Einleitung

Dupilumab (Handelsname Dupixent) ist seit Mai 2019 für Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene mit schwerem Asthma zugelassen. Der Wirkstoff kommt als Zusatzbehandlung infrage, wenn eine Therapie mit inhalativen Kortikosteroiden und mindestens einem weiteren Asthma-Medikament nicht mehr ausreicht, um die Beschwerden zu kontrollieren.

Bei Menschen mit Asthma sind die Atemwege durch eine übersteigerte Abwehrreaktion des Immunsystems dauerhaft entzündet. Wenn die Schleimhäute der Bronchien Kontakt zu bestimmten Reizen haben, können sich die Atemwege verkrampfen und verengen. Beschwerden sind „pfeifender“ Atem, Husten und Atemnot, die mit verschiedenen Medikamenten behandelt werden können.

Dupilumab darf bei Personen mit Asthma Typ-2-Entzündung eingesetzt werden. Bei dieser sehr häufigen Asthmaform sind eosinophile Granulozyten und / oder Stickstoffmonoxid in der Ausatemluft erhöht. Eosinophile Granulozyten sind Zellen des körpereigenen Immunsystems. Beim eosinophilen Asthma ist ihre Zahl im Blut und im Auswurf der Patientinnen und Patienten erhöht. Stickstoffmonoxid entsteht bei einer allergischen Entzündung der Atemwege und kann in der Ausatemluft gemessen werden. Ein erhöhter Wert weist auf eine verstärkte Entzündungsaktivität hin.

Dupilumab ist ein Antikörper gegen zwei Botenstoffe der Immunabwehr und soll Entzündungen in den Bronchien verhindern.

Anwendung

Dupilumab gibt es als Fertigspritze in einer Dosierung von 200 oder 300 mg.

Bei der ersten Anwendung werden mit zwei Spritzen, abhängig von den weiteren Asthma-Medikamenten, insgesamt 400 oder 600 mg des Wirkstoffs unter die Haut gespritzt. Danach wird die Therapie alle 2 Wochen mit einer Spritze (200 oder 300 mg) fortgeführt. Patientinnen und Patienten können sich nach ärztlicher Schulung auch selbst spritzen.

Der Erfolg der Behandlung sollte mindestens einmal im Jahr überprüft werden. Zeigt sich keine Besserung der Beschwerden, wird in der Regel empfohlen, die Therapie zu beenden.

Andere Behandlungen

Je nach Form und Schwere des Asthmas erhalten Patientinnen und Patienten eine individuell angepasste Behandlung. Wenn die Behandlung nicht ausreicht, kann die Dosis erhöht oder mehrere Medikamente können kombiniert werden. Dazu kommen je nach Alter unter anderem Medikamente wie Kortikosteroide, langwirksame Bronchodilatatoren, Omalizumab, Mepolizumab oder Reslizumab infrage.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2019 geprüft, ob Dupilumab für Erwachsene und Jugendliche mit schwerem Asthma im Vergleich zu den individuell angepassten Behandlungen Vor- oder Nachteile hat.

Um diese Frage zu beantworten, legte der Hersteller jedoch keine geeigneten Daten vor.

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse eines Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis des Gutachtens und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Dupilumab (Dupixent).