Wie funktioniert das Gebiss?

Das Gebiss macht es möglich, von harten Lebensmitteln wie Rohkost, Knäckebrot oder Äpfeln ein Stück abzubeißen, es im Mund zu zerkleinern und feste Nahrung weich zu kauen. Neben den Zähnen ist dabei auch das Zusammenspiel aus Kieferknochen und Kaumuskeln wichtig.

Wie ist das Gebiss aufgebaut?

Die Zähne bestehen aus harter, knochenähnlicher Substanz. Sie stecken in kleinen Mulden im Ober- und Unterkieferknochen, die Teil des Zahnhalteapparats sind: den Zahnfächern oder Alveolen. Dort sind sie mit festen Fasern verankert.

Die Zähne sind jeweils in der Form eines Bogens angeordnet. Schließt man den Mund, legen sich die beiden Zahnbögen normalerweise leicht versetzt aufeinander – sie „verzahnen“ sich.

Erwachsene haben im Ober- und Unterkiefer jeweils maximal 16 Zähne:

  • 4 Schneidezähne in der Mitte
  • links und rechts der Schneidezähne jeweils 1 Eckzahn
  • auf jeder Seite 5 Backenzähne mit den Vormahlzähnen, Mahlzähnen und Weisheitszähnen

Ober- und Unterkiefer haben also zusammen 32 Zähne.

Die fotorealistische Grafik zeigt Ober- und Unterkiefer mit Weisheitszähnen in der Aufsicht.

Warum unterscheiden sich die einzelnen Zähne?

Die Zähne sind unterschiedlich geformt, weil sie verschiedene Aufgaben haben. Die Schneidezähne haben eine schmale Kante, die Eckzähne enden spitz. Beim Zubeißen schieben sich die unteren Schneidezähne an die Rückseiten der oberen Schneidezähne. So können diese vorderen Zähne mundgerechte Stücke abbeißen, zum Beispiel von einer Möhre oder einem Butterbrot.

Die Backenzähne sehen anders aus: Sie haben breite Kauflächen mit Höckern und kleinen Vertiefungen. Beim Zusammenbeißen legen sich die Höcker der oberen Zähne in die Vertiefungen der unteren. Dadurch können sie einen Bissen zermahlen. Deshalb heißen die hinteren Backenzähne auch Mahlzähne (Molaren). Die vorderen Backenzähne werden Vormahlzähne (Prämolaren) genannt.

Milchzähne und bleibende Zähne: Was passiert beim Zahnwechsel?

Wenn ein Kind auf die Welt kommt, ist jeder Zahn bereits als kleine Knospe im Kieferknochen angelegt. Aus ihr entwickelt sich später der gesamte Zahn. Wenn er sich etwa ab dem sechsten Lebensmonat durch das Zahnfleisch schiebt und sichtbar wird, sagt man dazu auch: „Der Zahn bricht durch.“

Das Zahnen kann für ein Kind schmerzhaft sein und manchmal auch zu Fieber führen. Meist ist das erste Gebiss im Alter von etwa 2 Jahren vollständig und besteht dann aus 20 sogenannten Milchzähnen.

Der Schädel hat bei Kleinkindern noch nicht seine volle Größe erreicht. Da Zähne nicht mitwachsen, fallen die Milchzähne ab dem 6. Lebensjahr allmählich aus. Dafür treten nach und nach 32 größere Zähne an ihre Stelle – die bleibenden Zähne. Dieser Austausch wird als Zahnwechsel bezeichnet. Er gewährleistet, dass das Gebiss auch bei Erwachsenen perfekt auf die Mundgröße abgestimmt ist.

Der Zahnwechsel ist in der Regel in der Pubertät abgeschlossen. Eine Ausnahme sind die hintersten Backenzähne, die sogenannten Weisheitszähne: Sie brechen oft erst ab dem Alter von 18 Jahren oder später durch. Diese Zähne sind jedoch nicht bei jedem Menschen angelegt oder brechen nur teilweise oder gar nicht durch.

Die fotorealistische Grafik zeigt das aus 20 Zähnen bestehende Milchgebiss in der Aufsicht.

Welche Rolle spielen Knochen und Muskeln für das Gebiss?

Knochen und Muskeln spielen für das Kauen sowie für das Öffnen und Schließen des Mundes eine wichtige Rolle.

Der Schädel setzt sich aus mehreren plattenförmigen Knochenstücken zusammen. Dazu gehören auch der Oberkieferknochen (Maxilla) und der Unterkieferknochen (Mandibula). In ihnen sind die Zähne verankert.

Der Oberkiefer ist fest mit anderen Schädelknochen verwachsen, der Unterkiefer jedoch nicht: Ähnlich wie eine Schaukel ist er über die beiden Kiefergelenke mit den Schläfenknochen (Schläfenbein) beweglich verbunden.

Die vereinfachte anatomische Grafik zeigt das Kiefergelenk am Schädel sowie im Detail (rechts).

Zwischen Unterkiefer und Schädel verlaufen mehrere Muskelstränge. Spannen sich die Muskeln an, ziehen sie den Unterkiefer fest an den Oberkiefer heran. Dadurch können die Zähne kräftig zusammenbeißen. Lassen die Muskeln locker, öffnet sich der Mund wieder. Einige Muskelfasern können das Öffnen aktiv unterstützen. Durch das Zusammenspiel der verschiedenen Muskelgruppen kann der Unterkiefer auch leicht zur Seite oder nach vorn und hinten verschoben werden. Dadurch lässt sich die Nahrung zwischen den Backenzähnen gut zermahlen.

Die animierte Grafik zeigt, wie die Kiefergelenke den Unterkiefer mit dem Schädel verbinden und Muskeln das Öffnen und Schließen des Munds ermöglichen.

Lippert H. Lehrbuch Anatomie. München: Urban und Fischer; 2017.

Menche N. Biologie Anatomie Physiologie. München: Urban und Fischer; 2023.

Pschyrembel online. 2026.

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Aktualisiert am 13. Mai 2026

Nächste geplante Aktualisierung: 2029

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