Einleitung

Foto von Paar im Park (PantherMedia / Benis Arapovic) Wer eine Schwangerschaft vermeiden möchte, kann zwischen verschiedenen Verhütungsmethoden wählen. Die am häufigsten angewendeten Verhütungsmittel sind das Kondom und die Antibabypille.

Aber es gibt noch eine Vielzahl anderer Methoden zur Empfängnisverhütung, zum Beispiel die Spirale, den Vaginalring oder das Verhütungspflaster. Jedes Verhütungsmittel hat Vor- und Nachteile – so sind hormonelle Verhütungsmittel sehr sicher, haben aber auch Nebenwirkungen. Nur das Kondom schützt auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten.

Die Wahl des Verhütungsmittels hängt vor allem davon ab, wie sicher, leicht anwendbar und verträglich es ist. Nicht zuletzt ist wichtig, ob es zu den persönlichen Wünschen und Bedürfnissen passt.

Befruchtung und Schwangerschaft

Eine Frau kann um den Zeitpunkt herum schwanger werden, an dem eine Eizelle herangereift ist und den Eierstock verlassen hat. Dieser Vorgang wird auch Eisprung (Ovulation) genannt. Die Eizelle wandert durch den Eileiter bis in die Gebärmutter. Zur Befruchtung kann es kommen, wenn Samenzellen durch den Muttermund und die Gebärmutter bis in die Eileiter gelangen. Wenn eine Samenzelle auf die Eizelle trifft, verschmelzen sie miteinander. Eine Schwangerschaft beginnt, wenn sich die befruchtete Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut einnistet.

Bei Mädchen ist eine Schwangerschaft bereits ab dem ersten Eisprung möglich, das heißt ab ihrer ersten Periode. Bei Jungen kann schon der erste Samenerguss befruchtungsfähige Samenzellen enthalten.

Verhütungsmittel nutzen verschiedene Wege, um die Befruchtung der Eizelle oder ihr Einnisten zu verhindern: So sorgen die sogenannten Barrieremethoden wie das Kondom oder das Diaphragma dafür, dass keine Samenzellen durch den Muttermund gelangen. Die Spirale verhindert, dass sich eine befruchtete Eizelle in der Gebärmutter einnistet. Die meisten hormonellen Verhütungsmittel greifen in den weiblichen Zyklus ein und unterdrücken den Eisprung.

Hormonelle Verhütung

Viele der unterschiedlichen hormonellen Verhütungsmethoden enthalten eine Hormonkombination, die den Eisprung verhindert, sodass keine Eizelle befruchtet werden kann. Alle hormonellen Verhütungsmittel sind verschreibungspflichtig. Am häufigsten angewendet werden:

  • Antibabypille („Pille“): Sie enthält Östrogen und Gestagen und wird in jedem Zyklus 21 oder 22 Tage eingenommen. Während der einwöchigen Einnahmepause setzt die Menstruation ein. Manche Frauen nehmen zur Verhütung die Minipille ein, die nur Gestagen enthält – zum Beispiel, weil sie Kombinationspillen nicht vertragen.
  • Verhütungspflaster: Es wird auf dem Körper aufgeklebt und gibt eine Kombination aus Östrogen und Gestagen ab. Das Verhütungspflaster wird in den ersten drei Wochen des Zyklus wöchentlich gewechselt, in der vierten Woche ist kein Pflaster nötig.
  • Vaginalring: Der Kunststoffring enthält ebenfalls eine Hormonkombination, die über die Scheidenwände in die Blutbahn gelangt. Er wird tief in die Scheide eingeführt und nach 21 Tagen mit dem Finger wieder herausgezogen. In der folgenden Woche setzt die Regelblutung ein. Der Ring ist normalerweise nicht spürbar.
  • Hormonspirale: Die Hormonspirale enthält Levonorgestrel und wird von einer Frauenärztin oder einem Frauenarzt in die Gebärmutter eingesetzt. Sie gibt das Hormon kontinuierlich an die Schleimhaut ab und verhindert, dass sich eine befruchtete Eizelle einnistet. Die Spirale schützt sofort nach dem Einsetzen und kann bis zu fünf Jahre in der Gebärmutter bleiben.

Selten angewendet werden die Dreimonatsspritze und das Hormonimplantat. Beide können nicht einfach abgesetzt werden, die Dreimonatsspritze enthält zudem eine hohe Dosis Hormone und hat häufig Nebenwirkungen. Beide Mittel werden meist nur Frauen empfohlen, die andere Mittel nicht vertragen oder sie nicht regelmäßig anwenden können.

Bei richtiger Anwendung sind hormonelle Mittel sehr sicher. Sie können zudem Regelschmerzen lindern und die Menstruationsblutung abschwächen.

Nachteile der Hormone sind mögliche Nebenwirkungen wie Spannungsgefühl in den Brüsten, Kopfschmerzen oder Übelkeit. Zudem besteht ein Risiko, dass sich Blutgerinnsel (Thrombosen) bilden. Dass hormonelle Verhütungsmittel zu einer Gewichtszunahme führen, ist nach derzeitigem Wissen unwahrscheinlich.

Mehr Wissen

Verhütung ohne Hormone

Nicht hormonelle Verhütungsmittel haben keine oder weniger Nebenwirkungen, gelten allerdings als weniger sicher als hormonelle Methoden. Bei vielen Mitteln hängt die Sicherheit aber vor allem davon ab, ob sie richtig angewendet werden. Gebräuchlich sind:

  • Kondom für Männer: Es schützt nicht nur vor einer Schwangerschaft, sondern auch vor sexuell übertragbaren Erregern oder Krankheiten wie HPV, HIV, Hepatitis C, Tripper oder Syphilis. Wird es richtig angewendet, ist es sicher. Die häufigsten Anwendungsfehler sind unter anderem die Wahl der falschen Größe, die Beschädigung des Kondoms beim Öffnen der Packung oder auch, wenn es mit Zug übergestreift statt abgerollt wird. Ein Kondom darf nicht mit fett- oder ölhaltigen Substanzen, beispielsweise Gleitmitteln verwendet werden, da es dadurch durchlässig werden kann.
  • Frauenkondom: Es wird vor dem Sex in der Scheide platziert. Bei richtiger Anwendung ist es so sicher wie das normale Kondom. Viele Frauen empfinden die Handhabung als schwierig.
  • Kupferspirale oder -kette: Sie werden von einer Frauenärztin oder einem Frauenarzt in die Gebärmutter eingesetzt. Das Kupfer erschwert die Befruchtung und Einnistung der Eizelle: Es verändert den Schleim am Muttermund und in der Gebärmutter, außerdem macht es die Spermien unbeweglicher. Kette und Spirale gelten als sicher und können etwa fünf Jahre in der Gebärmutter bleiben. Nebenwirkungen können stärkere Monatsblutungen und Infektionen im Genitalbereich sein.
  • Diaphragma: Die weiche Silkonkappe mit flexiblem Federring wird so in die Scheide eingesetzt, dass sie den Muttermund vollständig abdeckt. Zusätzlich wird das Diaphragma mit einem spermienabtötenden Gel bestrichen. Es wird vor dem Geschlechtsverkehr eingesetzt und frühestens nach sechs Stunden wieder entfernt. Auch beim Diaphragma hängt die Sicherheit von der korrekten Anwendung ab. Die richtige Größe wird in der Frauenarztpraxis angepasst.
  • chemische Verhütungsmittel wie Cremes, Gels oder Zäpfchen werden vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingebracht. Durch die Körperwärme verflüssigen sie sich und bilden einen zähen Schleim, der sich vor den Muttermund legt und Samenzellen abhält. Zusätzlich enthalten viele Mittel einen spermienabtötenden Wirkstoff. Da chemische Mittel recht unsicher sind, können sie zur alleinigen Verhütung nicht empfohlen werden.
  • natürliche Verhütungsmethoden: Mit ihnen können anhand der morgendlichen Körpertemperatur und des Scheidensekrets die fruchtbaren Tage im Monatszyklus ermittelt werden. Dies ist aufwendig, nicht sehr sicher und erfordert viel Disziplin. Zudem muss an den fruchtbaren Tagen zusätzlich verhütet werden, etwa mit einem Kondom.

Weitere Informationen zur Wirkung und Anwendung von Verhütungsmitteln stellt zum Beispiel die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) auf ihrer Website www.familienplanung.de zur Verfügung.

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