Was macht das Blut?

Blut ist eine für den Körper lebenswichtige Flüssigkeit. Es ist dickflüssiger als Wasser und fühlt sich etwas klebrig an. Die Temperatur des Blutes beträgt etwa 38°C, das ist rund ein Grad mehr als die Körpertemperatur. Die Blutmenge hängt vor allem von der Größe und dem Gewicht eines Menschen ab. Ein circa 70 kg schwerer Mann hat etwa 5 bis 6 Liter Blut in seinem Körper. Das Blut hat drei wichtige Aufgaben:

Transport

Das Blut transportiert Sauerstoff von der Lunge zu den Körperzellen, wo Sauerstoff für den Stoffwechsel gebraucht wird. Das beim Stoffwechsel entstehende Kohlendioxid bringt das Blut zurück zur Lunge, über die es ausgeatmet wird. Außerdem versorgt das Blut die Körperzellen mit Nährstoffen, transportiert und entsorgt Abfallstoffe, die beispielsweise über die Leber, die Nieren oder den Darm ausgeschieden werden.

Regulation

Das Blut hilft, bestimmte Werte des Körpers im Gleichgewicht zu halten. Es sorgt zum Beispiel für die richtige Körpertemperatur. Dies geschieht zum einen über den flüssigen Anteil des Blutes – das . Es kann Wärme aufnehmen oder abgeben. Außerdem hängt die Temperatur davon ab, wie schnell das Blut fließt: Wenn sich die Blutgefäße erweitern, fließt das Blut langsamer und dies begünstigt die Wärmeabgabe. Bei einer niedrigen Umgebungstemperatur können sich die Blutgefäße verengen, so dass möglichst wenig Wärme abgegeben wird. Auch der sogenannte des Blutes wird auf einem für den Körper idealen Wert gehalten. Der sagt etwas darüber aus, wie sauer oder basisch eine Flüssigkeit ist. Ein konstanter ist für die Körperfunktionen sehr wichtig.

Schutz

Hier spielen feste Blutbestandteile wie die sogenannten und einige im gelöste Stoffe eine Rolle. Wird ein Blutgefäß verletzt, klumpen sie nach kurzer Zeit zusammen und sorgen beispielsweise dafür, dass eine Schürfwunde bald zu bluten aufhört. So wird der Körper vor Blutverlusten geschützt. Weiße und bestimmte Botenstoffe spielen zudem eine wichtige Rolle bei der Immunabwehr.

Die einzelnen Bestandteile des Blutes

Das Blut besteht zu etwa 55 % aus und zu rund 45 % aus verschiedenen Blutzellen. ist eine hellgelbe, leicht trübe Flüssigkeit. Es besteht zu über 90 % aus Wasser und zu weniger als 10 % aus gelösten Stoffen. Davon sind die meisten Eiweiße. Außerdem enthält unter anderem , und Nährstoffe wie und Aminosäuren. Die festen Bestandteile des Blutes sind zu über 99 % Zellen, die wegen ihrer roten Farbe rote () heißen. Den Rest machen blasse oder farblose weiße () und () aus.

Grafik: Blutzellen und Blutgefäß

Das Blut besteht aus dem Blutplasma und den Blutzellen

Rote sehen aus wie Scheiben, die in der Mitte eingedellt sind. Sie können sich leicht verformen und so durch enge Blutgefäße „hindurchschlüpfen“. Rote haben im Gegensatz zu vielen anderen Zellen keinen Zellkern. Jedes rote enthält den roten Farbstoff Hämoglobin. An ihn bindet Sauerstoff, der so durch den Körper transportiert werden kann. In winzigen Blutgefäßen in der Lunge nehmen die roten Sauerstoff aus der eingeatmeten Luft auf und bringen ihn mit dem Blutstrom in alle Bereiche des Körpers. Am Ziel angelangt, geben sie den Sauerstoff ab. Die Zellen brauchen Sauerstoff für ihren Stoffwechsel, bei dem als „Abfallprodukt“ Kohlendioxid entsteht. Dieses wird vom und zum Teil auch vom Hämoglobin aufgenommen und so zurück zur Lunge transportiert. Dort gelangt es mit der ausgeatmeten Luft aus dem Körper.

Zusätzlich können die roten Wasserstoff und Stickstoff aufnehmen oder abgeben. Durch die Aufnahme oder Abgabe von Wasserstoff halten sie den des Blutes konstant; durch Abgabe von Stickstoff erweitern sich die Blutgefäße und der Blutdruck sinkt. Rote leben etwa 120 Tage. Sind sie zu alt oder beschädigt, werden sie in , Milz oder Leber abgebaut.

Weiße haben einen Zellkern und enthalten kein Hämoglobin. Es gibt verschiedene Arten von weißen . Man unterscheidet sie danach, wie ihr Zellkern geformt ist und wie das Zellinnere unter dem Mikroskop aussieht. Granulozyten enthalten kleine Körnchen („Granula“) in ihrem Zellinneren. Monozyten und Lymphozyten enthalten zwar auch Körnchen, diese sind aber sehr klein und unter dem Mikroskop nicht zu sehen. Im Blut gibt es wesentlich mehr rote als weiße . Weiße können dafür jedoch auch die Blutbahn verlassen und ins Gewebe wandern.

Die weißen spielen eine wichtige Rolle bei der Immunabwehr. Dabei haben die verschiedenen Blutzellen unterschiedliche Aufgaben: Einige wehren selbst Eindringlinge wie Bakterien, Viren, Parasiten oder Pilze ab und machen sie unschädlich. Andere produzieren Abwehrstoffe, die sich gezielt gegen Fremdstoffe oder Erreger wie Viren richten. Außerdem spielen bei allergischen Reaktionen eine Rolle: Sie sind es, die beispielsweise dafür sorgen, dass einem Menschen mit Hausstauballergie die Nase läuft, wenn er mit Staub in Kontakt kommt. Bestimmte Lymphozyten können zudem Krebszellen abtöten, die irgendwo im Körper entstanden sind. Die meisten weißen leben nur einige Stunden bis Tage. Einige Lymphozyten können aber viele Jahre im Körper bleiben.

sehen ebenfalls wie die roten aus wie kleine Scheiben, haben auch keinen Zellkern, sind aber wesentlich kleiner als rote . Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung: Wird ein Blutgefäß verletzt – etwa durch einen Messerschnitt –, beginnt der Heilungsprozess damit, dass sich innen an die verletzte Gefäßwand setzen. So entsteht rasch ein Blutpfropf, der die Verletzung vorläufig verschließt. Der Körper sorgt gleichzeitig dafür, dass an dieser Stelle feste Fäden aus Eiweiß entstehen, die den Pfropf fest an der Wunde verankern. Thromobozyten leben normalerweise nur 5 bis 9 Tage. Alte werden hauptsächlich in der Milz abgebaut.

Entstehung der Blutzellen

Alle festen Bestandteile des Blutes entstehen aus gemeinsamen Vorläuferzellen, den sogenannten . Bei Erwachsenen werden Blutzellen vor allem im gebildet. Die verschiedenen Blutzellen entwickeln sich über mehrere Zwischenschritte von zu oder . Weiße wie Lymphozyten reifen aber beispielsweise nicht nur im , sondern auch in den Lymphknoten. Wenn die Zellen fertig sind, werden sie in den Blutstrom abgegeben. Dort findet man neben den ausgereiften Zellen auch immer eine geringe Anzahl von Vorläuferzellen.

Bestimmte Botenstoffe regulieren die Produktion der Blutzellen. So fördert beispielsweise das Hormon Erythropoetin, das in der Niere produziert wird, die Herstellung der roten . Sogenannte Cytokine stimulieren wiederum die Produktion weißer .

Menche N. (Hg.) Biologie Anatomie Physiologie. München: Urban & Fischer; 2016.

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Schmidt R, Lang F, Heckmann M. Physiologie des Menschen: mit Pathophysiologie. Berlin: Springer; 2017.

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Aktualisiert am 14. August 2019
Nächste geplante Aktualisierung: 2022

Autoren/Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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