Was tun bei einem Gersten- oder Hagelkorn?

Foto von Patientin und Augenärztin bei einer Untersuchung (PantherMedia / Wavebreakmedia ltd) Bei einem Gersten- oder Hagelkorn ist eine kleine Drüse am Lid entzündet und geschwollen. Die Entzündung klingt meist von selbst wieder ab. Manche versuchen, den Heilungsprozess zu beschleunigen, zum Beispiel mit Wärme oder Salbe.

Am Augenlid sitzen viele kleine Schweiß- und Talgdrüsen. Sie sorgen dafür, dass die Augen nicht austrocknen. Bei einem Gerstenkorn, auch Hordeolum genannt, ist eine dieser Drüsen durch Bakterien entzündet. Es kommt zu einer schmerzhaften, mit Eiter gefüllten Schwellung.

Bei einem Hagelkorn (Chalazion) ist hingegen eine Talgdrüse verstopft, hat sich entzündet und zu einer länger andauernden Schwellung geführt. Sie schmerzt aber normalerweise nicht und enthält auch keinen Eiter.

Wie lässt sich ein Gerstenkorn (Hordeolum) behandeln?

Oft reicht Abwarten: Ein Gerstenkorn öffnet sich nach einer Woche meist von selbst. Dann fließt der Eiter ab und die Schwellung klingt ab. Folgende Maßnahmen sollen den Heilungsprozess beschleunigen und Beschwerden lindern – Studien, die das belegen, gibt es allerdings nicht:

  • Wärme: Wärme soll ein Gerstenkorn rascher „reifen“ lassen, damit es sich schneller entleert und abheilt. Dazu kann man das Augenlid dreimal täglich für zehn Minuten mit Rotlicht bestrahlen. Eine andere Möglichkeit sind Augenmasken oder Kompressen, die sich auf eine angenehme Temperatur erwärmen lassen. Sie werden mehrmals täglich für etwa 5 bis 10 Minuten auf das entzündete Augenlid gelegt. Von feuchten Kompressen wird eher abgeraten. Sie können bei längerer Anwendung die Haut aufweichen und so dazu beitragen, dass sich die Entzündung ausbreitet.
  • Lidrandhygiene: Oft wird dazu geraten, den Lidrand vorsichtig zu massieren und zu reinigen – etwa mit speziellen Reinigungstüchern oder Lidreinigungsflüssigkeiten aus der Apotheke, die auf Kompressen aufgetragen werden. Eine solche kurze feuchte Reinigung ist unproblematisch und soll die verstopften Poren öffnen, damit Eiter und Sekret besser abfließen können. Wichtig ist, nicht an dem Gerstenkorn herumzudrücken.
  • Keimtötende Mittel: Diese Medikamente können zum Beispiel als Salbe oder Gel auf das Gerstenkorn aufgetragen werden.
  • Antibiotika: Antibiotikahaltige Salben sollten nur nach ärztlicher Beratung angewendet werden. Tabletten, Saft oder Infusion sind nur sinnvoll, wenn etwa ein geschwächtes Immunsystem das Risiko erhöht, dass sich die Entzündung ausbreitet und Komplikationen drohen.

Wann ist ein chirurgischer Eingriff nötig?

Wenn sich ein Gerstenkorn nicht innerhalb von etwa zwei Wochen von selbst oder mithilfe der beschriebenen Mittel entleert hat, kann ein kleiner Eingriff in einer Augenarztpraxis vorgenommen werden. Dabei wird die Haut des Gerstenkorns eingeschnitten, damit der Eiter ablaufen kann.

Was kann man bei einem Hagelkorn tun?

Auch Hagelkörner bilden sich meist von selbst wieder zurück. Bis dahin ist allerdings etwas Geduld nötig: Bis sich die Schwellung komplett zurückgebildet hat, können mehrere Wochen bis Monate vergehen.

Wie beim Gerstenkorn gibt es einige unterstützende Behandlungsmöglichkeiten, die aber nicht gut untersucht sind. Um die Heilung zu beschleunigen, können zum Beispiel entzündungshemmende Salben, Gele oder Augentropfen angewendet werden, sobald sich ein Hagelkorn entwickelt.

Wenn das Hagelkorn bestehen bleibt oder so auf das Auge drückt, dass es zu Sehstörungen oder Schmerzen kommt, kann das Knötchen in der Augenarztpraxis chirurgisch entfernt werden. In diesem Fall übernehmen die Krankenkassen wie beim Gerstenkorn die Kosten für den Eingriff. Eine Entfernung des Hagelkorns aus rein kosmetischen Gründen muss selbst bezahlt werden.