Seit dieser Operation geht es mir sehr gut

Foto von Paar nach dem Joggen (Leslie Banks / iStockphoto / Thinkstock) Herbert, 63 Jahre

„Ich habe jahrelang im Schichtdienst gearbeitet, hatte viel Stress und ich glaube, dass ich mir dadurch den Magen kaputt gemacht habe. Ich bekam außerdem Geschwüre am Zwölffingerdarm. Daraufhin habe ich den Arbeitgeber gewechselt, um den Stress nicht mehr zu haben. Ich hatte dann zwar keinen Schichtdienst mehr, dafür aber wiederum anderen Stress.“

Ich hatte oft Bauchschmerzen und immer wieder Sodbrennen. Ich bekam Akupunktur, habe die damals üblichen Rollkuren (Anmerkung der Redaktion: früher übliche Behandlungsmethode, bei der man ein Arzneimittel einnahm und sich dann in kurzen Abständen in die Bauch-, Rücken- und Seitenlage drehte) gemacht und viele verschiedene Medikamente eingenommen.

Dieses Brennen in der Speiseröhre, das war sehr unangenehm. Besonders, wenn die Säure vom Magen aus so hochsteigt. Sie verätzt ja regelrecht die Speiseröhre. Das Sodbrennen war besonders schlimm, wenn ich mich hingelegt habe. Aber manchmal hatte ich es auch im Stehen oder Sitzen. Es kam darauf an, was ich gegessen hatte. Auf bestimmte Sachen habe ich schnell reagiert: Alkohol ging gar nicht oder roher Fisch, wie Hering. Das hat meine Lebensqualität schon stark beeinträchtigt.

Alkohol war für mich passé

Die anderen haben sich da schon gewundert, warum ich nach Feierabend keinen Alkohol getrunken habe. Wenn ich mal Alkohol getrunken hatte, dann konnte ich nicht schlafen. Dann bin ich in der Nacht gewandert und am Morgen musste ich ja wieder arbeiten. Das war schon sehr belastend.

Irgendwann wurde das so schlimm mit dem Reflux, dass ich nur noch im Sitzen schlafen konnte. Wir haben uns dann Betten gekauft, die man hochstellen kann. So konnte ich im Sitzen schlafen, denn die Magensäure konnte dadurch nicht nach oben fließen.

Es wurde dann eine Magenspiegelung durchgeführt. Dabei stellte sich heraus, dass der Schließmechanismus zwischen Magen und Speiseröhre nicht mehr richtig funktionierte und ich eine Refluxkrankheit hatte. Die Ärzte rieten mir im Anschluss daran zu einer Operation, einer sogenannten Fundoplikatio. Das bedeutet, dass der Magen angehoben und ein Teil von ihm um die Speiseröhre vernäht wird. Das war damals noch ein großer Eingriff: Bei mir wurde ein Bauchschnitt gemacht. Heutzutage macht man das eher minimalinvasiv, mit einem sehr kleinen Schnitt. Generell werden wohl heute eher Medikamente gegeben als operiert.

Auf der Fernreise habe ich scharfe Speisen gut vertragen

Kurz nach der Operation haben meine Frau und ich eine Fernreise gemacht. Und das mit dem Essen dort war überhaupt kein Problem! Ich habe scharf und alles das gegessen, auf das ich Appetit hatte. Ohne Folgen. Das war toll, wie ein neues Leben! Seit dieser Operation geht es mir sehr gut, bis heute.

Es ist schon noch so, dass ich es merke, wenn ich mal etwas Falsches esse. Aber dann nehme ich eine Tablette, und es ist auch schnell wieder weg.

Durch den Reflux habe ich auch so einige Dinge in meinem Leben geändert: Was mir beim Essen nicht gut tut, lasse ich weg. Ich schaue sehr viele Gesundheitssendungen, lese viel, bilde mich weiter. Während meiner Berufstätigkeit hatte ich keine Zeit für Sport. Aber heute bin ich im Sportverein, mache ein wenig Kraftsport, um Muskeln aufzubauen, und auch Ausdauertraining. Ich versuche mich generell gesund zu ernähren, mit viel Obst und Gemüse. Als Pensionär habe ich auch mehr Zeit, aber heute achte ich viel mehr auf meine Gesundheit als früher.

 

Danksagung

Erfahrungsberichte fassen Interviews mit Betroffenen zusammen. Alle Gesprächspartnerinnen und -partner haben der Veröffentlichung zugestimmt. Ihnen gilt unser herzlicher Dank.

Die Berichte geben einen Einblick in den persönlichen Umgang und das Leben mit einer Erkrankung. Die Aussagen stellen keine Empfehlung des IQWiG dar.

Hinweis: Um die Anonymität der Interviewten zu wahren, ändern wir ihre Vornamen. Die Fotos zeigen unbeteiligte Personen.