Einleitung

Foto von Schulkindern (PantherMedia / Dmitriy Shironosov) Kopfläuse sind winzige Parasiten, die sich im Haar einnisten und sich von Blut aus der Kopfhaut ernähren. Ihre Bisse können Juckreiz verursachen, und manche Menschen ekeln sich vor den Tierchen. Davon abgesehen sind sie aber harmlos. Sie übertragen auch keine Krankheiten.

Kopfläuse kleben ihre Eier meist nahe der Kopfhaut an die Haaransätze. Die neue Lausgeneration schlüpft in der Regel innerhalb einer Woche. Die Eier von Kopfläusen werden Nissen genannt.

Kopfläuse vermehren und verbreiten sich rasch. Als ungebetene Gäste sind sie oft in Kitas, Kindergärten und Schulen zu finden. Wenn sie sich einmal eingenistet haben, verschwinden sie nicht von selbst. Es gibt aber verschiedene wirksame Behandlungen, mit denen man die kleinen Blutsauger loswird.

 

Grafik: Kleiner als ein Streichholzkopf: ausgewachsene Kopflaus und NisseKleiner als ein Streichholzkopf: ausgewachsene Kopflaus und Nisse

Ursachen und Risikofaktoren

Kopfläuse finden sich vor allem bei Kindern. Fast immer werden sie durch direkten Körperkontakt übertragen, zum Beispiel wenn Kinder zusammen spielen und dabei die Köpfe zusammenstecken. Manche Menschen glauben, Kopfläuse seien eine Folge von schlechter Hygiene. Für die Läuse spielt es aber keine Rolle, ob die Haare sauber oder schmutzig sind, da sie sich von Blut ernähren. Kopfläuse kann sich also jeder einfangen. Das Vorurteil der Unsauberkeit kann für betroffene Eltern und Kinder sehr belastend sein.

Die Haarlänge hat, wenn überhaupt, nur einen geringen Einfluss auf das Ansteckungsrisiko. In langen, dichten und lockigen Haaren sind die Parasiten allerdings schwerer zu finden.

Häufigkeit

Kopfläuse sind weit verbreitet, vor allem unter Kindern zwischen 3 und 12 Jahren. Fachleute schätzen, dass etwa 2 bis 4 % der Kinder betroffen sind. Genaue Zahlen liegen in Deutschland allerdings nicht vor.

In großen europäischen Studien hatten fast 10 % der Kinder mit Kopfläusen zu tun. In Kindergärten, Kindertagesstätten und Schulen kommt es immer wieder zu Ausbrüchen.

Diagnose

Juckreiz am Kopf allein ist noch kein Beleg dafür, dass ein Kind Kopfläuse hat. Sicher kann man nur sein, wenn man eine lebende Laus findet. Eine ausgewachsene Kopflaus ist 2 bis 3 Millimeter groß. Ihr Körper ist flach, flügellos und hat meist eine graubraune Farbe. Kopfläuse können nicht springen, wie es zum Beispiel Flöhe tun. Mit ihren sechs Beinen können sich Kopfläuse aber sehr gut an menschlichen Haaren festhalten und an ihnen entlanglaufen. Da sie sehr klein sind, ist es schwer, sie in einem Büschel Haare zu finden. Helfen kann sorgfältiges Kämmen mit einem Läusekamm, am besten wenn die Haare feucht sind. Noch nicht ausgewachsene Läuse entdeckt man leichter mit einer Lupe.

Nissen lassen sich am besten im Nacken oder hinter den Ohren finden. Sie kleben fest an den Haaransätzen, meist mit einem Abstand von höchstens einem Zentimeter zur Kopfhaut. Nissen, die weiter weg von der Kopfhaut sitzen, sind meist nicht überlebensfähig. Manchmal werden andere Teilchen im Haar wie Schuppen oder Hautschorf mit Nissen verwechselt. Schuppen und andere lose Teilchen kleben aber nicht fest und fallen beim Schütteln aus dem Haar.

 

Grafik: Kopfläuse und Nissen im Haar - wie im Text beschriebenKopfläuse und Nissen im Haar

Vorbeugung

Um die Verbreitung von Kopfläusen zu verhindern, ist es am wichtigsten, Kopf-zu-Kopf-Kontakt zwischen Kindern zu vermeiden. Da Kopfläuse alle drei bis vier Stunden Blut saugen müssen und außerhalb des Kopfes in der Regel nur einen Tag überlebensfähig sind, ist eine Verbreitung über Gegenstände unwahrscheinlich. Meist trocknen die Läuse schon nach einigen Stunden aus. Auch ihre Eier müssen sich nahe der Kopfhaut befinden, da die Jungtiere zum Schlüpfen warme Temperaturen benötigen. Kopfläuse, die auf Kämmen zu finden sind, sind meist verletzt und nicht mehr lebensfähig.

Völlig ausschließen lässt sich eine Übertragung über Kämme, Bürsten oder Mützen und Hüte allerdings nicht. Wer ganz sicher gehen will, sollte darauf achten, dass Kinder sie nicht teilen. Solche Gegenstände in 60 Grad heißem Wasser zu waschen, tötet die Läuse ab. Es ist aber nicht nötig, den ganzen Haushalt zu desinfizieren. Vorsichtshalber kann man die Bettwäsche waschen und Kuscheltiere für einen Tag in einen verschnürten Kunststoffsack stecken. Die Läuse sterben dann ab.

Behandlung

Eine lebende Laus oder lebensfähige Eier zu finden, ist der einzige sichere Nachweis dafür, dass ein Kind tatsächlich Kopfläuse hat. Nur dann wird auch behandelt. Dies soll Kindern unnötige Behandlungen und mögliche Nebenwirkungen ersparen.

Um Kopfläuse loszuwerden, gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • die mechanische Entfernung mit einem speziellen Kamm
  • Mittel mit Insektengift (Insektizide)
  • Mittel auf Silikonbasis
  • Mittel auf pflanzlicher Basis (zum Beispiel mit Kokosölen)

Das Auskämmen reicht oft nicht aus, um Kopfläuse restlos zu beseitigen. Solange ein Kind nicht läusefrei ist, darf es aber nicht zurück in die Schule. Außerdem ist die Behandlung mit einem Läusekamm sehr mühsam und langwierig. Auskämmen wird daher eher als Ergänzung zu anderen Behandlungen empfohlen.

Insektizide sind grundsätzlich wirksam. Allerdings haben Kopfläuse gegen manche der Mittel über die Jahre Resistenzen entwickelt, weshalb sie mittlerweile weniger gut wirken als früher. Es gibt auch Alternativen auf Basis von Silikonöl, die ohne Insektengift auskommen. Diese Mittel bedecken die Kopfläuse mit einer Ölschicht, sodass sie ersticken. Auch pflanzliche Mittel basieren meist auf Ölen. Sie sind bislang aber weniger gut erprobt.

 

Grafik: Kopfläuse: Entwicklungs- und FortpflanzungszyklusKopfläuse: Entwicklungs- und Fortpflanzungszyklus

Wenn ein Kind nach einer Kopflaus-Behandlung noch ein paar Nissen hat, sich aber eine Weile keine Läuse mehr entdecken lassen, sind die Parasiten vermutlich weg. Nissen oder Teile davon können noch Wochen oder Monate nach dem akuten Befall an den Haaren kleben. Das Alter der Nissen lässt sich daran abschätzen, wie weit sie von der Kopfhaut entfernt sind. Haare wachsen etwa einen Zentimeter pro Monat. Bei Nissen, die mehr als einen Zentimeter von der Kopfhaut entfernt sind, handelt es sich wahrscheinlich um alte Rückstände.

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Leben und Alltag

Kopfläuse verbreiten sich schnell. Deshalb ist es sinnvoll, andere Menschen, die engen Kontakt mit dem Kind haben, über den Kopflaus-Befall zu informieren. In Deutschland sind Erziehungsberechtigte sogar dazu verpflichtet, öffentliche Einrichtungen wie Kindergärten und Schulen vom Kopflaus-Befall zu unterrichten. Das kann unangenehm sein, ist aber kein Grund, sich zu schämen. Kopfläuse treten in Kitas und Schulen immer wieder auf.

Der Gesetzgeber schreibt außerdem vor, dass Kinder mit Kopfläusen zu Hause bleiben müssen, bis sie von den Läusen befreit sind. Wenn ein Kind mit einem nachweislich wirksamen Mittel behandelt wurde, kann es am nächsten Tag wieder in den Kindergarten oder zur Schule gehen. Eine Liste der amtlich anerkannten Mittel veröffentlicht das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Auch die Apothekerin oder der Apotheker kann dazu beraten. Vielen Einrichtungen reicht die mündliche oder schriftliche Erklärung der Eltern, dass die Kinder behandelt wurden. Einige verlangen jedoch ein ärztliches Attest.

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