Wo bekomme ich Rat und Hilfe?

Foto von Selbsthilfegruppe (PantherMedia / photographee.eu) Wer sich über seinen Alkoholkonsum Gedanken macht, findet im Internet Selbsthilfeprogramme und kann sich kostenlos und anonym an eine Beratungsstelle wenden. Auf den Internetseiten verschiedener Dachverbände finden Sie Suchmaschinen, mit denen Sie eine Beratungsstelle in der Nähe finden können. Solche Stellen bieten oft auch eine Beratung am Telefon oder über das Internet an.

Viele Menschen mit einem Alkoholproblem schämen sich dafür oder geben sich selbst die Schuld daran. Alkoholprobleme sind jedoch weit verbreitet und haben nichts mit Schuld oder persönlicher Schwäche zu tun. Wer es schafft, sich sein Alkoholproblem einzugestehen und Unterstützung zu holen, zeigt Mut und Verantwortungsbewusstsein. Im Nachhinein wünschen sich viele Betroffene, sie hätten es früher geschafft, Hilfe anzunehmen.

Die eigenen Trinkgewohnheiten zu ändern, erfordert Motivation und Engagement. Eine erste Möglichkeit sind kostenlose Selbsthilfeprogramme im Internet, zum Beispiel www.selbsthilfealkohol.de. Außerdem gibt es in Deutschland viele Beratungsstellen, die dabei unterstützen können. Sie helfen auch dabei, festzustellen, ob man ein Alkoholproblem hat – denn es ist nicht leicht, dies selbst einzuschätzen. Vielleicht stellt man bei einer Beratung fest, dass bereits ein paar einfache Veränderungen helfen könnten, die Probleme in den Griff zu bekommen. Professionelle Unterstützung ist besonders für Menschen sinnvoll, die bereits von Alkohol abhängig sind.

Es kostet häufig Überwindung, über den eigenen Alkoholkonsum zu sprechen. Es hilft vielleicht, zu wissen, dass die Unterstützungsangebote in Deutschland anonym und kostenlos in Anspruch genommen werden können. Niemand muss seinen Namen nennen oder andere Daten preisgeben.

Beratungsangebote gibt es in vielen Städten – im Internet, telefonisch und über die Selbsthilfe. Wer sich persönlich beraten lassen möchte, aber Angst hat, auf dem Weg in eine Beratungsstelle erkannt zu werden, kann auch eine Beratungsstelle in einem anderen Ort aufsuchen. Für andere ist es leichter, ihre Probleme am Telefon zu schildern und sich auf diesem Weg unterstützen zu lassen.

Wie finde ich eine Beratungsstelle?

Als erste Anlaufstelle für Menschen, die ihr Trinkverhalten ändern möchten, bieten sich Suchtberatungsstellen an. Sie helfen bei der Einordnung des Alkoholproblems und bei Bedarf bei der Wahl geeigneter Therapieangebote. Sie vermitteln Entzugsbehandlungen, bereiten darauf vor und bieten ambulante Nachbehandlungen an. Außerdem helfen sie bei der Suche nach Selbsthilfegruppen. Manche Beratungsstellen bieten selbst ambulante Entwöhnungstherapien an oder begleiten sie mit Gruppentreffen.

Es gibt zum Beispiel städtische und kirchliche Suchtberatungsstellen sowie Beratungsstellen, die an Kliniken oder Gesundheitsämtern angegliedert sind. Eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe finden Sie über diese Internetangebote:

Was kann ich von einer Selbsthilfegruppe erwarten?

In Selbsthilfegruppen können Sie Kontakte zu Menschen knüpfen, die den Alkohol hinter sich gelassen haben oder daran arbeiten. Sie können Tipps und Erfahrungen mit ihnen austauschen und Themen besprechen, über die Sie mit anderen Menschen nur schwer reden können. Betroffene verstehen die Herausforderungen, die mit dem Verzicht auf Alkohol verbunden sind sowie das Auf und Ab, das damit einhergehen kann. Das kann eine große Entlastung und Unterstützung sein. Zudem entwickeln viele in der Selbsthilfegruppe ein Zusammengehörigkeitsgefühl, das sie dazu motiviert, am Ball zu bleiben.

Eine Selbsthilfegruppe in Ihrer Nähe finden Sie über folgende Internetangebote:

Weitere allgemeine Informationen zur Selbsthilfe finden Sie hier.

An wen kann ich mich sonst noch wenden?

Die hausärztliche Praxis ist ebenfalls eine gute erste Anlaufstelle für Menschen, die sich mit ihren Trinkgewohnheiten auseinandersetzen – vor allem, wenn eine vertrauensvolle Beziehung zur Hausärztin oder zum Hausarzt besteht. Bei Bedarf können dort auch weiterführende Hilfen vermittelt werden, wie zum Beispiel die Überweisung an einen ärztlichen oder psychologischen Psychotherapeuten.

Andere Stellen, an die man sich wenden kann, sind zum Beispiel die Telefonseelsorge, Gesundheitsämter und Betriebsärzte oder betriebliche Suchthilfen. Wie jede Ärztin und jeder Arzt unterliegen Betriebsärzte und betriebliche Suchtberater der Schweigepflicht.