Pembrolizumab (Keytruda) als Ersttherapie bei fortgeschrittenem Blasenkrebs (Urothelkrebs)

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat zuletzt 2021 geprüft, welche Vor- und Nachteile Pembrolizumab (Handelsname Keytruda) für Personen mit fortgeschrittenem Urothel- und Blasenkrebs, für die eine Erstbehandlung mit einer Cisplatin-basierten nicht infrage kommt und deren Tumor eine erhöhte Menge des Proteins PD-L1 aufweist, im Vergleich zu einer durch die Ärztin oder den Arzt individuell angepassten hat.

Für diese Fragestellung konnten relevante Daten von 120 Patientinnen und Patienten einer Studie ausgewertet werden: 56 Personen erhielten Pembrolizumab und 64 Personen eine aus Carboplatin und Gemcitabin. Fast alle Patientinnen und Patienten hatten schon Metastasten.

Welche Vorteile hat Pembrolizumab?

Atemnot: Erste Schätzungen deuten hier auf einen Vorteil von Pembrolizumab für Personen ab 65 Jahre hin: Mit Pembrolizumab verschlechterte sich eine Atemnot bei etwa 35 von 100 Personen, während dies mit einer bei etwa 57 von 100 Personen der Fall war. Für jüngere Personen hingegen zeigte sich kein Unterschied zwischen beiden Behandlungen.

Durchfall: Erste Schätzungen deuten hier auf einen Vorteil von Pembrolizumab für Frauen hin: Mit Pembrolizumab verschlechterte sich Durchfall (Diarrhö) bei etwa 15 von 100 Frauen, während dies mit einer bei etwa 54 von 100 Frauen der Fall war. Für Männer hingegen zeigte sich kein Unterschied zwischen beiden Behandlungen.

Schwere Nebenwirkungen: Hier deutet die Studie insgesamt auf einen Vorteil von Pembrolizumab hin: Mit Pembrolizumab hatten etwa 73 von 100 Personen schwere Nebenwirkungen, während es mit der etwa 89 von 100 Personen waren. Zu den schweren Nebenwirkungen, die unter einer häufiger auftraten, gehören schwere Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems.

Bei der Nebenwirkung Magen-Darm-Erkrankungen deuten erste Schätzungen auf einen Vorteil von Pembrolizumab hin: Sie traten bei etwa 55 von 100 Personen auf, die mit Pembrolizumab behandelt wurden, und bei 71 von 100 Personen, die mit einer behandelt wurden.

Welche Nachteile hat Pembrolizumab?

Bei einzelnen schweren Nebenwirkungen weist die Studie auf Nachteile von Pembrolizumab hin:

  • Schwere Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen: In der Gruppe mit Pembrolizumab hatten etwa 20 von 100 Personen schwere Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen, während es in der Gruppe mit etwa 7 von 100 Personen waren.
  • Schwere Gefäßerkrankungen: Mit Pembrolizumab traten bei etwa 9 von 100 Personen schwere Gefäßerkrankungen auf. In der Gruppe, die eine erhielt, erkrankte hingegen keiner daran.

Wo zeigte sich kein Unterschied?

  • Lebenserwartung
  • Keinen (relevanten) Unterschied zwischen den Therapien gab es außerdem bei:
    • Schmerzen
    • Erschöpfung
    • Schlaflosigkeit
    • Übelkeit und Erbrechen
    • Verstopfung
    • Appetitverlust
    • Verschiedenen Aspekten der gesundheitsbezogenen Lebensqualität
    • Therapieabbrüchen aufgrund von Nebenwirkungen
    • immunvermittelten schweren Nebenwirkungen. Als immunvermittelte Nebenwirkungen bezeichnet man Erkrankungen, bei denen das den eigenen Körper angreift.

Welche Fragen sind noch offen?

Gesundheitszustand: Der Hersteller legte hierzu keine verwertbaren Ergebnisse vor.

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Pembrolizumab (Urothelkarzinom Erstlinientherapie) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (Ablauf Befristung). Dossierbewertung; Auftrag A21-34. 29.06.2021. (IQWiG-Berichte; Band 1145).

IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

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Erstellt am 12. Juli 2021
Nächste geplante Aktualisierung: 2024

Autoren/Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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