Brustkrebs: Wie Bewegung helfen kann

Foto von Frau beim Walking (PantherMedia / Jan Mika) Sport und Bewegung können während und nach einer Brustkrebs-Behandlung eine ganze Reihe positiver Wirkungen haben, wie etwa die Verbesserung der Fitness und der Lebensqualität.

Für viele Menschen ist körperliche Bewegung nach einer gesundheitlichen Krise wichtig, um wieder gesund zu werden. Sie kann auch dabei helfen, eine Krankheit zu bewältigen und die Nebenwirkungen von Behandlungen zu lindern.

Krebsbehandlungen – wie Operationen, Chemo-, Hormon- oder Strahlentherapien – führen zu körperlichen Belastungen und können auch die Psyche in Mitleidenschaft ziehen. Es können Nebenwirkungen auftreten, die je nach Art und Intensität der Therapie unterschiedlich schwer ausfallen. Eine häufige Nebenwirkung ist auch die sogenannte Fatigue (französisch für Müdigkeit). Der Begriff steht für eine lähmende körperliche und geistige Erschöpfung und Müdigkeit. Fast jeder Mensch erlebt in einer solchen Situation Phasen der Niedergeschlagenheit.

Wie kann Bewegung während und nach einer Behandlung helfen?

Regelmäßige körperliche Bewegung kann Frauen helfen, ihre körperliche Leistungsfähigkeit zu erhalten oder wieder zu verbessern. Ein angepasstes Bewegungsprogramm kann Erschöpfungszustände und Fatigue mildern und zu einem besseren Schlaf beitragen. Dies verbessert das Wohlbefinden und kann eventuell helfen, besser mit Ängsten, Sorgen und Niedergeschlagenheit zurechtzukommen. Studien weisen darauf hin, dass Yoga, aber auch Ausdauersport wie Joggen, Walking oder Radfahren hilfreich sein kann.

Gezielte Übungen unter physiotherapeutischer Anleitung können nach einer Operation auch helfen, die Beweglichkeit und Muskelkraft wieder zu verbessern – etwa wenn sich infolge des Eingriffs der Arm nicht mehr so gut bewegen lässt. Bewegung kann auch Beschwerden durch ein Lymphödem günstig beeinflussen.

In mehreren Studien wurde untersucht, wie sich körperliche Aktivität nach einer abgeschlossenen Krebsbehandlung längerfristig auswirkt. Die Ergebnisse zeigen, dass körperlich Aktive nach der Behandlung von einer höheren Lebensqualität berichten. Bewegung kann möglicherweise den Umgang mit der Erkrankung erleichtern. So nehmen Frauen ihren Körper wieder positiver wahr. 

Wie viel muss man sich bewegen, um davon zu profitieren?

Eine Kombination von Konditions- und Muskeltraining, mindestens dreimal in der Woche für jeweils 30 bis 45 Minuten, kann Fatigue lindern und das Wohlbefinden verbessern. Bei Frauen, die eine Chemotherapie erhalten, ist ein dosiertes Programm an drei Wochentagen wirksamer als ein intensiveres Bewegungsprogramm. Welche Bewegungsart und welche Trainingsintensität für welche Patientinnen am hilfreichsten sind, muss aber noch besser erforscht werden.

Generell ist es wichtig, keine Angst vor Bewegung zu entwickeln, aber die körperliche Aktivität an die jeweilige Situation anzupassen. Gerade am Anfang können dabei beispielsweise Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten helfen. In Phasen, in denen man körperlich schwächer ist – zum Beispiel nach einer Operation oder während einer Chemotherapie – sind bestimmte Aktivitäten nicht möglich oder angebracht.

Kann ein Training Nebenwirkungen haben?

Grundsätzlich können sportliche Aktivitäten natürlich zu Verletzungen führen, wie etwa Zerrungen. Sofort nach einer Operation Bewegungsübungen für den Arm zu machen, kann die Wundheilung etwas verlangsamen. In bestimmten Krankheitsphasen kann zu viel Bewegung schädlich sein, zum Beispiel bei Blutarmut oder Infektionen. In den Studien zu gezielten Bewegungsprogrammen, die von Fachleuten begleitet werden, traten nur wenige Verletzungen oder andere Nebenwirkungen auf.

Manchen Frauen fällt es schwer, sich zu bewegen oder sie finden es deprimierend, wenn sie keine Fortschritte sehen. Eine Möglichkeit ist dann, eine Pause zu machen. Vielleicht kommt nach einiger Zeit wieder Lust auf mehr Bewegung auf. Wichtig ist, dass man sich bei dem, was man tut, gut fühlt.

Bewegung und Lymphödeme

Als Folge einer Brustkrebsoperation kann ein Lymphödem auftreten. Dabei schwillt meist der Arm an, weil sich Lymphflüssigkeit darin staut. Dies kann zu Beschwerden wie Schmerzen und Spannungsgefühlen führen. Früher riet man eher dazu, sich nach einer Brustkrebs-Operation zu schonen. Man vermutete, dass Bewegung das Risiko für die Entstehung von Lymphödemen erhöht. Mittlerweile zeigen Untersuchungen, dass dies nicht der Fall ist.

Wo finde ich Angebote?

Im Rahmen der Krebsnachsorge gibt es die Möglichkeit, an speziellen Sportangeboten teilzunehmen. Die Teilnahme kann als Rehabilitationssport ärztlich verordnet und dann von den Krankenkassen bezahlt werden. Krebsberatungsstellen und Selbsthilfe-Organisationen vor Ort informieren über geeignete Angebote. Auch Krebssportgruppen bieten sportliche wie Freizeitaktivitäten speziell für Menschen nach einer Krebsbehandlung. Sportliche und soziale Aktivitäten miteinander zu verbinden, kann körperlich wie emotional unterstützen.

Weiterführende Informationen gibt es unter anderem beim Krebsinformationsdienst.

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