Pembrolizumab (Keytruda) bei fortgeschrittenem Blasenkrebs (Urothelkrebs) nach Vorbehandlung mit einer Chemotherapie

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat zuletzt 2019 geprüft, ob Pembrolizumab (Handelsname Keytruda) für Personen mit fortgeschrittenem Urothel- und Blasenkrebs, die bereits mit einer platinbasierten behandelt worden waren, im Vergleich zu den Standardtherapien Vor- oder Nachteile hat.

Für diese Frage wertete das IQWiG 2017 geeignete Daten einer Studie aus, in der die Behandlung mit Pembrolizumab mit einer Standardtherapie mit dem Wirkstoff Vinflunin verglichen wurde: 82 Personen wurden mit Pembrolizumab behandelt, 90 Personen mit Vinflunin. Die Studie dauerte etwa 2 Jahre und 3 Monate. Fast alle Patientinnen und Patienten hatten schon Metastasten. Für diese Personen zeigten sich folgende Ergebnisse:

Welche Vorteile hat Pembrolizumab?

Lebenserwartung: Hier weist die Studie auf einen Vorteil von Pembrolizumab hin: War in der Gruppe mit Pembrolizumab nach etwa 11 Monaten die Hälfte der Personen verstorben, war dies mit der Standardtherapie bereits nach 7 bis 8 Monaten der Fall.

Auch bei Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit und Verstopfung deutet die Studie auf einen Vorteil von Pembrolizumab hin. Bei mit Pembrolizumab behandelten Personen dauerte es beispielsweise länger, bis Übelkeit oder Erbrechen auftraten oder sich verschlechterten: Nach etwa 7 Monaten war dies bei der Hälfte der Personen mit Pembrolizumab der Fall, mit der Standardtherapie bereits nach 2 bis 3 Monaten.

Schwere Nebenwirkungen: Hier deutet die Studie ebenfalls auf einen Vorteil für Pembrolizumab hin: In dieser Gruppe traten bei der Hälfte der Personen nach etwa 6 Monaten schwere Nebenwirkungen auf, während dies mit der Standardtherapie bereits nach knapp einem Monat der Fall war.

Welche Nachteile hat Pembrolizumab?

In der Studie zeigten sich keine Nachteile im Vergleich zur Standardtherapie.

Wo zeigte sich kein Unterschied?

Keinen Unterschied zwischen den Therapien gab es bei:

  • Schmerzen
  • Erschöpfung
  • Schlaflosigkeit
  • Durchfall
  • Gesundheitszustand und gesundheitsbezogener Lebensqualität
  • Therapieabbrüchen aufgrund von Nebenwirkungen: Zwischen 9 und 15 von 100 Personen in beiden Gruppen brachen die aufgrund von Nebenwirkungen ab.

Welche Fragen sind noch offen?

Immunvermittelte schwere Nebenwirkungen: Der Hersteller legte zu der Frage, ob die neue Vor- oder Nachteile im Vergleich zur Standardtherapie hat, keine verwertbaren Daten vor. Als immunvermittelte Nebenwirkungen bezeichnet man Erkrankungen, bei denen das den eigenen Körper angreift.

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Pembrolizumab (Urothelkarzinom) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. Dossierbewertung; Auftrag A17-46. 13.12.2017. (IQWiG-Berichte; Band 568).

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Pembrolizumab (Urothelkarzinom) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. Dossierbewertung; Auftrag A18-89. 27.03.2019. (IQWiG-Berichte; Band 744).

IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Ärzten und anderen Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung.

Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Autoren-Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

Seite kommentieren

Was möchten Sie uns mitteilen?

Wir freuen uns über jede Rückmeldung. Ihre Bewertungen und Kommentare werden von uns ausgewertet, aber nicht veröffentlicht. Ihre Angaben werden von uns vertraulich behandelt.

Bitte beachten Sie, dass wir Sie nicht persönlich beraten können. Hinweise zu Beratungsangeboten finden Sie hier.

Aktualisiert am 12. Juli 2021
Nächste geplante Aktualisierung: 2024

Autoren/Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

So halten wir Sie auf dem Laufenden

Folgen Sie uns auf Twitter oder abonnieren Sie unseren Newsletter oder Newsfeed. Auf YouTube finden Sie unsere wachsende Videosammlung.