Einleitung

Foto von Kleinkind und Mutter (Ryan McVay / Photos.com) Normalerweise ergibt es sich irgendwann, dass ein Kind keine Windeln mehr tragen, sondern ein Töpfchen oder die Toilette benutzen will. In der Regel treten dabei keine Probleme auf. Viele Eltern fragen sich trotzdem, ob sie ihrem Kind diesen Schritt erleichtern können. Gibt es einen „richtigen“ oder „falschen“ Zeitpunkt, ein Kind dazu zu ermutigen, die Windel abzulegen? Die bisherige Forschung legt nahe, sich mit dem Thema „Töpfchen-Training“ zu beschäftigen, wenn das Kind ungefähr zwei Jahre alt ist.

Mit der Geburt beginnt für jedes Kind ein langer Lernprozess. Sein Gehirn reift heran, indem die Nervenzellen neue Kontakte untereinander knüpfen. Die Kontrolle über die Muskulatur muss ebenso erlernt werden wie die Steuerung der inneren Organe. Dazu gehört auch, dass das Kind mit der Zeit lernt, seine Blasen- und Darmfunktion zu kontrollieren. All dies sind komplizierte Vorgänge, bei denen verschiedene Hormone, das Nervensystem und die Muskulatur eine Rolle spielen.

Wie schnell sich Kinder entwickeln, ist sehr unterschiedlich – das gilt für die Blasen- und Darmkontrolle ebenso wie für andere Bereiche der kindlichen Entwicklung: So laufen manche Kinder bereits mit zehn Monaten, andere erst mit eineinhalb Jahren oder später. Studien mit mehreren Hundert Kindern zeigen, dass die meisten im Laufe des dritten Lebensjahrs anfangen, das Töpfchen zu benutzen. Die individuellen Unterschiede waren in den Studien jedoch sehr groß: Einige hatten es bereits mit zwei Jahren gelernt, andere erst mit vier. Meist sind Kinder unter 18 Monaten noch nicht dazu bereit, das Töpfchen zu benutzen. Grund zur Eile gibt es ohnehin nicht: Wenn man mit der Sauberkeitserziehung relativ früh beginnt, dauert es oft länger, bis sich ein Erfolg einstellt, als wenn man erst zu einem späteren Zeitpunkt damit anfängt.

Die Forschung kann keinen genauen Zeitpunkt benennen, an dem man mit dem Töpfchen-Training beginnen sollte. Einige Studien deuten aber darauf hin, dass es Kindern schwerer fällt, ihre Gewohnheiten zu ändern, wenn sie erst viel später als mit zwei Jahren damit anfangen. Gezeigt hat sich außerdem, dass es nicht hilft, ein Kind unter Druck zu setzen. Dies könnte sogar zu Problemen wie Verstopfung führen.

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