Einleitung

Foto von Mann beim Radfahren (PantherMedia / Stefan Schurr) Ob beim Fahrradfahren, Gärtnern oder Spielen am Strand: Es gibt viele Situationen, in denen man leicht etwas ins Auge bekommen kann. Wenn ein Fremdkörper hineingelangt, kann er die Hornhaut des Auges verletzen. Einen Kratzer auf der Oberfläche der Hornhaut bezeichnet man als Hornhauterosion. Diese Verletzung ist nicht unbedingt sichtbar.

Bei einer Hornhauterosion kann es sich anfühlen, als wäre noch ein Fremdkörper im Auge – auch wenn er bereits entfernt wurde. Hornhautverletzungen heilen für gewöhnlich innerhalb von 2 bis 3 Tagen ab. Da es aber zu Komplikationen kommen kann, ist es im Zweifel besser, ärztlichen Rat einzuholen.

Symptome

Die durchsichtige Hornhaut enthält zahlreiche feine Nervenfasern, die auf Berührungen und Verletzungen empfindlich reagieren. Daher ist es unangenehm, wenn ein Fremdkörper wie ein Sandkorn oder eine kleine Fliege zwischen den Augapfel und das Augenlid gelangt oder unter eine Kontaktlinse gerät: Das Auge schmerzt und beginnt zu tränen. Wenn man sich einen Kratzer auf der Hornhaut zuzieht, fühlt es sich an, als würde etwas im Auge stecken. Andere mögliche Symptome sind Lichtempfindlichkeit und verschwommenes Sehen.

Ursachen

Normalerweise sorgen die Wimpern, Augenlider und Tränen dafür, dass kleine Fremdkörper gar nicht erst ins Auge gelangen oder schnell wieder herausgespült werden. Die feste und elastische Hornhaut schützt den empfindlichen Augapfel vor Verletzungen. Kleinere Verletzungen der Hornhaut kommen aber recht häufig vor, meist wenn etwas unter dem Augenlid oder einer Kontaktlinse hängen bleibt.

Viele Dinge können das Auge verletzen: ein Zweig, der einem beim Waldlauf ins Gesicht weht, der Fingernagel eines Kleinkinds, das unerwartet das Händchen ausstreckt oder eine unglücklich eingesetzte Kontaktlinse. Dass kleine Fremdkörper ins Auge gelangen, ist auch beim Heimwerken und bei vielen beruflichen Tätigkeiten eine Gefahr, etwa bei der Arbeit an einer Fräse oder beim Schweißen.

Verlauf

Oberflächliche Hornhautverletzungen heilen meist innerhalb von ein paar Stunden oder Tagen aus. Wenn nach einigen Wochen oder Monaten erneut Beschwerden auftreten, kann es sich um eine wiederkehrende Hornhautverletzung handeln. Dabei kann die oberflächliche Verletzung nicht heilen, weil die neu gebildeten Zellen nicht richtig anwachsen. Dies kann sich durch Schmerzen nach dem Aufwachen, Lichtempfindlichkeit, tränende Augen, Krämpfe im Augenlid und verschwommene Sicht bemerkbar machen.

Wiederkehrende Hornhautverletzungen sind relativ selten: Leichte Augenverletzungen führen bei weniger als einer von 100 Personen zu einer wiederkehrenden Hornhauterosion.

Diagnose

Wenn die Beschwerden nach einigen Stunden nachlassen und das Auge sich nicht auffällig verändert hat, spricht das für eine leichtere Verletzung wie einen Kratzer auf der Hornhaut. Der Fremdkörper kann jedoch auch tiefer vorgedrungen sein, obwohl das Auge weder blutet noch schmerzt. Folgende Anzeichen können auf eine ernstere Verletzung hinweisen:

  • Etwas sitzt tief unter dem Augenlid fest und kommt nicht heraus.
  • Bei Kontaktlinsenträgern: Das Auge ist rot oder fühlt sich unangenehm an.
  • Das Auge schmerzt stark.
  • Das Auge hat sich sichtbar verändert.
  • Das Auge blutet oder es kommt zu Ausfluss.

Wer eine ernstere Augenverletzung befürchtet, lässt sich am besten in einer Augenarztpraxis untersuchen.

Vorbeugung

Vor vielen berufsbedingten Augenverletzungen schützt das Tragen einer Schutzbrille. An gefährlichen Arbeitsplätzen gibt es in Deutschland und vergleichbaren Ländern Sicherheitsvorschriften zum Schutz der Augen, zum Beispiel beim Schleifen, Fräsen, Schweißen und im Umgang mit ätzenden Flüssigkeiten.

Auch bei Arbeiten zu Hause und im Garten ist es sinnvoll, die Augen zu schützen. Schutzbrillen, die die Augen komplett abschirmen, empfehlen sich insbesondere bei Über-Kopf-Arbeiten, beim Umgang mit Hammer und Meißel sowie bei Schleifarbeiten. Wenn sich kleine Teilchen oder Metallsplitter lösen und mit hoher Geschwindigkeit in die Umgebung geschleudert werden, können sie mit Wucht auf die Hornhaut des Auges treffen und tief ins Auge eindringen.

Umsicht ist außerdem beim Gärtnern wichtig, denn nicht wenige Hornhautverletzungen entstehen zum Beispiel beim Umtopfen von Pflanzen mit spitzen Blättern oder Dornen.

Behandlung

Durch Tränen und Blinzeln versucht das Auge, den Fremdkörper heraus zu spülen. Unterstützend kann man probieren, ihn selbst oder mit fremder Hilfe zu entfernen. Sitzt der Fremdkörper auf dem Unterlid, kann man zum Beispiel versuchen, ihn vorsichtig mit einem frischen Taschentuch aufzunehmen. Es ist wichtig, nicht am Auge zu reiben, auch wenn das der natürliche Reflex ist. Das Reiben könnte die Hornhaut verletzen, vor allem wenn es sich um einen harten, kantigen Fremdkörper handelt. Beim Versuch, den Fremdkörper zu entfernen, sollte daher auch die Hornhaut möglichst nicht berührt werden.

Falls Chemikalien ins Auge gelangt sind, besteht die Erste Hilfe darin, das Auge so gründlich wie möglich mit viel sauberem Wasser auszuspülen.

Wenn es nicht gelingt, einen Fremdkörper selbst zu entfernen, ist augenärztliche Hilfe nötig. Eine Ärztin oder ein Arzt kann das Augenlid mit wenigen Handbewegungen vorsichtig hochklappen und dadurch Fremdkörper oder Rückstände entfernen. Wenn nötig, kann das Auge mit Tropfen örtlich betäubt werden.

Eine oberflächliche Hornhautverletzung kann mit einer Augensalbe behandelt werden. Augensalben können Mittel zur Entspannung der Augenmuskulatur und Antibiotika enthalten. Mittel zur Beruhigung der Augenmuskulatur weiten die Pupille stark. Dadurch wird das Auge vorübergehend lichtempfindlicher und man kann nicht mehr so scharf sehen. Wenn das Auge schmerzt, können Schmerzmittel wie Ibuprofen helfen , sie zu lindern.

Auf Augenverbände wird bei leichten Verletzungen meist verzichtet. Studien geben Hinweise, dass sie die Heilung nicht beschleunigen. Möglicherweise verlangsamen sie sie sogar etwas. Nur auf einem Auge sehen zu können, ist außerdem lästig und birgt ein Risiko für weitere Unfälle: Man braucht beide Augen, um dreidimensional sehen zu können.

Bei Verdacht auf eine schwere Augenverletzung ist es wichtig, so schnell wie möglich zur Augenärztin oder zum Augenarzt zu gehen. In diesem Fall ist es sinnvoll, das Auge vorsichtig zu bedecken und sich in eine Praxis oder ins Krankenhaus bringen zu lassen (möglichst in eine Augenklinik). Das Auge lässt sich zum Beispiel mit der hohlen Hand gut abschirmen. Besonders wichtig ist es dann, das Auge nicht zu berühren, insbesondere nicht am Auge zu reiben – selbst wenn es juckt oder brennt.

Was Studien sagen

Schlagwörter: Auge, Fremdkörper im Auge, H17, H18, Hornhautverletzung, Kind und Familie, Kopf und Nerven, T15