Leistenbruch bei Kindern

Foto von Vater und Baby (PantherMedia / Graham Oliver) Bei Kindern sind Leistenbrüche meist angeboren. Sie werden immer operiert, da sie sich nicht von selbst zurückbilden und Komplikationen verursachen können.

Während der Schwangerschaft liegen die Hoden eines heranwachsenden Jungen zunächst noch in der Leiste. Sie wandern erst kurz vor oder nach der Geburt durch den Leistenkanal in den Hodensack. Solange der Leistenkanal noch nicht richtig verschlossen ist, kommt es häufiger zu einem Leistenbruch. Dann treten Fettgewebe oder Teile des Darms durch eine Lücke in der Bauchwand. Selten kommt es auch bei Mädchen zu einem Leistenbruch.

Etwa 5 von 100 Neugeborenen haben einen Leistenbruch. Bei Frühgeborenen ist das Risiko höher.

Wie zeigt sich ein Leistenbruch?

In der Leiste ist eine Beule zu sehen, manchmal aber nur, wenn das Kind schreit oder presst. Häufig sind beide Seiten betroffen. Ein Leistenbruch macht meist keine Beschwerden, kann aber manchmal einen ziehenden Schmerz verursachen.

Wenn der Bruchsack nach unten wandert, kann bei Jungen der Hodensack anschwellen und bei Mädchen die Schamlippen. Ärztinnen und Ärzte können den Bruch meist tasten. Zusätzlich kann ein Ultraschall gemacht werden.

Welche Risiken hat ein Leistenbruch?

Es kann sich Bauchgewebe oder ein Teil des Darms in der Bruchlücke einklemmen. Dies führt meist zu plötzlichen Beschwerden. Das Kind ist dann sehr unruhig und schreit mehr. Vielleicht trinkt es weniger und erbricht sich. Wenn sich der eingeklemmte Bruch entzündet, kann das Kind fiebern. Der Bruchsack kann sich rötlich verfärben. Ein eingeklemmter Bruch muss umgehend operiert werden, da er lebensbedrohlich sein kann. Deshalb ist es wichtig, schnell ins Krankenhaus zu fahren oder einen Notarztwagen zu rufen (112).

Wie wird ein Leistenbruch behandelt?

Bei Kindern werden Leistenbrüche immer operiert. Wie dringend eine Operation ist, hängt vom Alter des Kindes und von der Schwere des Leistenbruchs ab. Operiert wird meist in den ersten Wochen bis Monaten nach der Diagnose. Dabei wird auch abgewogen, wie hoch das Risiko eines Eingriffs ist. Denn bei sehr jungen oder frühgeborenen Kindern ist eine Operation risikoreicher.

Meist wird unter Vollnarkose operiert. In der Regel ist nur ein sehr kleiner Hautschnitt nötig. Es kann auch laparoskopisch (minimalinvasiv) operiert werden. Der Bruch wird mit dem eigenen Körpergewebe verschlossen. Ein Netz wird nicht eingesetzt. Manchmal ist der Eingriff ambulant möglich, dann kann das Kind noch am selben Tag wieder nach Hause.