Wie kann weißer Hautkrebs behandelt werden?

Foto von Patientin und Hautärztin bei der Untersuchung (PantherMedia / imagepointfr) Wenn weißer Hautkrebs festgestellt wird, versucht man meist, den Tumor operativ zu entfernen. Hautkrebs kann auch mit Medikamenten oder einer Bestrahlung behandelt werden. Welche Behandlung infrage kommt, hängt unter anderem von der Krebsart, der Größe des Tumors und seiner Aggressivität ab.

Mit weißem Hautkrebs sind das Plattenepithel- und das Basalzellkarzinom gemeint. Sie entstehen meist an Körperstellen, die häufig der Sonne ausgesetzt und gut sichtbar sind. Ein Basalzellkarzinom (auch Basaliom genannt) wächst gewöhnlich langsam und örtlich begrenzt. Wenn es jedoch spät oder gar nicht behandelt wird, kann es in tiefer liegendes Gewebe eindringen. Auf diese Weise können Gesichtspartien, Knochen, Rückenmark oder das Gehirn geschädigt und entstellt werden, was auch die Behandlung erschwert.

Das Plattenepithelkarzinom wächst – wie das Basaliom – an der Stelle, an der es entstanden ist und zerstört dabei das benachbarte Gewebe. Es ist aggressiver als das Basalzellkarzinom. Ohne Behandlung besteht die Gefahr, dass sich der Krebs weiter im Körper ausbreitet und Absiedlungen (Metastasen) in anderen Organen bildet. Meist wird ein Plattenepithelkarzinom jedoch vorher erkannt.

Welche Behandlung infrage kommt, hängt von vielen Faktoren ab: unter anderem von der Art des Tumors, seiner Größe und Aggressivität und davon, ob und wo er Metastasen gebildet hat. Kosmetische Aspekte und persönliche Vorlieben können ebenfalls eine Rolle spielen.

Welche Operationen gibt es?

Da weißer Hautkrebs durch eine Operation oft vollständig entfernt werden kann, ist diese Behandlung die erste Wahl. Dabei entfernt die Ärztin oder der Arzt nicht nur den Tumor, sondern auch etwas umliegendes Gewebe. Dieser Sicherheitsrand um den Tumor herum soll verhindern, dass Krebszellen zurückbleiben und sich weiter im Körper ausbreiten. Während kleinere Eingriffe häufig unauffällig abheilen, können größere Operationen deutliche Narben hinterlassen.

Außerdem gibt es weitere Operationsverfahren, beispielsweise

  • Mohs Chirurgie (Mikrografische Chirurgie): Diese Operation ist nach dem amerikanischen Chirurgen Frederic C. Mohs benannt. Das Ziel dieses Eingriffs ist es, den Krebs vollständig zu entfernen, aber möglichst wenig gesundes Gewebe. Dies kann bei einem Basalzellkarzinom von Vorteil sein, wenn große oder gut sichtbare Hautpartien betroffen sind und wenig gesunde Haut bleibt, um die Operationswunde zu verschließen. Bei dieser Methode wird zunächst der sichtbare Teil des Tumors entfernt. Die Ränder des entnommenen Hautstücks werden dann sofort im Labor untersucht: Sind an den Schnittflächen irgendwo noch Tumorzellen zu finden, bedeutet das, dass der Tumor dort nicht vollständig entfernt wurde. An der entsprechenden Hautstelle wird dann noch einmal etwas Gewebe weggeschnitten und im Labor überprüft, ob das Tumorgewebe nun vollständig entfernt wurden. Dieses Vorgehen wird so lange wiederholt, bis keine Krebszellen mehr zu finden sind.
  • Lasertherapie: Bei dieser Behandlung wird Laserlicht genutzt, um die geschädigte Haut schichtweise abzutragen. Sie wird vor allem bei Krebsvorstufen wie einer aktinischen Keratose und im Frühstadium eingesetzt.
  • Kryochirurgie: Die Kryochirurgie ist eine Kältetherapie. Bei dieser Behandlung wird das Tumorgewebe vereist, sodass die Zellen absterben. Der Einsatzbereich der Kryochirurgie ähnelt dem der Lasertherapie.

Wann ist eine Bestrahlung sinnvoll?

Eine Strahlentherapie oder Radiotherapie wird oft einfach „Bestrahlung“ genannt. Sie soll das Tumorgewebe mithilfe von energiereichen Strahlen zerstören. Diese Behandlung wird bei weißem Hautkrebs meist erst erwogen, wenn eine Operation nicht mehr möglich oder das Risiko für einen Rückfall hoch ist.

Welche Arzneimittel kommen infrage?

Zum Auftragen auf die Haut

Für viele Menschen ist es wichtig, dass die Behandlung so wenig Narben wie möglich hinterlässt. Bei oberflächlichem weißem Hautkrebs können dann medikamentöse Therapien unter Umständen eine Alternative zur Operation sein.

Es kommen Arzneimittel infrage, die mehrere Wochen als Salbe auf die betroffene Hautstelle aufgetragen werden. Hierzu gehört der Wirkstoff Imiquimod. Dieses Medikament soll die Abwehrreaktion der Haut gegen Krebszellen aktivieren. Auch der Wirkstoff 5-Fluorouracil wird manchmal aufgetragen. 5-Fluorouracil hemmt die Vermehrung der Krebszellen.

Zum Einnehmen

Ein neuer Wirkstoff zur Behandlung des fortgeschrittenen Basalzellkrebs ist Vismodegib. Er soll gezielt die Übertragung von Signalen blockieren, die das Wachstum von Krebszellen fördern können.

Als Teil der photodynamischen Therapie (Lichttherapie)

Bei einer photodynamischen Therapie wird zunächst eine Creme mit einem lichtempfindlichen Wirkstoff aufgetragen, der sich in den Krebszellen konzentriert. In der Regel wird die behandelte Stelle dann mit einem lichtundurchlässigen Verband abgedeckt. Einige Stunden später wird der Verband entfernt und der Bereich um den Tumor mit einem kalten Rotlicht bestrahlt. Der Wirkstoff wird dadurch aktiviert und zerstört die Tumorzellen. Die photodynamische Therapie wird bevorzugt bei weißem Hautkrebs eingesetzt, der noch nicht tiefer in die Haut eingewachsen ist.

Als Infusion

Wenn ein Plattenepithelkarzinom gestreut hat, kommt eine Chemotherapie infrage. Dabei werden häufig die Wirkstoffe Cisplatin und 5-Fluorouracil als Infusion gegeben. Manchmal werden auch andere Wirkstoffe eingesetzt, etwa der sogenannte EGFR-Inhibitoren Cetuximab. Die Behandlung zielt dann in der Regel nicht mehr darauf ab, den Krebs zu heilen, sondern sein weiteres Wachstum für einige Zeit zu bremsen (palliative Therapie).

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