Wie werden Feigwarzen (Genitalwarzen) behandelt?

Foto von Mann im Wartezimmer

Feigwarzen an Penis, Scheide und After lassen sich mit verschiedenen Methoden bekämpfen. Dazu gehören Cremes und Salben zum Auftragen oder ein chirurgischer Eingriff, bei dem die Feigwarzen entfernt oder verödet werden.

Feigwarzen – auch Genitalwarzen oder anogenitale genannt – zählen zu den häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen. Sie werden von Humanen Papillomviren (HPV) hervorgerufen und sind ungefährlich. Feigwarzen sind jedoch vielen Menschen unangenehm und können das Sexleben und die Lebensqualität einschränken. Zudem sind sie sehr ansteckend.

Um die Feigwarzen wieder loszuwerden, ist eine äußerliche Behandlung oder ein kleiner Eingriff möglich. Am besten lässt man sich ärztlich dazu beraten, welche Verfahren sich eignen.

Nicht immer verschwinden die nach der dauerhaft. Eine ärztliche Kontrolle ist deshalb ratsam, um ein Wiederkehren der frühzeitig festzustellen und sie gegebenenfalls mit einem anderen Verfahren zu behandeln.

Welche Mittel zum Selbstauftragen gibt es?

Zum Selbstauftragen gibt es Cremes, Lösungen oder Salben. Sie werden äußerlich angewendet – also nicht in der Scheide oder im Enddarm – und enthalten die Wirkstoffe Podophyllotoxin, Imiquimod oder einen aus Grüntee. Für alle Mittel ist ein Rezept nötig. Podophyllotoxin-Präparate sind als 0,5-prozentige Lösung und 0,15-prozentige Creme zur Behandlung von Feigwarzen zugelassen. Imiquimod steht als 5-prozentige Creme, Grüntee-Extrakt als 10-prozentige Salbe zur Verfügung.

Manche Mittel werden nur an einigen Tagen pro Woche aufgetragen, andere mehrmals täglich. Die Behandlung dauert so lange, bis die verschwinden. Sind sie nach vier Monaten aber immer noch da, wird empfohlen, diese zu beenden und auf ein anderes Verfahren zurückzugreifen.

Die mit Salben, Cremes und Lotionen gilt als gut verträglich. Als Nebenwirkung kann die behandelte Hautstelle jucken, sich röten, sich entzünden oder wund werden.

Welche Eingriffe sind möglich?

Wegschneiden der Warzen (Exzision)

Ein gängiges Verfahren ist, Feigwarzen chirurgisch zu entfernen: Das Warzengewebe wird mit einem Skalpell oder einer Schere abgeschnitten oder mit einer sogenannten Kürette abgeschabt. Diese Methode eignet sich vor allem bei wenigen und / oder gestielten . Letztere sind nur mit einem dünnen Stiel mit der Haut verbunden. Die Wunde wird nicht vernäht. In der Regel reicht eine örtliche Betäubung aus.

Seltene Nebenwirkungen einer Exzision können Blutungen, Wundinfektionen, Narbenbildung oder die Verletzung von gesundem Gewebe sein.

Entfernung mit elektrischem Strom

Ärztinnen und Ärzte können Feigwarzen auch mithilfe spezieller Instrumente behandeln, die elektrischen Strom nutzen. Durch den Strom werden die wie mit einem Skalpell abgetrennt oder verödet. Wie bei der Exzision reicht in der Regel eine lokale Betäubung aus und ein Vernähen ist nicht nötig.

Vor allem bei im Enddarm wird ein spezielles Verfahren angewendet, die sogenannte Argon-Plasma-Koagulation. Dabei wird elektrische Energie genutzt, um das Warzengewebe zu verdampfen. Die nötigen Instrumente werden per in den Darm eingeführt. Für diesen Eingriff ist in der Regel eine nötig.

Warzenentfernung mit Laser, Kälte oder Säure

  • Bei der Behandlung mit Lasergeräten, zum Beispiel einem sogenannten CO2-Laser, wird das Warzengewebe gezielt erhitzt.
  • Bei der mit Kälte (sogenannte Kryotherapie) wird die Warze eingefroren. Dazu tragen Ärztinnen und Ärzte meist wiederholt flüssigen Stickstoff auf die betroffene Stelle auf.
  • Alternativ können sie in mehreren Terminen Trichloressigsäure (TCA) auf die Warze tupfen, um sie zu entfernen.

Das Warzengewebe stirbt bei allen drei Verfahren ab. Es entsteht eine kleine Wunde, die verkrustet und in der Regel folgenlos abheilt.

Nebenwirkungen sind selten und entstehen, wenn versehentlich gesunde Haut geschädigt wird. Es kann eine Narbe zurückbleiben.

Wie entscheiden?

Insgesamt fehlen gut gemachte Studien, um eindeutig sagen zu können, welche Methode am wirksamsten ist. Man kann sich bei Fachärztinnen und -ärzten für Haut- und Geschlechtskrankheiten, Gynäkologie oder Urologie informieren und beraten lassen und dann gemeinsam für ein Verfahren entscheiden, das zum Befund und in den eigenen Alltag passt. Wer einen Eingriff vermeiden möchte, kann etwa zunächst eine Behandlung mit einer Podophyllotoxin-Lösung ausprobieren – vor allem wenn es nur um wenige, einzeln stehende geht. Wem es wiederum schwerfällt, über Wochen eine Creme oder Lösung konsequent selbst aufzutragen, kann sich zu den anderen Verfahren beraten lassen.

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Erstellt am 20. April 2022
Nächste geplante Aktualisierung: 2025

Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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