Welche Medikamente können allergischen Schnupfen lindern?

Foto von Medikamenteneinnahme (PantherMedia / Andrey Popov) Menschen mit saisonalem Heuschnupfen haben oft sehr starke, aber vorübergehende Beschwerden – zum Beispiel während der Flugzeit der Gräserpollen. Andere reagieren allergisch auf Hausstaubmilben oder Tiere und haben das ganze Jahr über Beschwerden. Unabhängig vom Allergieauslöser können Medikamente bei einem allergischen Schnupfen Linderung verschaffen.

Medikamente gegen allergischen Schnupfen können zwar Nebenwirkungen haben, sind aber meist gut verträglich. Es gibt verschiedene Mittel, die die Beschwerden verringern können. Welches Medikament geeignet ist, kann gemeinsam mit einer Ärztin oder einem Arzt besprochen werden.

Die Wahl des Medikaments kann von der Schwere und Art des allergischen Schnupfens (ganzjährig oder saisonal) abhängen sowie von persönlichen Vorlieben und Erfahrungen. Manche Menschen nehmen beispielsweise lieber Tabletten ein, als Nasenspray zu verwenden. Andere werden durch bestimmte Mittel müde und weichen dann auf ein anderes aus. Auch zusätzliche Erkrankungen können bei der Wahl der Allergiemedikamente eine Rolle spielen.

Welche Medikamente stehen zur Verfügung?

Bei einem allergischen Schnupfen kommen folgende Mittel infrage:

  • Antihistaminika
  • Kortikosteroide
  • Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten
  • Chromone
  • abschwellende Nasentropfen und -sprays

Kortisonsprays oder neuere Antihistaminika bieten sich als erste Wahl an. Viele Antihistaminika und einzelne Kortisonsprays sind ohne Rezept in Apotheken erhältlich. Höher dosierte Kortisonsprays sind jedoch verschreibungspflichtig.

Antihistaminika

Wenn das Immunsystem auf einen Auslöser allergisch reagiert, setzt der Körper den Botenstoff Histamin frei. Histamin bewirkt Reaktionen wie Niesen, tränende Augen und Hautausschlag. Antihistaminika unterdrücken diese Wirkung. Bei allergischem Schnupfen können Antihistaminika in Tablettenform oder als Nasenspray angewendet werden. Tabletten wirken innerhalb der ersten Stunde, Nasensprays innerhalb der ersten 15 Minuten nach Anwendung.

Studien zeigen, dass sowohl Tabletten als auch Nasensprays die Beschwerden lindern können. Meist werden sie gut vertragen. Die häufigsten Nebenwirkungen der Tabletten sind Müdigkeit und Kopfschmerzen. Sie können unter Umständen das Autofahren und andere Tätigkeiten beeinträchtigen. Wie sehr sie müde machen, kann auch vom Wirkstoff abhängen. Deshalb ist es wichtig, die Anwendungshinweise zu beachten und sich vorher zu den verschiedenen Medikamenten beraten zu lassen. Nasensprays können einen bitteren Geschmack im Mund verursachen.

Kortikosteroide

Kortikosteroide enthalten das entzündungshemmende Hormon Kortison. Kortisonhaltige Sprays lassen die Schleimhäute abschwellen und lindern Beschwerden wie eine laufende oder verstopfte Nase. Da durch Nasensprays nur geringe Mengen Kortison in das Blut gelangen, ist die Anwendung risikoarm. Sie können über längere Zeit angewendet werden, dann ist aber eine regelmäßige ärztliche Kontrolle sinnvoll.

Eine Wirkung ist nicht sofort, aber oft innerhalb der ersten zwölf Stunden spürbar. Die volle Wirkung tritt nach wenigen Tagen ein. Es können leichtere Nebenwirkungen auftreten wie Nasenbluten, Kopfschmerzen oder Geschmacksstörungen.

Kombinationspräparate

Manche Nasensprays enthalten sowohl ein Antihistaminikum als auch Kortison. Diese Kombination ist wirksamer als die Behandlung mit nur einem der Wirkstoffe. Sie ist dann geeignet, wenn die Behandlung mit einem einzelnen Wirkstoff nicht ausreichend hilft.

Kombinations-Nasensprays sind im Gegensatz zu vielen Präparaten mit nur einem Wirkstoff rezeptpflichtig.

Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten

Diese Medikamente blockieren die Leukotriene – Botenstoffe, die eine wichtige Rolle bei der Entzündungsreaktion in den Atemwegen spielen. Neben Asthma können sie auch Heuschnupfen-Beschwerden lindern – allerdings nicht so gut wie Antihistaminika oder Kortison-Nasenspray. Die Medikamente sind meist gut verträglich. Manchmal kommt es zu vorübergehenden Nebenwirkungen wie Müdigkeit oder Kopfschmerzen.

Chromone (Mastzellenstabilisatoren)

Mastzellenstabilisatoren verhindern den Austritt von Histamin aus bestimmten Körperzellen, den Mastzellen. Dadurch mindern sie allergische und entzündliche Reaktionen. Sie werden als Nasenspray und meist vorbeugend angewendet, können aber auch Beschwerden lindern. Mögliche Nebenwirkungen sind Reizungen der Nasenschleimhaut und ein unangenehmer Geschmack im Mund.

Nasentropfen und -sprays mit abschwellenden Wirkstoffen (Dekongestiva)

Diese Nasentropfen und -sprays führen zum Abschwellen der Schleimhäute in der Nase und in den Nasennebenhöhlen. Dies soll die Nasenatmung verbessern. Abschwellende Nasentropfen sind aber nicht zur Dauertherapie von allergischem Schnupfen geeignet. Sie bewirken zwar, dass die Nase freier wird und man besser durchatmen kann. Schon nach kurzer Anwendungszeit kann es jedoch zu einer Gewöhnung kommen und es tritt der gegenteilige Effekt ein: Die Schleimhaut schwillt wieder an und die Nasenatmung ist erschwert. Zudem können die Mittel Nebenwirkungen wie Nasenbluten hervorrufen. Aus diesen Gründen wird empfohlen, abschwellende Nasentropfen höchstens über 5 bis 7 Tage anzuwenden.

Gibt es Medikamente, die besser helfen als andere?

Häufig werden als erste Behandlungsmöglichkeit Kortison-Nasensprays empfohlen. Sie sind ähnlich gut verträglich wie andere Mittel und wirksamer als beispielsweise Antihistaminika-Tabletten.

Falls sich die Beschwerden nicht ausreichend bessern, gibt es die Möglichkeit, das Medikament zu wechseln oder zwei Medikamente miteinander zu kombinieren: beispielsweise ein Kortison-Nasenspray mit Antihistaminika-Tabletten. Oder man wendet ein Nasenspray an, das beide Wirkstoffe (Kortison und Antihistaminikum) enthält.