Was hilft gegen eine Pilzinfektion der Scheide (Scheidenpilz)?

Foto von Patientin in der Sprechstunde (PantherMedia / Monkeybusiness Images) Eine Scheideninfektion wird häufig durch Pilze verursacht. Meist verschwindet der Scheidenpilz nach einer kurzen Behandlung mit Antipilzmitteln. Ob Hausmittel helfen, ist unklar.

Viele Frauen kennen das unangenehme Jucken, Brennen und den weißlichen, krümeligen Ausfluss, mit dem sich ein Scheidenpilz bemerkbar macht. Eine Pilzinfektion der Scheide wird mit Antipilzmitteln (Antimykotika) behandelt. Nach einer kurzen örtlichen Behandlung mit diesen Mitteln klingen die typischen Beschwerden normalerweise ab.

Manchmal ist es auch sinnvoll, Tabletten einzunehmen oder die Behandlung über eine längere Zeit fortzusetzen.

Wie werden Antipilzmittel normalerweise angewendet?

Antipilzmittel sind Medikamente, die Pilze abtöten oder ihr Wachstum hemmen. Bei Pilzinfektionen der Scheide werden oft zum Beispiel folgende Wirkstoffe eingesetzt:

  • Clotrimazol,
  • Nystatin,
  • Ciclopirox und
  • Fluconazol.

Fluconazol ist nur als Tablette erhältlich und rezeptpflichtig. Die meisten Cremes und Scheidenzäpfchen sind in der Apotheke rezeptfrei erhältlich, müssen aber selbst bezahlt werden.

Bei einer unkomplizierten Infektion reicht eine örtliche Behandlung über wenige Tage aus – je nach Wirkstoff kann sie einen, drei oder sechs Tage dauern. Zur örtlichen Behandlung der entzündeten Schleimhaut kommen Cremes und Scheidenzäpfchen infrage. Scheidenzäpfchen sollen am besten vor dem Schlafengehen möglichst tief in die Scheide eingeführt werden. Deshalb enthält die Packung meist einen Applikator und eine Beschreibung, wie man damit das Zäpfchen einführt. Auch in Creme-Packungen ist oft ein Applikator dabei, damit man die Creme leichter in der Scheide auftragen kann. Packungen mit Scheidenzäpfchen enthalten manchmal auch eine kleine Tube Antipilz-Creme, die man zusätzlich auf entzündete äußere Geschlechtsorgane auftragen kann.

Eine andere Möglichkeit ist, einmalig eine Tablette einzunehmen. Das kann zum Beispiel während der Regelblutung sinnvoll sein.

Wenn immer wieder Pilzinfektionen der Scheide auftreten, hat vielleicht auch der Sexualpartner oder die -partnerin eine Pilzinfektion im Genitalbereich. Er oder sie hat ähnliche Symptome wie zum Beispiel eine gerötete Eichel oder Scheide, die juckt. Dann kann es immer wieder zu einer Ansteckung kommen. Um ein solches „Pingpong“ zu vermeiden, ist es sinnvoll, wenn sich auch die Partnerin oder der Partner ärztlich untersuchen und wenn nötig mit Antipilzmitteln behandeln lässt.

Welche Risiken hat die Behandlung mit Antipilzmitteln?

Auf die Haut oder Schleimhaut aufgetragene Antipilzmittel werden in der Regel gut vertragen. Mögliche Nebenwirkungen sind eine zusätzliche Reizung der entzündeten Stellen, Brennen oder Jucken.

Bei mechanischen Verhütungsmitteln ist es wichtig, die Packungsbeilage zu beachten. Antipilzmittel können fetthaltig sein und zum Beispiel Kondome für Spermien durchlässiger machen.

Werden Antipilzmittel als Tablette eingenommen, können sie andere Nebenwirkungen wie etwa Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit oder Durchfall haben. Außerdem gibt es viele Medikamente, die sich mit Antipilzmitteln nicht vertragen – zum Beispiel bestimmte Allergiemittel, Blutdruckmedikamente oder Psychopharmaka. Im Beipackzettel der Antipilzmittel finden sich Hinweise zu solchen Wechselwirkungen.

Für schwangere und stillende Frauen sind Antipilzmittel zum Einnehmen nicht zugelassen. Als Creme oder Scheidenzäpfchen können sie aber angewendet werden.

Wann ist eine längere Behandlung sinnvoll?

Bei einer komplizierten Pilzinfektion der Scheide ist es sinnvoll, mit einer Ärztin oder einem Arzt zu sprechen. Dann kann eine längere Behandlung nötig sein. Zu „komplizierten Pilzinfektionen“ gehören Infektionen mit starken Beschwerden wie zum Beispiel ausgeprägten, schmerzhaften Schwellungen der Scheide und der äußeren Geschlechtsorgane – aber auch Infektionen, die häufiger als viermal pro Jahr wiederkehren. Als komplizierte Infektion gelten auch Scheidenpilze, die durch ein geschwächtes Immunsystem entstehen, etwa aufgrund einer HIV-Infektion.

Bei komplizierten Pilzinfektionen der Scheide wird die Behandlung meist in eine Anfangs- und eine Erhaltungstherapie unterteilt. Dann werden zunächst

  • Cremes oder Zäpfchen 1 bis 2 Wochen angewendet oder
  • stattdessen für etwa eine Woche alle drei Tage eine Tablette eingenommen.

Bei der anschließenden Erhaltungstherapie nimmt man dann sechs Monate lang einmal pro Woche eine Tablette gegen die Pilze ein. Sind Tabletten zum Beispiel wegen einer Schwangerschaft oder Wechselwirkungen mit anderen Mitteln nicht möglich, kann auch komplett mit Cremes oder Zäpfchen behandelt werden.

Gibt es wirksame Alternativen zu Antipilzmitteln?

Die Scheide ist normalerweise überwiegend von Milchsäurebakterien besiedelt. Zusammen mit anderen Keimen, darunter auch einer kleinen Menge an Hefepilzen, bilden sie die sogenannte Scheidenflora. Gerät sie aus dem Gleichgewicht, können sich schädliche Bakterien oder Pilze vermehren und eine Entzündung auslösen.

Es gibt Scheidenzäpfchen oder -kapseln mit lebenden Milchsäurebakterien (Probiotika). Sie sollen die Scheidenflora schützen und ihr Gleichgewicht wiederherstellen. Möglicherweise unterstützen diese Mittel die Heilung, wenn sie zusätzlich zu Antipilzmitteln angewendet werden. Ob sie eine Pilzinfektion wirksam bekämpfen können, ist allerdings unklar.

Um ihren Scheidenpilz zu behandeln, wenden manchen Frauen Hausmittel an – sie essen zum Beispiel Knoblauch oder Naturjoghurt. Andere führen mit Teebaumöl oder Naturjoghurt getränkte Tampons oder Knoblauch in die Scheide ein. Es ist allerdings kaum untersucht, ob solche Hausmittel gegen Scheidenpilz helfen oder ihm vorbeugen können. Sie können jedoch zum Beispiel Allergien oder Reizungen hervorrufen. Das Spülen der entzündeten Scheide oder die Anwendung von Intimreinigern, die die Haut möglicherweise reizen, können die Entzündung verstärken.