Wenn Kopfschmerzen keine bestimmte Ursache haben, wie zum Beispiel eine Erkrankung oder einen Unfall, werden sie als primäre Kopfschmerzen bezeichnet. Die häufigsten Arten von primären Kopfschmerzen sind Spannungskopfschmerzen, Migräne und Cluster-Kopfschmerzen. Sind die Kopfschmerzen die Folge einer Erkrankung oder Verletzung, spricht man von sekundären Kopfschmerzen. Im Folgenden geht es nur um primäre Kopfschmerzen.
Spannungskopfschmerzen, Migräne und Cluster-Kopfschmerzen treten typischerweise an unterschiedlichen Stellen auf:
Spannungskopfschmerzen
Spannungskopfschmerzen hat fast jeder Mensch irgendwann im Leben. Typisch für diese Schmerzen ist:
- Sie machen sich auf beiden Kopfseiten bemerkbar.
- Sie fühlen sich drückend, dumpf oder beengend, aber nicht pulsierend an.
- Es sind leichte bis mittelstarke Schmerzen.
- Sie dauern meist zwischen einer halben Stunde und sieben Tagen an.
- Sie verursachen keine Übelkeit.
- Die Beschwerden werden durch alltägliche körperliche Aktivitäten wie Gehen oder Treppensteigen nicht stärker.
Bei Spannungskopfschmerzen kann man empfindlich auf Licht oder Geräusche reagieren.
Migräne
Viele Erwachsene, aber auch Kinder haben mit Migräne-Kopfschmerzen zu tun. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.
Migräne-Schmerzen sind deutlich stärker als Spannungskopfschmerzen. Deshalb schränken sie auch mehr ein. Typisch für eine Migräne ist:
- Die Kopfschmerzen sind mittelstark bis stark.
- Sie werden als pulsierend, hämmernd oder pochend empfunden.
- Es sind meist halbseitige Schmerzen, wobei die Seite wechseln kann. Die Schmerzen können aber auch den gesamten Kopf betreffen oder sich vom Hinterkopf ausbreiten.
- Schmerzattacken dauern mindestens 4 Stunden und bis zu 3 Tagen an.
- Sie gehen häufig mit Übelkeit und zum Teil mit Erbrechen einher.
- Die Kopfschmerzen werden von Licht-, Geräusch- und / oder Geruchsempfindlichkeit begleitet.
- Die Beschwerden verstärken sich durch körperliche Aktivität.
Kopfschmerzen werden als Migräne eingestuft, wenn mindestens fünf Schmerzattacken mit den typischen Beschwerden aufgetreten sind.
Bei Kindern sind die Schmerzattacken kürzer. Außerdem kann sich Migräne bei Kindern weniger typisch äußern.
Vor einer Migräne können Sehstörungen wie Flimmersehen, Wortfindungs- und Sprachstörungen, Missempfindungen der Haut (zum Beispiel Kribbeln an Armen oder Beinen) oder Schwindel auftreten. Dies wird als Aura bezeichnet. Eine Aura beginnt innerhalb von Minuten und klingt meist innerhalb einer Stunde ab.
Wer einen Migräneanfall hat, zieht sich häufig in einen ruhigen und abgedunkelten Raum zurück, weil Licht, Geräusche und Bewegung die Beschwerden verstärken.
Cluster-Kopfschmerzen
Cluster-Kopfschmerzen sind die stärksten primären Kopfschmerzen. Sie treten phasenweise gehäuft auf. Solche Phasen, auch Episoden genannt, halten meist einige Wochen an. Während einer Episode kommt es meist täglich zu Kopfschmerz-Attacken. Weil sich die Beschwerden in einer bestimmten Zeit häufen, spricht man auch von Cluster-Kopfschmerzen – das kommt von dem englischen Begriff „cluster“, der unter anderem „Häufung“ bedeutet.
Bei Cluster-Kopfschmerzen schmerzt immer nur eine Kopfseite im Bereich der Schläfe und um das Auge herum. In der Regel ist immer dieselbe Seite betroffen, manchmal wechselt die Seite von einer Episode zur nächsten.
Typisch für Cluster-Kopfschmerzen ist außerdem:
- Die Schmerzen sind sehr stark.
- Sie werden als brennend, stechend oder bohrend empfunden.
- Sie dauern zwischen 15 Minuten und 3 Stunden an.
- Während einer Episode treten die Schmerzen bei manchen Menschen mehrmals täglich auf oder immer wieder zu den gleichen Uhrzeiten, meist in den frühen Morgenstunden.
- Die Kopfschmerzen werden von Beschwerden wie verstopfter oder laufender Nase, Schwitzen auf der Stirn, einem leicht hängenden Augenlid und einem roten oder tränenden Auge begleitet.
Cluster-Kopfschmerzen werden durch Bewegung manchmal etwas erträglicher. Deshalb sind Betroffene – anders als bei einer Migräne – während einer Attacke eher unruhig und gehen zum Beispiel auf und ab. Cluster-Kopfschmerzen sind sehr viel seltener als Spannungskopfschmerzen und Migräne. Es ist der einzige primäre Kopfschmerz, von dem Männer häufiger betroffen sind als Frauen.
Schmerzstärke und Dauer im Überblick
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