Umgang mit häufigen Problemen bei der CPAP-Atemtherapie
Die CPAP-Therapie kann die Atmung in der Nacht verbessern und die Beschwerden einer obstruktiven Schlafapnoe deutlich lindern. CPAP steht für „continuous positive airway pressure“ (Kontinuierlicher Atemwegsüberdruck). Bei dieser Behandlungsform tragen die Betroffenen während des Schlafes eine Maske, die nur die Nase umschließt. Es gibt aber auch Masken, die Mund und Nase umschließen. Über einen Schlauch vom Gerät zur Maske wird während des Schlafes mit einem leichten Überdruck Raumluft in die Atemwege gepumpt. Die einströmende Luft verhindert, dass die erschlaffte Atmungsmuskulatur in sich zusammenfällt und es zu Atemaussetzern kommt.
Im Folgenden möchten wir einige praktische Hinweise geben, die den Umgang mit typischen Problemen erleichtern können:
- Die Maske sitzt nicht gut: Masken gibt es in verschiedenen Größen. Wer das Gefühl hat, dass die Maske nicht gut sitzt, kann den Versorger aufsuchen und eine andere Maskengröße ausprobieren. Es gibt auch unterschiedliche Arten von Masken: Manche umfassen Mund und Nase, andere nur die Nase. Es gibt auch Nasenpolster, bei denen zwei Endstücke aus weichem Kunststoff direkt in die Nasenlöcher eingeführt werden. Jede dieser Masken hat Vor- und Nachteile. So können Masken, die Mund und Nase umfassen, vor allem in der Eingewöhnungszeit zu einem Enge- oder Angstgefühl führen; dafür wirken sie besser gegen die Atemaussetzer und sind auch stabiler. Nasenpolster wiederum sind weniger einengend; jedoch sitzen sie nicht so gut, wenn man sich im Schlaf bewegt. Es lohnt sich auch, das Maskenband zu überprüfen, da es unterschiedliche Sorten gibt.
- Es fällt schwer, sich an die Maske zu gewöhnen: Auch wenn man die passende Größe oder den passenden Maskentyp gefunden hat, kann es schwer fallen, die Maske regelmäßig zu tragen. Eine Möglichkeit ist dann, die Maske auch tagsüber, etwa beim Fernsehen oder Lesen, für 10 bis 30 Minuten zu tragen. Die Gewöhnung am Tage erleichtert möglicherweise die nächtliche Anwendung. Es kann auch helfen, die Dauer der CPAP-Anwendung schrittweise zu steigern. Wichtig ist, bei Schwierigkeiten frühzeitig fachliche Unterstützung in Anspruch zu nehmen.
- Die Maske ist undicht: Eine undichte Maske verändert den Luftdruck und verringert damit die Wirksamkeit der Atemtherapie. Entweichende Luft kann zudem die Augen austrocknen. Oft ist die Maske undicht, weil sie nicht gut sitzt oder das Maskenband nicht gut eingestellt ist. Dies können Sie überprüfen, indem Sie den Sitz und den Druck der Maske verändern. Wenn das nicht hilft oder Sie sich unsicher sind, ob die Maske defekt ist, ist es sinnvoll, mit den Fachkräften zu sprechen, die Ihnen das Gerät samt Zubehör geliefert und die Handhabung erklärt haben. Auch hier kann es sich lohnen, eine andere Größe oder einen anderen Maskentypen auszuprobieren. Möglicherweise ist die Maske auch zu alt und der weiche Silikon- oder Gel-Einsatz schon hart geworden. Die Lebensdauer einer Maske beträgt im Durchschnitt ein bis zwei Jahre.
- Die Maske wird im Schlaf unbewusst abgesetzt: Hin und wieder die Maske unbewusst abzusetzen, ist normal. Wenn dies jedoch häufig passiert und die Behandlung dadurch oft unterbrochen wird, könnte ein Wechsel des Maskentyps helfen.
- Das Geräusch des Geräts stört den Schlaf: Viele der neueren CPAP-Geräte sind sehr leise. Lautere Geräusche können entstehen, wenn der Luftfilter blockiert oder das Gerät defekt ist. Dann ist es sinnvoll, das Gerät von einer Fachkraft überprüfen zu lassen. Das störende Geräusch kommt heute vor allem vom Maskenventil. Man kann versuchen, derart störende Geräusche durch Ohrenstöpsel zu dämpfen oder auf eine Maske mit leiserem Ventil zu wechseln.
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Weitere Probleme, die bei einer CPAP-Beatmung auftauchen können, sind beispielsweise:
- Die Nase ist trocken und verstopft: An modernen CPAP-Geräten lässt sich ein Luftbefeuchter anbringen. Feuchte Luft wirkt der Austrocknung der Nasen- und Rachenschleimhaut entgegen. Die Luftfeuchtigkeit lässt sich durch Änderung der Wassertemperatur unterschiedlich stark einstellen. Reicht die Befeuchtung nicht aus, dann kann der Atmungsschlauch, der die Luft zur Maske führt, noch isoliert werden. Dafür gibt es sogenannte Schlauchwärmer. Einige Geräte sind auch mit einem beheizbaren Schlauch ausgestattet. Außerdem gibt es auch befeuchtende Salben und Sprays für die Nasenschleimhäute, die frei verkäuflich sind.
- Der Mund ist trocken: Die Ärztin oder der Arzt sollte kontrollieren, dass der Druck nicht zu niedrig oder zu hoch ist. Eine Anpassung des Drucks kann eventuell ermöglichen, dass Sie nachts nicht durch den Mund atmen. Wenn Sie eine Maske benutzen, die nur die Nase umschließt, ist eine Möglichkeit, auf eine Maske zu wechseln, die Mund und Nase umfasst. Auch die Kombination mit dem Luftbefeuchter kann hilfreich sein. Außerdem gibt es sogenannte Kinnbänder, die den Mund im Schlaf geschlossen halten und so eine Austrocknung eventuell verhindern können.
- Es fällt schwer, einzuschlafen: Menschen, denen es schwer fällt einzuschlafen, profitieren möglicherweise von einer allgemeinen „Schlafhygiene“: Damit ist zum Beispiel gemeint, vor dem Schlafengehen auf Alkohol, Kaffee und schwere Mahlzeiten zu verzichten und für einen ruhigen, dunklen Schlafplatz zu sorgen. Es kann auch helfen, den Mittagsschlaf ausfallen zu lassen, wenn man abends schlecht einschläft. Möglicherweise fällt es auch leichter, mit der Maske einzuschlafen, wenn man sich zunächst tagsüber an sie gewöhnt hat. Mehr Tipps zum Umgang mit Schlafstörungen finden Sie hier.
Die Maske oder das Gerät wechseln kann helfen
Man kann nicht nur die Maske, sondern auch das CPAP-Gerät wechseln. Manche Menschen steigen auf ein Gerät mit einer anderen Arbeitsweise um, beispielsweise von einem CPAP auf ein Auto-CPAP: Ein Auto-CPAP passt die Höhe des Luftdrucks an die Atmung an. Beim normalen CPAP bleibt dagegen der Luftdruck immer gleich. Manche Menschen finden einen variierenden Luftdruck angenehmer als einen gleichbleibenden. Es ist aber auch der Wechsel auf eine sogenannte BiPAP-Atemtherapie möglich (Biphasic Positive Airway Pressure): Diese Geräte erzeugen bei der Ausatmung einen geringeren Druck als bei der Einatmung.
Weitere Informationen zur obstruktiven Schlafapnoe und ihrer Behandlung finden Sie in unserem Spezial.
Weitere Beratungs- und Hilfsangebote
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Autor: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
Nächste geplante Aktualisierung: September 2014. Mehr darüber, wie unsere Gesundheitsinformationen aktualisiert werden, erfahren Sie hier.
- Letzte Aktualisierung: 11. November 2011 11:55
- Erstellt am: 01. September 2011 10:15
- Historie: Liste anzeigen
- Quellen:
American Sleep Apnea Association (ASAA). When things go wrong with CPAP. Mai 2005. [Volltext]
Chai CL, Pathinathan A, Smith BJ. Continuous positive airway pressure delivery interfaces for obstructive sleep apnoea. Cochrane Database of Systematic Reviews: Version 2011, Issue 4. CD005308. [Cochrane-Zusammenfassung]
Giles TL, Lasserson TJ, Smith B, White J et al. Continuous positive airways pressure for obstructive sleep apnoea in adults. Cochrane Database of Systematic Reviews: Version 2006, Issue 3. CD001106. [Cochrane-Zusammenfassung]
Smith I, Lasserson TJ. Pressure modification for improving usage of continuous positive airway pressure machines in adults with obstructive sleep apnoea. Cochrane Database of Systematic Reviews: Version 2009, Issue 4. CD003531. [Cochrane-Zusammenfassung]
Smith I, Nadig V, Lasserson TJ. Educational, supportive and behavioural interventions to improve usage of continuous positive airway pressure machines for adults with obstructive sleep apnoea. Cochrane Database of Systematic Reviews: Version 2009, Issue 3. CD007736. [Cochrane-Zusammenfassung]
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