Wie wird eine Refluxkrankheit festgestellt?

Foto von Paar beim Frühstück (Rayes / Digital Vision / Thinkstock) Bei Verdacht auf eine Refluxkrankheit kann versuchsweise mit Medikamenten behandelt werden. Bessern sich dadurch die Beschwerden, liegt sehr wahrscheinlich ein Reflux vor. Bei unklaren Ergebnissen kommen auch weitere Untersuchungen infrage.

Viele Menschen haben nach einer üppigen Mahlzeit Sodbrennen. Auch nach dem Essen manchmal aufzustoßen, ist normal. Sehr häufiges, starkes Sodbrennen oder Aufstoßen kann jedoch Anzeichen für eine Refluxkrankheit sein. Dabei fließt Mageninhalt in die Speiseröhre zurück, weil sich der Mageneingang nicht richtig schließt.

Meist sind solche typischen Beschwerden der Anlass, zur Ärztin oder zum Arzt zu gehen. Manchmal kommt es auch vor, dass bei einer Untersuchung wegen anderer Symptome zufällig eine Entzündung der Speiseröhre festgestellt wird. Die Speiseröhre kann sich entzünden, wenn ihre Schleimhaut häufig dem sauren Magensaft ausgesetzt ist.

Für die Diagnose ist es zunächst einmal wichtig, alle Symptome möglichst gut zu beschreiben:

  • Welche Beschwerden treten auf? Wo genau?
  • Wie häufig sind sie?
  • Kommt es nach dem Essen zu Beschwerden oder bei nüchternem Magen?
  • Nehmen sie in Rückenlage zu?

Diese Angaben können der Ärztin oder dem Arzt dabei helfen, festzustellen, ob es sich tatsächlich um einen Reflux handelt – oder ob die Beschwerden eine andere Ursache haben.

Manchmal sind die Symptome nicht eindeutig, etwa wenn Sodbrennen oder Aufstoßen fehlen, nur selten auftreten oder schwach ausgeprägt sind. Oder es stehen andere Symptome im Vordergrund wie Schluckbeschwerden, Heiserkeit oder Husten.

Probebehandlung

Bei einem Verdacht auf Refluxkrankheit kann ein sogenannter PPI-Test gemacht werden. Dazu nimmt man für ungefähr zwei Wochen einen „Protonenpumpenhemmer“ (PPI) ein. Protonenpumpenhemmer sind Medikamente, die die Bildung von saurem Magensaft hemmen. Wenn die Medikamente die Beschwerden wie zum Beispiel Sodbrennen lindern, handelt es sich sehr wahrscheinlich tatsächlich um einen Reflux. Dann wird die Behandlung mit Protonenpumpenhemmern in der Regel fortgesetzt.

Welche weiteren Untersuchungen gibt es?

Weitere Untersuchungen sind normalerweise nur nötig, wenn

  • die Probebehandlung die Symptome nicht spürbar lindern konnte,
  • Beschwerden auftreten, die auf Speiseröhrenkrebs oder eine verengte Speiseröhre hindeuten oder
  • es Hinweise gibt, dass andere Erkrankungen die Ursache für die Beschwerden sein könnten.

Wenn es im Zusammenhang mit der Refluxkrankheit zu einer Darmblutung, starkem Gewichtsverlust oder häufigem Erbrechen kommt, kann dies auf ernsthafte Komplikationen hinweisen. Auch dann sind zur Abklärung weitere Untersuchungen notwendig.

Mögliche Zusatzuntersuchungen sind vor allem eine Endoskopie und eine pH-Metrie. Beide Untersuchungen sind auch ambulant möglich.

Endoskopie

Eine Endoskopie kann Veränderungen an der Innenwand der Speiseröhre sichtbar machen, beispielsweise Entzündungen, Verengungen der Speiseröhre oder einen Barrett-Ösophagus. Dies geschieht mithilfe eines Endoskops, eines dünnen, beweglichen Schlauchs mit einer winzigen Kamera an der Spitze. Das Endoskop wird durch Nase oder Mund durch die Speiseröhre bis zum Mageneingang geführt. Während der Untersuchung liefert die Kamera Bilder der Speiseröhren-Schleimhaut. Es können auch kleine Gewebeproben schmerzlos entnommen werden.

pH-Metrie

Bei einer pH-Metrie wird mindestens 24 Stunden lang gemessen, wie hoch der Säuregehalt im unteren Abschnitt der Speiseröhre ist. Dazu führt die Ärztin oder der Arzt einen sehr dünnen Schlauch durch die Nase bis zum Ende der Speiseröhre ein. Der Schlauch wird mit einem kleinen tragbaren Messgerät verbunden und mit einem Pflaster an der Nase fixiert, damit er nicht verrutscht. In der Regel kann man dann mit dem Gerät nach Hause gehen und muss am nächsten Tag zur Entfernung des Schlauches wiederkommen.

Schlagwörter: Gastroösophageale Refluxerkrankung, GERD, K21, K22, R63, Refluxkrankheit, Sodbrennen, Verdauung und Stoffwechsel