Wie kann eine Sehnenscheidenentzündung behandelt werden?

Foto von jungem Mann mit Smartphone
PantherMedia / Goodluz

Schmerzhafte Sehnenscheidenentzündungen sind vor allem an Händen und Füßen häufig. Die Schmerzen verschwinden meist, wenn man den entzündeten Bereich einige Zeit schont. Bleiben die Beschwerden bestehen, können , Spritzen oder – wenn dadurch die nicht abklingt – ein operativer Eingriff helfen.

Sehnen und Sehnenscheiden zum Beispiel an der Hand können durch ständig wiederholte Bewegungen oder Belastungen der Finger und des Handgelenks so stark beansprucht werden, dass sie sich entzünden – etwa durch Tippen am Computer oder am Smartphone. Sie können dabei auch anschwellen, so dass die Finger weniger beweglich sind. Ähnliches kann auch am Sprunggelenk passieren, wenn es überlastet wird – zum Beispiel durch langes Gehen ohne vorheriges Training.

Oft reicht eine konservative Behandlung mit Ruhigstellung, Schmerzmitteln und , um eine Sehnenscheidenentzündung wieder abklingen zu lassen. Wenn die berufliche Tätigkeit die Sehnenscheidenentzündung verursacht hat, können auch Anpassungen am Arbeitsplatz sinnvoll sind, etwa eine ergonomisch geformte Maus für den Computer. Wer sich fragt, ob Anpassungen hilfreich sein könnten, kann sich beraten lassen – etwa von einer Ergotherapeutin oder einem Ergotherapeuten oder einer Arbeitsmedizinerin oder einem Arbeitsmediziner.

Welche konservativen Maßnahmen können helfen?

Ruhigstellen und Schmerzen lindern

Wichtig ist, den betroffenen Bereich zu schonen und vor allem die Bewegungen zu vermeiden, die zu der geführt haben. Dazu kann gegebenenfalls eine Krankschreibung notwendig sein. Falls sich eine Bewegung nicht ganz vermeiden lässt, kann man versuchen, sie seltener auszuführen und mit weniger Kraft. Ein Gips, ein fester Bindenverband oder spezielle orthopädische Schienen können zusätzlich helfen, zum Beispiel den Daumen oder das Handgelenk ruhigzustellen.

Vor allem wenn die Beschwerden auch in Ruhe spürbar sind, können entzündungshemmende Schmerzmittel wie nicht steroidale Antirheumatika () eingenommen oder auf die Haut aufgetragen werden. Die Medikamente wirken schmerzlindernd, entzündungshemmend und abschwellend. Vielen Menschen hilft es, den entzündeten Bereich zu kühlen, manchmal wird aber auch mit Wärme behandelt. Man kann selbst ausprobieren, ob einem Kälte oder Wärme hilft.

Physiotherapie und Massagen

Schonung ist zwar wichtig, Bewegung bei Sehnenscheidenentzündungen aber nicht verboten: Wenn zum Beispiel die Beweglichkeit der Finger oder des Handgelenks eingeschränkt ist, kann man versuchen, die Beschwerden mit Dehn- oder Bewegungsübungen zu lindern. Auch Massagen oder eine krankengymnastische Behandlung in einer Physiotherapie-Praxis können helfen. Manchmal wird eine Sehnenscheidenentzündung auch mit oder Reizstrom () behandelt.

Spritzen mit Kortison und Betäubungsmittel

Bei hartnäckigen Sehnenscheidenentzündungen wird manchmal versucht, die Beschwerden mit Spritzen zum Abklingen zu bringen. Meist wird Kortison und das Betäubungsmittel Lidocain direkt in den entzündeten Bereich gespritzt.

Wann ist eine Operation sinnvoll?

An manchen Körperstellen führen die Sehnen durch einen engen Tunnel aus Knochen und Bändern – etwa im Bereich der Finger und des Handgelenks. Dort werden sie von Sehnenscheiden geschützt. Die Schwellung kann bei einer Sehnenscheidenentzündung dazu führen, dass die Sehne schlechter oder gar nicht mehr durch die Sehnenscheide gleiten kann. Fachleute sprechen dann von einer einengenden Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis stenosans).

Auch bei dieser Form der Sehnenscheidenentzündung können konservative Behandlungen wie Schonen, und Schmerzmittel helfen. Wenn sie keine Erleichterung bringen, kann die Engstelle operativ beseitigt werden. Dabei wird das einengende Gewebe entfernt oder eingeschnitten, damit die Sehne wieder Platz zum Gleiten hat.

Der kurze Eingriff wird oft vorgenommen und kommt meist ohne große Hautschnitte aus. Bis die Wunde verheilt ist, sollte der Bereich geschont werden. Bewegung ist aber nicht verboten, im Gegenteil: Die betroffenen Sehnen werden am besten mehrmals täglich bewegt, aber ohne großen Kraftaufwand. Nach einigen Wochen ist dann wieder eine schmerzfreie, normale Bewegung möglich.

Wie alle Operationen kann dieser Eingriff zu unerwünschten Wirkungen führen, etwa zu Wundheilungsstörungen und Infektionen. Außerdem sind Nebenwirkungen wie Gefühlsstörungen oder Bewegungseinschränkungen möglich.

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Erstellt am 11. Juli 2018
Nächste geplante Aktualisierung: 2021

Autoren/Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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