Wie wird ein AV-Block behandelt?

Foto von Blutdruckmessung (PantherMedia / Andriy Popov) Wenn ein AV-Block den Herzschlag so verlangsamt, dass es zu Beschwerden kommt, ist in der Regel ein Herzschrittmacher nötig. Das Gerät sorgt dafür, dass das Herz wieder schnell genug schlägt.

Bei einem AV-Block werden die elektrischen Impulse aus den Vorhöfen nicht normal in die Herzkammern weitergeleitet. Bei einem leichten AV-Block ist die Übertragung nur verzögert, was häufig keine Beschwerden verursacht. Wenn die Impulse aber gar nicht mehr zu den Herzkammern gelangen, kann das Herz nur noch sehr langsam schlagen oder sogar vorübergehend ganz aussetzen. Typische Beschwerden sind dann Ohnmachtsanfälle, Schwindel, Luftnot und Schwäche.

Die Behandlung eines AV-Blocks hängt von der Ursache und vom Schweregrad ab. Wird die Ursache erfolgreich behandelt, kann ein AV-Block manchmal wieder ganz verschwinden – zum Beispiel, wenn er als Nebenwirkung eines Medikaments aufgetreten ist.

Muss ein AV-Block immer behandelt werden?

Nein. Manche Menschen haben einen leichten AV-Block, den sie gar nicht bemerken. Er tritt zum Beispiel bei Sportlerinnen und Sportlern auf, wenn sie sich ausruhen oder schlafen. Im Gegensatz zu einem krankhaften AV-Block verschwindet diese Veränderung der Reizleitung, sobald sie sich wieder anstrengen und ihr Herz schneller schlägt. Eine Behandlung ist dann nicht nötig.

Was ist ein Herzschrittmacher?

Ein Herzschrittmacher ist ein Gerät, das elektrische Impulse abgibt. Wenn der eigene Impuls des Herzens ausbleibt, setzt der Schrittmacher ein und regt den Herzmuskel an, sich regelmäßig zusammenzuziehen – damit gibt das Gerät den Takt für den Herzschlag vor. Es wird in einem kleinen Eingriff – meist nur mit örtlicher Betäubung – unterhalb des Schlüsselbeins unter die Haut oder den großen Brustmuskel geschoben. Von dort leitet es die elektrischen Reize über feine Drähte (Elektroden) ins Herz.

 

Grafik: Herzschrittmacher mit Elektroden im rechten HerzenHerzschrittmacher mit Elektroden im rechten Herzen

Bei manchen Menschen kann ein Herzschrittmacher auch kabellos direkt in das Herz eingepflanzt werden.

Wenn es im Notfall schnell gehen muss, werden meist externe Schrittmacher verwendet. Sie sind größer und schwerer als die Schrittmacher, die in den Körper eingesetzt werden. Solche Geräte können nur vorübergehend helfen. Sie schränken die Beweglichkeit ein und sind keine Dauerlösung.

Am häufigsten sind Geräte, deren Elektroden von außen über eine Vene bis ins Herz eingeführt werden. Die Stromimpulse, die sie abgeben, verursachen keine Beschwerden. Bei anderen externen Herzschrittmachern werden die Elektroden auf die Haut aufgesetzt oder über die Speiseröhre in die Nähe des Herzens geschoben. Ihre Stromimpulse sind unangenehm.

Wann ist ein Herzschrittmacher nötig?

Ein Herzschrittmacher wird normalerweise empfohlen, wenn ein AV-Block zu dauerhaften Beschwerden führt oder das Herz aus anderen Gründen vorübergehend auszusetzen droht. Etwa wenn der Sinusknoten erkrankt ist und nicht mehr richtig funktioniert.

Bei einem schweren AV-Block (Grad 3) kann ein Herzschrittmacher aber auch dann sinnvoll sein, wenn keine Beschwerden spürbar sind. Das gleiche gilt für eine bestimmte Form des AV-Blocks Grad 2, den sogenannten „Mobitz-Typ“.

Ein Herzschrittmacher wird in der Regel bei Herzrhythmusstörungen eingesetzt, die zu einem verlangsamten Herzschlag (Bradykardie) führen. Auch manche Menschen mit einer Herzschwäche bekommen einen Herzschrittmacher.

Welche Risiken hat eine Behandlung mit einem Herzschrittmacher?

Komplikationen sind bei einer Herzschrittmacher-Therapie selten. Wie bei jedem Eingriff kann es beim Einsetzen des Geräts zum Beispiel zu Infektionen, Wundheilungsstörungen oder Blutungen durch Verletzungen von Blutgefäßen, der Lunge oder der Herzwand kommen.

Später besteht ein geringes Risiko, dass die Elektroden im Laufe der Zeit verrutschen oder beschädigt werden. Fehlfunktionen oder ein sogenanntes Schrittmachersyndrom mit Herzklopfen, Schwindel oder Luftnot sind ebenfalls selten. Dazu kann es kommen, wenn das Zusammenspiel der Vorhöfe und Herzkammern nicht optimal abgestimmt ist.

Können auch Medikamente helfen?

Eine medikamentöse Behandlung des AV-Blocks ist nur im Notfall sinnvoll. Die Notärztin oder der Notarzt spritzt dann zum Beispiel die Wirkstoffe Atropin oder Orciprenalin, um die Herzfrequenz kurzfristig zu steigern.