Naldemedin (Rizmoic) bei Opioid-induzierter Verstopfung

Einleitung

Naldemedin (Handelsname Rizmoic) ist seit Februar 2019 in Deutschland für Erwachsene mit Opioid-induzierter Verstopfung zugelassen. Es kommt für Personen infrage, die zuvor bereits mit einem Abführmittel behandelt wurden.

Starke chronische Schmerzen wie bei Krebs oder anderen schweren chronischen Erkrankungen werden häufig mit Schmerzmitteln aus der Gruppe der behandelt, den Opioid-Analgetika.

Eine typische Nebenwirkung der Opioid-Analgetika ist eine Verstopfung (): Opioid-Schmerzmittel binden an bestimmte im Darm und vermindern die Darmbewegung, sodass sich Stuhl langsamer durch den Darm bewegt. Der Fachbegriff dafür ist Opioid-induzierte . Die Verstopfung kann im Laufe einiger Wochen für Patientinnen und Patienten zu einer starken Belastung werden.

Naldemedin hemmt die Bindung der Opioid-Schmerzmittel an die im Darm. Der Wirkstoff soll so die Verstopfung lindern.

Anwendung

Naldemedin wird einmal täglich als Tablette (200 μg Naldemedin) eingenommen, am besten immer zur gleichen Uhrzeit.

Die wird beendet, wenn keine Opioid-Schmerzmittel mehr eingenommen werden.

Andere Behandlungen

Zur Behandlung von Verstopfungen können verschiedene Arzneimittel eingesetzt werden, sowie Medizinprodukte, die zum Beispiel die Zusammensetzung des Stuhls verändern sollen. Falls die Wirkung eines dieser Mittel nicht ausreicht, lassen sich verschiedene andere Alternativen ausprobieren. Falls keines dieser Mittel infrage kommt, können auch die Wirkstoffe Methylnaltrexon, Prucaloprid oder Naloxegel eingesetzt werden.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2020 geprüft, ob Naldemedin für Personen mit Opioid-induzierter Verstopfung, die bereits andere Abführmittel verwendet haben, im Vergleich zu Standardtherapien Vor- oder Nachteile hat.

Um diese Frage zu beantworten, legte der Hersteller jedoch keine geeigneten Daten vor.

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse eines Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses () im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Naldemedin (Rizmoic).

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Naldemedin (Opioid-induzierte Obstipation) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. Dossierbewertung; Auftrag A20-45. 13.08.2020. (IQWiG-Berichte; Band 958).

IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Ärzten und anderen Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung.

Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Autoren-Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

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Erstellt am 17. August 2020
Nächste geplante Aktualisierung: 2023

Autoren/Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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