Regelschmerzen: Können entzündungshemmende Schmerzmittel helfen?

Foto von Frau (PantherMedia / Cristi L) Entzündungshemmende Schmerzmittel wie Diclofenac, Ibuprofen und Naproxen können starke Menstruationsschmerzen lindern. Die Medikamente haben gelegentlich Nebenwirkungen wie Verdauungsbeschwerden.

Regelschmerzen oder -krämpfe (Dysmenorrhoe) sind ein weit verbreitetes Problem. Die meisten Mädchen und Frauen haben während ihrer Periode zeitweise mehr oder weniger starke Beschwerden. Manche haben so starke Regelschmerzen, dass sie jeden Monat für ein bis drei Tage außerstande sind, Alltagstätigkeiten zu erledigen, zur Arbeit oder in die Schule zu gehen.

Bei Frauen mit starken Regelschmerzen produziert das Gewebe der Gebärmutter häufig zu viel von dem Botenstoff Prostaglandin. Dies führt zu schmerzhaften Krämpfen im Unterleib, die in den Rücken oder die Oberschenkel ausstrahlen können. Manchmal spielen gutartige Gewebewucherungen wie Myome eine Rolle. Sehr starke Schmerzen können auf eine Endometriose hinweisen, bei der Gebärmutterschleimhaut auch außerhalb der Gebärmutter wächst.

Schmerzmittel blockieren die Prostaglandin-Produktion

Gegen Regelschmerzen werden häufig entzündungshemmende Schmerzmittel eingesetzt, vor allem Diclofenac, Ibuprofen und Naproxen. Diese Mittel gehören zur Gruppe der nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR). Sie hemmen die Produktion von Prostaglandin und sollen dadurch Menstruationskrämpfe und -schmerzen lindern. Viele NSAR sind ohne Rezept in der Apotheke erhältlich.

Wissenschaftlerinnen des internationalen Forschungsnetzwerks Cochrane Collaboration haben nach klinischen Studien zu diesen Medikamenten gesucht, um zu prüfen, ob sie helfen und wie gut sie verträglich sind. Die Wissenschaftlerinnen fanden 80 aussagekräftige Studien mit mehr als 5800 Mädchen und Frauen im Alter von 12 bis 47 Jahren. In diesen Studien wurde die Wirkung der Schmerzmittel mit der eines Scheinmedikaments (Placebo) oder anderer Medikamente verglichen. An den Studien nahmen Frauen mit und ohne Endometriose teil.

Studien zeigen: NSAR können Regelschmerzen lindern

Die Studien zeigen, dass NSAR Regelschmerzen wirksamer lindern können als ein Placebo:

  • Ohne NSAR hatten 82 von 100 Mädchen und Frauen nach einigen Stunden noch starke Schmerzen.
  • Mit NSAR hatten 51 von 100 Mädchen und Frauen nach einigen Stunden noch starke Schmerzen.

Die Schmerzmittel linderten die Beschwerden also bei 31 von 100 Mädchen und Frauen.

Einige Studien verglichen NSAR mit Paracetamol. Sie deuten darauf hin, dass NSAR Regelschmerzen etwas wirksamer lindern können als Paracetamol. Ob bestimmte NSAR wirksamer sind als andere, ist nicht gut untersucht.

Die Studien zeigen außerdem, dass NSAR gelegentlich Nebenwirkungen haben können: So traten bei 2 bis 3 von 100 Mädchen und Frauen Magenbeschwerden, Übelkeit oder Kopfschmerzen und Benommenheit auf.

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