Hepatitis B: Welche Vor- und Nachteile hat eine Früherkennungsuntersuchung?

Foto von schwangerer Frau und Ärztin
PantherMedia / Lev Dolgachov

Durch einen Bluttest lässt sich feststellen, ob sich jemand mit dem Hepatitis-B-Virus infiziert hat. Es ist aber unklar, ob eine bevölkerungsweite Früherkennungsuntersuchung auf B sinnvoll ist.

Eine mit dem Hepatitis-B-Virus kann zu einer der Leber führen. In Deutschland wurden im Jahr 2017 etwa 3600 Hepatitis-B-Virus-Infektionen gemeldet. Aber nicht jeder bemerkt die , weil sie nicht immer Beschwerden verursacht. Ihre Symptome wie zum Beispiel Appetitlosigkeit, Unwohlsein oder Übelkeit können zudem auch bei vielen anderen Erkrankungen auftreten. Sehr selten kommt es zu einem plötzlichen Leberversagen.

Ob sich jemand mit dem Hepatitis-B-Virus angesteckt hat, kann mit einem mehrstufigen Bluttest festgestellt werden. Zunächst wird im Blut nach Bestandteilen des Hepatitis-Virus und Antikörpern gesucht, die der Körper als Reaktion auf die Viren bildet. Je nach Ergebnis folgen weitere Bluttests.

Eine akute heilt meist von allein aus und muss nicht behandelt werden. Bei einigen Menschen bleibt die aber dauerhaft bestehen. Eine chronische B-Infektion kann mit der Zeit zu Leberschäden () und Leberkrebs führen.

Vor- und Nachteile einer Früherkennung unklar

Früherkennungsuntersuchungen (auch genannt) sollen helfen, Erkrankungen so früh zu erkennen, dass ernsthafte Folgen verhindert werden können.

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat untersucht, ob eine Früherkennungsuntersuchung auf B für Erwachsene sinnvoll ist, wenn diese nicht wissen, ob sie bereits mit dem in Kontakt gekommen sind. Es wurde untersucht, ob eine Früherkennung vor Spätfolgen wie und Leberkrebs schützen kann, wenn Menschen mit chronischer B früher erkannt und behandelt werden. Zudem sollte die Frage beantwortet werden, ob eine Früherkennung das Risiko verringern kann, dass Menschen mit chronischer B ihre Partnerin, ihren Partner oder andere Personen anstecken?

Die Wissenschaftlergruppe des IQWiG fand zu diesen Fragen jedoch keine aussagefähigen Studien. Ihr Fazit lautet: Die Vor- und Nachteile einer Früherkennungsuntersuchung auf B bleiben insgesamt unklar.

Wer sich derzeit entscheidet, einen Test auf B machen zu lassen, muss die Kosten möglicherweise selbst tragen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten eines Hepatitis-B-Tests normalerweise nur, wenn jemand ein erhöhtes Infektionsrisiko hat oder wenn es Anzeichen für eine bestehende Leberinfektion gibt, etwa erhöhte Leberwerte. Kostenlos ist der Test auf B hingegen für alle schwangeren Frauen: Er gehört zu den Untersuchungen, die von den gesetzlichen Krankenkassen im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge angeboten werden.

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Screening auf Hepatitis B: Abschlussbericht; Auftrag S16-03. 14.11.2018.

IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Ärzten und anderen Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung.

Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Autoren-Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

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Erstellt am 08. Mai 2019
Nächste geplante Aktualisierung: 2022

Autoren/Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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