Welche Operationen kommen bei Hämorrhoiden infrage?

Foto von Besuch im Krankenhaus
PantherMedia / Robert Kneschke

Vergrößerte verursachen manchmal so starke Beschwerden, dass eine Behandlung der Symptome allein nicht mehr ausreicht. Dann kommen verschiedene Eingriffe infrage, um das störende Gewebe zu entfernen.

sind gut durchblutete Gefäßpolster am Ausgang des Enddarms, kurz vor dem After. Wenn diese Polster vergrößert sind, können sie unangenehme Beschwerden verursachen. Welcher Eingriff dann geeignet ist, hängt vor allem davon ab, wie sehr die vergrößert und wie stark die Beschwerden sind. Außerdem hat jedes Operationsverfahren seine Vor- und Nachteile. Je nach Art des Eingriffs können unterschiedlich starke Nebenwirkungen auftreten.

Die Verödungstherapie und die sogenannte Gummibandligatur werden in der Regel und ohne durchgeführt. Bei vergrößerten 3. oder 4. Grades raten Ärztinnen und Ärzte häufig zu einer Operation. Dabei ist eine Voll- oder nötig. Man muss außerdem einige Tage im Krankenhaus bleiben und wird danach eine Zeitlang krankgeschrieben.

Verödungstherapie

Gegen  1. oder 2. Grades kommt eine Verödungstherapie (auch „“ oder „Injektionstherapie“ genannt) infrage. Bei dieser wird zunächst ein Proktoskop in den After eingeführt. Ein Proktoskop ist ein kurzes Rohr mit Lichtquelle, mit dem die Ärztin oder der Arzt die Analschleimhaut betrachten kann. Mithilfe des Proktoskops wird dann eine Flüssigkeit mit den Wirkstoffen Chinin, Polidocanol oder Zinkchlorid in den Bereich um die vergrößerten gespritzt. Ziel des Eingriffs ist es, Blutgefäße zu veröden, um die Durchblutung der zu verringern. Dadurch sollen sie schrumpfen. In der Regel sind mehrere Eingriffe notwendig, um alle vergrößerten zu behandeln. Die Behandlungen erfolgen in der Regel im Abstand von wenigen Wochen.

Manche Patientinnen und Patienten haben nach einem Eingriff Blutungen, leichte Schmerzen oder ein Druck- oder Fremdkörpergefühl. Selten kommt es auch zu Schwellungen oder Infektionen. Es kann sich auch ein schmerzhaftes Blutgerinnsel im Bereich des Afters bilden (Analthrombose). Nach zwei bis drei Jahren vergrößern sich bei vielen Menschen die wieder.

Gummibandligatur

Diese Methode kommt vor allem bei 2. Grades infrage. Sie wird aber auch bei kleineren 3. Grades angewendet. Bei der Gummibandligatur (auch Gummiringligatur) führt die Ärztin oder der Arzt zunächst ein Proktoskop in den After ein. Mithilfe dieses Instruments wird dann ein kleiner Gummiring mit einem Durchmesser von wenigen Millimetern über die vorstehenden gestülpt. Der Ring schnürt die Durchblutung ab, sodass das Gewebe nach etwa drei bis fünf Tagen abstirbt. Das abgestorbene Gewebe und der Gummiring werden dann mit dem Stuhl unbemerkt ausgeschieden. Der Eingriff muss meist wiederholt werden, um alle vergrößerten zu behandeln. Auch zwischen diesen Behandlungen liegen wenige Wochen.

Studien zeigen, dass die Gummibandligatur gegenüber anderen Operationsverfahren bei 2. Grades Vorteile hat. Die Patientinnen und Patienten hatten nach dem Eingriff weniger Schmerzen und konnten schneller an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Komplikationen nach dem Eingriff können beispielsweise Schmerzen, Blutungen, Thrombosen oder Abszesse sein. Auch nach einer Gummibandligatur vergrößern sich bei vielen Menschen die erneut.

Entfernung per Operation: die Hämorrhoidektomie

Zur Entfernung (Ektomie) der vergrößerten wird bei diesen Operationen eine Schere, ein Skalpell oder ein Laser eingesetzt. Bei einigen Verfahren bleibt die Operationswunde nach dem Eingriff offen, bei anderen wird sie teilweise oder ganz vernäht. Man spricht daher auch von „offenen“, „halboffenen“ oder „geschlossenen“ Operationstechniken. Ein Vorteil der offenen und halboffenen Techniken sind weniger Komplikationen mit der und weniger Blutergüsse. Ein Nachteil ist, dass eine offene Wunde länger braucht, um abzuheilen.

Unabhängig davon, welches Verfahren gegen eingesetzt wird, haben die meisten Patientinnen und Patienten nach einer Operation Schmerzen im Analbereich. So kann die Entleerung des Darms schmerzhaft sein und das Sitzen Probleme bereiten. Diese Beschwerden können in der Regel mit Schmerzmitteln behandelt werden. Außerdem kann es zu Nachblutungen, Wundinfekten, Abszessen, einer Verengung des Darmausgangs (Analstenose) oder selten auch zu einer Stuhlinkontinenz kommen. Bei einer Stuhlinkontinenz kann man den Stuhlgang nicht mehr willentlich kontrollieren.

Stapler-Operation

Eine neuere Methode ist die Stapler-Operation, die meist bei vergrößerten 3. Grades angewendet wird. „Stapler“ kommt aus dem Englischen und heißt übersetzt „Klammerapparat“. Mit diesem Instrument wird zuerst ein Teil des vergrößerten Hämorrhoidengewebes entfernt. Das verbliebene Gewebe wird danach mit Klammern wieder an die Analschleimhaut angeheftet.

Aktuelle Studien liefern Hinweise, dass Personen, die nach der Stapler-Methode operiert wurden, anschließend weniger Schmerzen hatten als Personen nach einer Hämorrhoidektomie. Sie konnten auch schneller zu ihren normalen Alltagsaktivitäten zurückkehren. Es zeigte sich aber auch ein Nachteil der Stapler-Methode: Nach dem Eingriff vergrößerten sich die schneller wieder und traten dann außerdem häufiger aus dem After aus. Nach einer Stapler-Operation kann also schneller ein erneuter Eingriff nötig sein als nach einer Hämorrhoidektomie. Nebenwirkungen wie Juckreiz oder Blutungen waren nach einer Stapler-Operation nicht seltener als nach anderen Operationen.

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Aktualisiert am 18. Oktober 2017
Nächste geplante Aktualisierung: 2021

Autoren/Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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