Medikamente zur Raucherentwöhnung

Foto von Tabletten (PantherMedia / Albert Lozano) Medikamente zur Raucherentwöhnung können die Chance auf einen erfolgreichen Rauchstopp etwas erhöhen. Mögliche Nebenwirkungen sind vorübergehende Schlafstörungen und Übelkeit.

In Deutschland sind zwei Medikamente zur Entwöhnung vom Tabakrauch zugelassen: Bupropion (Handelsname Zyban) und Vareniclin (Champix). Sie sind rezeptpflichtig, müssen also von einer Ärztin oder einem Arzt verschrieben werden. Die Kosten für diese Medikamente werden nicht von den Krankenkassen übernommen.

Die Wirksamkeit von Bupropion und Vareniclin wurde in vielen Studien untersucht. Dabei wurde nach 6 bis 12 Monaten überprüft, ob die Teilnehmenden noch oder wieder rauchten.

Bupropion (Zyban)

Bupropion wurde ursprünglich gegen Depressionen entwickelt. Unter dem Handelsnamen Zyban ist es auch zur Raucherentwöhnung zugelassen, da man gemerkt hat, dass es Entzugserscheinungen lindern kann. Das Mittel wird unabhängig von den Mahlzeiten ein- oder zweimal pro Tag als Tablette eingenommen. Eine Tablette enthält 150 mg Bupropion.

Die Behandlung mit Bupropion beginnt bereits vor dem Rauchstopp: Die erste Tablette nimmt man ein bis 2 Wochen vor dem Tag, an dem man mit dem Rauchen aufhört. Die Behandlung wird dann noch für sieben Wochen fortgeführt.

Studienergebnisse

Wissenschaftlergruppen der Cochrane Collaboration und der US-amerikanischen Agency for Healthcare Research and Quality (AHRQ) haben Studien zu diesem Mittel systematisch ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass Bupropion etwa 6 von 100 Personen zum erfolgreichen Rauchstopp verhilft.

 

Grafik: Wie gut Bupropion bei der Raucherentwöhnung hilft - wie im Text beschrieben

 

Eine größere Studie hat zudem untersucht, ob 300 mg Bupropion täglich wirksamer sind als 150 mg. Im Ergebnis zeigte sich kein Unterschied zwischen den beiden Dosierungen.

Mögliche Nebenwirkungen von Bupropion sind Schlafstörungen, Mundtrockenheit und Übelkeit. Bei etwa 12 von 100 Teilnehmenden führte Bupropion zu Schlafstörungen; Mundtrockenheit und Übelkeit sind seltener. Außerdem besteht ein sehr geringes Risiko für schwere Nebenwirkungen wie Krampfanfälle. Solche Probleme traten in Studien bei deutlich weniger als einem von 100 Teilnehmenden auf.

Bupropion kann eine mögliche Gewichtszunahme durch den Rauchstopp etwas begrenzen – aber nur solange das Medikament eingenommen wird. Personen, die es über 6 bis 12 Monate einsetzten, nahmen etwa ein Kilogramm weniger zu als diejenigen, die ein Placebo nahmen. Einige Monate später zeigt sich kein Unterschied mehr.

Die Wissenschaftlergruppe wertete auch Studien zu anderen Antidepressiva und dem pflanzlichen Medikament Johanniskraut aus. Die Ergebnisse zeigten jedoch nicht, dass diese Mittel die Entwöhnung erleichtern.

Vareniclin (Champix)

Ein weiteres Medikament zur Raucherentwöhnung ist Vareniclin (Handelsname Champix). Es wirkt auf zwei Arten: Zum einen dämpft es die Nikotin-Entzugserscheinungen, zum anderen mindert es das Vergnügen am Rauchen.

Auch bei Vareniclin beginnt die Behandlung vor dem Rauchstopp. Die Dosis wird dann schrittweise erhöht; man nimmt

  • in den ersten drei Tagen der Behandlung täglich eine Tablette mit 0,5 mg des Wirkstoffs,
  • an den Tagen 4 bis 7 täglich zwei Tabletten mit 0,5 mg und
  • ab der zweiten Behandlungswoche täglich zwei Tabletten mit 1 mg Wirkstoff. In diese Woche fällt auch der Rauchstopp.

Das Mittel wird morgens und abends mit einem Glas Wasser eingenommen, unabhängig von den Mahlzeiten. Insgesamt dauert die Behandlung mit Vareniclin zwölf Wochen.

Vareniclin kann schläfrig machen und dadurch die Verkehrstüchtigkeit beeinflussen. Daher ist es sinnvoll, mit dem Autofahren oder Bedienen schwerer Maschinen zu warten, bis klar ist, wie man auf das Medikament reagiert.

Studienergebnisse

Nach aktuellem Forschungsstand ist Vareniclin das wirksamste Mittel zur Raucherentwöhnung: Studien zeigen, dass es etwa 12 von 100 Menschen hilft, vom Tabakrauchen loszukommen.

 

Grafik: Wie gut Vareniclin bei der Raucherentwöhnung hilft - wie im Text beschrieben

 

In Studien löste Vareniclin bei etwa 20 von 100 Personen Übelkeit aus. Sie war aber oft nur leicht und verschwand im Laufe der Behandlung wieder. Etwa 5 von 100 Personen hatten mit Schlaflosigkeit und / oder seltsamen Träumen zu tun.

Durch das schrittweise Erhöhen der Dosierung zu Beginn der Behandlung sollen Nebenwirkungen wie Übelkeit vermieden werden. Wer das Mittel trotzdem schlecht verträgt, kann die Dosis auf die Hälfte reduzieren (zweimal 0,5 mg pro Tag). Menschen mit einer fortgeschrittenen Nierenschwäche dürfen nicht mehr als 1 mg pro Tag einnehmen.

Auf das Gewicht hat Vareniclin anscheinend kaum einen Einfluss.

Ist Vareniclin sicher?

Vareniclin stand längere Zeit im Verdacht, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und psychische Probleme wie Stimmungsschwankungen und Gereiztheit zu erhöhen. Umfassende Auswertungen von Studien mit mehr als 10.000 Teilnehmenden ergeben jedoch keine Hinweise dafür.

Die Cochrane-Wissenschaftlergruppe hat alle schweren Nebenwirkungen von Vareniclin zusammenfassend ausgewertet. Danach kam es bei weniger als einer von 100 Personen zu einer ernsthaften Nebenwirkung. Ein geringes Risiko ist dennoch nicht auszuschließen. Für Menschen mit einer psychischen Erkrankung oder Herzproblemen ist es deshalb sinnvoll, auf Verhaltensänderungen oder Symptome wie Brustschmerzen zu achten und gegebenenfalls ärztlichen Rat einzuholen.

Schlagwörter: Krebs, Atemwege, E-Zigarette, F17, Nichtrauchen, Nikotinersatztherapie, Prävention, Psyche und Gemüt, Rauchen, Raucherentwöhnung, Tabakentwöhnung