oder zum Arzt geht. Hautärzte können auch Tipps geben, wohin man sich wenden kann, wenn die Akne sehr stark belastet. Eine andere Möglichkeit, sich kostenlos und anonym helfen zu lassen, sind „Sorgentelefone“ für Jugendliche.

Ausführliche Informationen zu Ursachen und Behandlungsmethoden bei Akne findet ihr auf unserer Website.

Fotos: Panthermedia: www.panthermedia.net
Die auf diesen Seiten verwendeten Bilder von Personen dienen lediglich Illustrationszwecken. Bei den abgebildeten Personen handelt es sich um Fotomodelle.

Aktualisiert am 05. Dezember 2019
Nächste geplante Aktualisierung: 2021

Autoren/Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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