Aficamten (Myqorzo) bei hypertropher obstruktiver Kardiomyopathie

Einleitung

Aficamten (Handelsname Myqorzo) ist seit Februar 2026 für erwachsene Patientinnen und Patienten mit hypertropher obstruktiver Kardiomyopathie mit Beschwerden zugelassen.

Die hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie, auch HOCM (hypertrophic obstructive cardiomyopathy) abgekürzt, ist eine Herzmuskelerkrankung, die bei den meisten Patientinnen und Patienten erblich bedingt ist. Durch die eines oder mehrerer Gene verdickt sich der Herzmuskel, meist die linke Herzkammer und die Herzscheidewand. Dadurch pumpt das Herz weniger Blut in den Körper. Im Verlauf der Erkrankung kann sich eine Klappenschwäche zwischen Vorhof und Kammer (Mitralklappe) entwickeln.

Meist macht sich eine fortgeschrittene HOCM durch Leistungsabfall, Atemnot, Brustschmerzen, Schwindel oder auch Herzrhythmusstörungen bemerkbar.

Die HOCM wird nach der New York Heart Association Klassifikation für Herzkrankheiten in vier Klassen eingeteilt:

  • Klasse 1: Keine Symptome oder Beschwerden
  • Klasse 2: Nur Symptome bei stärkerer Belastung
  • Klasse 3: Symptome bereits bei leichter Belastung
  • Klasse 4: Dauerhafte Beschwerden, auch in Ruhe

Menschen mit der Erkrankung haben ein erhöhtes Risiko für einen oder einen plötzlichen Herztod durch Rhythmusstörungen.

Aficamten kann bei Patientinnen und Patienten mit HOCM-Klasse 2 und 3 eingesetzt werden. Es soll das Herz entlasten und so die Beschwerden lindern.

Anwendung

Den Wirkstoff gibt es als Tablette in einer Dosierung von 5, 10, 15 und 20 mg. Die empfohlene tägliche Anfangsdosis beträgt 5 mg und wird dann alle 2 bis 8 Wochen individuell angepasst.

Andere Behandlungen

Bei Erwachsenen mit hypertropher obstruktiver Kardiomyopathie kommt Mavacamten als Standardtherapie infrage.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2026 geprüft, ob Aficamten bei hypertropher obstruktiver Kardiomyopathie im Vergleich zu Mavacamten Vor- oder Nachteile hat.

Der Hersteller legte dem IQWiG einen indirekten Vergleich vor. Die Resultate solch indirekter Vergleiche sind grundsätzlich weniger aussagekräftig als ein . In diesem Fall wurde in einer Studie Aficamten mit einem verglichen. In der anderen Studie wurde Mavacamten mit einem verglichen. Die Teilnehmenden wurden etwa 6 bis 7 Monate behandelt. Es zeigten sich folgende Ergebnisse:

Welche Vor- oder Nachteile hat Aficamten?

Es zeigten sich keine Vor- oder Nachteile von Aficamten. Viele Daten waren jedoch für eine Auswertung nicht geeignet.

Wo zeigte sich kein Unterschied?

Lebenserwartung: Keine Person war in den Studien gestorben.

Welche Fragen sind noch offen?

Der Hersteller legte keine geeigneten Daten vor zu:

  • Störung in der Systole
  • maximale Belastungszeit und Belastungsempfinden
  • Krankheitsbeschwerden
  • Gesundheitszustand
  • gesundheitsbezogene Lebensqualität
  • Nebenwirkungen

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse des Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses () im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Aficamten (Myqorzo).

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Aficamten (hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. Dossierbewertung; Projekt A26-64. 27.08.2026. (IQWiG-Berichte; Band 2323); DOI: 10.60584/A26-64.

IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung.

Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

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Über diese Seite

Erstellt am 01. September 2026

Nächste geplante Aktualisierung: 2029

Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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