Einleitung
Clesrovimab (Handelsname Enflonsia) ist seit April 2026 für Kinder im 1. Lebensjahr mit erhöhtem Risiko für eine schwere Infektion der unteren Atemwege mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV)- Virus zugelassen.
Der Wirkstoff soll einer Erkrankung der unteren Atemwege vorbeugen bei:
- Kindern mit bestimmtem angeborenem Herzfehler,
- Kindern mit einer Lungenkrankheit (bronchopulmonale Dysplasie), die wegen dieser im letzten halben Jahr behandelt werden mussten,
- Kindern mit Trisomie 21 und
- Kindern im Alter von bis zu 6 Monaten, die als Frühgeborene bis zur vollendeten 35. Schwangerschaftswoche geboren wurden.
Das RSV verursacht akute Erkrankungen der oberen Atemwege (Nase, Nasennebenhöhlen und Rachenraum) und unteren Atemwege (Kehlkopf, Luftröhre, Bronchien und die Lunge). RSV verbreitet sich vor allem in den Wintermonaten zwischen November und März und wird hauptsächlich über Tröpfchen übertragen. Zunächst erkranken die oberen Atemwege und es treten meist Symptome auf wie starker Husten, Schnupfen und Fieber. Die Behandlung erfolgt symptomatisch und in Abhängigkeit vom individuellen Gesundheitszustand. Die Beschwerden legen sich nach 3 bis 12 Tagen. Der Husten kann allerdings mehr als 4 Wochen andauern.
Im weiteren Verlauf kann eine RSV-Infektion aber gefährlich werden: vor allem bei Frühgeborenen im Alter von bis zu 6 Monaten sowie Säuglingen und Kindern bis 24 Monate mit chronischen Lungenerkrankungen oder schweren Herzerkrankungen. Sie kann dann zu Erkrankungen der unteren Atemwege wie Lungenentzündungen und Sauerstoffmangel führen.
Clesrovimab ist ein Antikörper, der die Vermehrung der Viren im Körper abbremsen und so einen schweren Krankheitsverlauf verhindern soll.