Zusatzleistungen, die man selbst zahlen muss, würde ich immer prüfen

Foto von einer Frau (PantherMedia / Graham Oliver) Mona, 41 Jahre

„Meine Tochter war immer konsequent beim Tragen der Spange und bei der Zahnpflege. Deswegen war sie nach einem Jahr auch schon durch damit.“

Als die Milchzähne draußen waren und die bleibenden Zähne kamen, wurde Olivia vom Zahnarzt zur Kieferorthopädin überwiesen. Dass die Zahnspange notwendig war, wussten wir schon länger vorher. Das haben wir auch gar nicht angezweifelt, wir haben unserem Zahnarzt vertraut. Der hatte uns in der Vergangenheit gut beraten und nie Behandlungen gemacht, wenn es nicht nötig war. Einen zweiten Kieferorthopäden haben wir gar nicht befragt, auch nicht bei der Krankenkasse nachgefragt, ob das notwendig ist. Für uns war das klar.

Meine Tochter war vorbildlich beim Tragen und Pflegen der Spange

Olivia hat immer alles super gepflegt, das war ein Traum. Ich musste mich selbst gar nicht darum kümmern. Sowohl die Zähne als auch die Spange selbst. Diese Gummis waren ein bisschen anstrengend mit der Fummelei beim Einsetzen. Aber auch das hat sie immer alles allein hinbekommen. Und weil sie immer alles so konsequent und vorbildlich gemacht hat, war sie nach einem Jahr auch schon durch mit der Spange.

Da hatten wir echt Glück, sie hat das alles super gemacht. Und auch alles sehr selbständig und verantwortungsvoll. Wenn sie zum Beispiel ihre lose Zahnspange mal vergessen hat bei einer Übernachtung, mussten wir abends um elf da noch hinfahren.

Ich denke, bei meinem Sohn wird das anders laufen. Da kann ich mir auch vorstellen, dass wir die eine oder andere Zusatzleistung wie Zahnreinigung dazu buchen werden.

Den Eigenanteil bekommt man am Ende von der Krankenkasse zurück

Wir mussten einen kleinen Anteil übernehmen, also jedes Quartal so 20 % selbst zahlen. Das war aber nicht so viel. Und nach abgeschlossener Behandlung mussten wir dann einfach die Rechnungen einreichen und haben alles wieder zurückbekommen.

Zusätzlich wurden uns private Zusatzleistungen angeboten, die hätten wir komplett übernehmen müssen. Die genauen Leistungen haben wir uns aber erstmal genauer angeschaut.

Zahnreinigung und Lingualbogen mussten wir privat bezahlen

Privat zu zahlen war zum Beispiel alle sechs Wochen eine spezielle Zahnreinigung, damit sich der Zahn nicht verfärbt. Und dann war da der Lingualbogen, da lagen die Kosten bei 150 Euro.

Wir haben uns für diesen Lingualbogen entschieden, weil wir ihn sehr sinnvoll fanden. Der bleibt noch für mehrere Jahre drin und verhindert, dass sich die Zähne wieder verschieben. Ich hatte als Kind eine lose Spange, aber nach Ende der Zeit hat sich mein Unterkiefer wieder ein bisschen verschoben. Das war schade.

Zusatzleistungen würde ich immer genau prüfen

Mit der Zahnreinigung wollten wir warten, weil wir wussten, dass unsere Tochter die Zähne gut pflegt. Wenn es nötig gewesen wäre, hätten wir das eher später noch dazu gebucht. Und dann gab es die Möglichkeit, dass man Brackets häufiger austauscht, das haben wir aber nicht genommen.

Ich würde immer ein bisschen drauf achten, dass man sich von den Ärzten nicht alles aufschwatzen lässt. Bei unserem hatte ich das Vertrauen, dass wir nur das nehmen können, was wir für sinnvoll halten.

Das Aussehen mit Spange war gar kein Problem

Diese unsichtbaren Zahnschienen, die teuer sind, wurden uns gar nicht angeboten. Da lagen zwar im Wartezimmer Prospekte – hätten wir nachgefragt, hätten wir sie nehmen können. Aber wir mussten nicht.

Mittlerweile gibt es ja auch viele schöne Zusatzsachen für die Jugendlichen. Auch wenn Olivia auffällige Brackets aus Metall hatte, konnte sie sich bei jeder Kontrolle eine andere Farbe für die Gummis aussuchen, die waren mal türkis, mal lila. Das war ganz nett.

Spezielles Wachs schützt die Wangenschleimhaut

Am Anfang war es mit den Drähten natürlich ein bisschen doof, die haben gedrückt. Olivia hätte auch Schmerzmittel nehmen können, aber sie wollte nicht. Gut war so ein spezielles Wachs, mit dem sie die harten Stellen polstern konnte, damit die Drähte nicht die Wangen innen aufscheuern. Das war praktisch.

Die Gummis waren kompliziert einzusetzen und haben stark gespannt

Was ein bisschen kompliziert war, dass sie die Gummis je nach Phase unterschiedlich einsetzen musste. Also entweder hinten über Kreuz, oder eine Zeitlang vorne über Kreuz. Das war ein bisschen tricky. Da habe ich sie auch oft fluchen gehört aus dem Badezimmer. Aber irgendwie hat es dann doch immer geklappt.

Olivia konnte teilweise den Mund auch gar nicht mehr richtig öffnen, die Gummis haben nachts den Mund so stark zusammengezogen, dass sie morgens nicht richtig sprechen konnte, weil der Mund nicht aufging.

Hartes zu essen, war schwierig

Beim Essen mussten wir uns ein bisschen anpassen. Die Äpfel wurden ganz klein geschnitten am Anfang. Und rohe Möhren essen ging gar nicht mehr. Ansonsten konnte Olivia aber alles essen.

 

Danksagung

Erfahrungsberichte fassen Interviews mit Betroffenen zusammen. Alle Gesprächspartnerinnen und -partner haben der Veröffentlichung zugestimmt. Ihnen gilt unser herzlicher Dank.

Die Berichte geben einen Einblick in den persönlichen Umgang und das Leben mit einer Erkrankung. Die Aussagen stellen keine Empfehlung des IQWiG dar.

Hinweis: Um die Anonymität der Interviewten zu wahren, ändern wir ihre Vornamen. Die Fotos zeigen unbeteiligte Personen.