Wie kann schwarzer Hautkrebs behandelt werden?

Foto von Patient in der Sprechstunde (PantherMedia / Monkeybusiness Images) Wenn schwarzer Hautkrebs festgestellt wird, versucht man meist, den Tumor operativ zu entfernen. Vor allem bei einer fortgeschrittenen Erkrankung kann auch eine Behandlung mit Medikamenten oder eine Bestrahlung infrage kommen.

Melanome können schnell wachsen und sie bilden häufiger als andere Hautkrebsarten Absiedlungen (Metastasen) an anderen Stellen des Körpers. Wie sie behandelt werden, hängt vor allem davon ab, wie weit sie fortgeschritten sind. Grundsätzlich gilt, dass ein Tumor leichter zu behandeln ist, wenn er noch keine Metastasen gebildet hat. Hat er sich bereits im Körper ausgebreitet, ist die Behandlung schwieriger.

Was passiert bei einer Operation?

Da ein Hauttumor durch eine Operation oft vollständig entfernt werden kann, ist diese Behandlung meist die erste Wahl. Bei einer Operation entfernt die Ärztin oder der Arzt nicht nur den Tumor, sondern auch etwas umliegendes Gewebe. Dieser Sicherheitsrand um den Tumor herum soll sicherstellen, dass keine Krebszellen zurückbleiben und sich dann weiter im Körper ausbreiten. Vor der Operation wird der betroffene Hautbereich örtlich betäubt.

Während kleinere Eingriffe häufig unauffällig abheilen, können größere Operationen deutliche Narben hinterlassen. Manchmal wird auch ein zweiter Eingriff nötig, sobald die Untersuchung des entfernten Hautstücks abgeschlossen ist. Es kann zum Beispiel notwendig sein, den Sicherheitsrand zu vergrößern.

Bei kleinen Melanomen, die nicht dicker als ein Millimeter sind, reicht eine Operation in der Regel aus. Bei größeren Melanomen wird zusätzlich ein benachbarter Lymphknoten entfernt – der sogenannte Wächterlymphknoten. Sind in ihm keine Tumorzellen zu finden, ist auch der restliche Körper meist frei von Metastasen. Wenn der Wächterlymphknoten Tumorzellen enthält, werden auch die benachbarten Lymphknoten entfernt.

Wann ist eine Bestrahlung sinnvoll?

Eine Bestrahlung soll das Tumorgewebe mithilfe von energiereichen Strahlen zerstören. Mit einer Strahlentherapie werden vor allem Melanome behandelt, die bereits weit fortgeschritten sind, Metastasen gebildet haben oder nicht operiert werden können.

Welche medikamentösen Therapien gibt es?

Medikamente kommen in unterschiedlichen Stadien einer Hautkrebserkrankung infrage. Manche werden nach einer Operation eines größeren Melanoms gegeben, oder wenn Lymphknoten befallen sind. Sie sollen Krebszellen bekämpfen, die sich möglicherweise noch im Körper befinden. Andere kommen erst zum Einsatz, wenn der Hautkrebs bereits mehrere Metastasen im Körper gebildet hat oder nicht mehr operiert werden kann.

Welches Medikament bei einem metastasierten Melanom infrage kommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab – zum Beispiel davon, ob und womit bereits behandelt wurde. Einige Wirkstoffe werden auch nur in Kombination mit einem anderen Medikament gegeben oder wenn die Melanomzellen bestimmte Eigenschaften haben.

Zu den Medikamenten, die bei einem Melanom eingesetzt werden können, gehören:

  • Zielgerichtete Therapien: Diese Behandlungen nutzen aus, dass Krebszellen veränderte Bestandteile haben können, die zu einem unkontrollierten Wachstum des Tumors beitragen. „Zielgerichtet“ bedeutet, dass ein Arzneimittel diese veränderten Bestandteile gezielt angreift und ausschaltet. Diese Medikamente kommen nur für Menschen infrage, deren Tumorzellen solche Veränderungen aufweisen. Typische Beispiele zur Behandlung von schwarzem Hautkrebs sind sogenannte BRAF-Inhibitoren wie Vemurafenib oder Dabrafenib. Manchmal werden diese Arzneimittel auch mit den Wirkstoffen Cobimetinib oder Trametinib kombiniert.
  • Immuntherapie: Bei einer Immuntherapie werden Substanzen eingesetzt, die das Abwehrsystem des Körpers anregen. Genauer gesagt, sollen Abwehrzellen aktiviert werden, die in der Lage sind, veränderte Zellen zu zerstören. Zu diesen Substanzen zählt zum Beispiel Interferon-alpha, ein Botenstoff des Immunsystems. Zur Immuntherapie können auch Antikörper eingesetzt werden, die sich zum Beispiel an körpereigene Abwehrzellen heften und sie so aktivieren, Krebszellen abzutöten. Ipilimumab, Nivolumab und Pembrolizumab sind Vertreter dieser Medikamente, die auch bei schwarzem Hautkrebs zugelassen sind.
  • Chemotherapie: Die Chemotherapie ist eine Behandlung mit sogenannten Zytostatika, die die Tumorzellen schädigen sollen. Beim schwarzen Hautkrebs werden zum Beispiel Zytostatika wie Dacarbazin, Paclitaxel oder platinhaltige Medikamente eingesetzt. Häufig werden die Wirkstoffe miteinander kombiniert. Zytostatika werden bei schwarzem Hautkrebs meist erst eingesetzt, wenn andere medikamentöse Möglichkeiten ausgeschöpft sind.
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