Einleitung

Foto von Frau beim Wäschewaschen (PantherMedia / lightpoet) Bei einer Hausstauballergie verursacht nicht der Hausstaub an sich die Beschwerden, sondern Allergene, die sich vor allem im Kot von Hausstaubmilben befinden. Die winzigen Kotpartikel werden durch den Hausstaub weiterverbreitet.

Keine Wohnung ist frei von Hausstaubmilben. Sie finden sich im Bett, in Teppichböden, Polstermöbeln oder Vorhängen. Menschen mit einer Hausstauballergie haben deshalb das ganze Jahr über Beschwerden wie Niesen und eine laufende Nase. Bei allergischen Reaktionen der oberen Atemwege spricht man auch von allergischem Schnupfen oder einer allergischen Rhinitis.

Symptome

Menschen mit einer Hausstauballergie müssen häufig niesen, ihre Nase läuft oder ist verstopft. Bei starken Beschwerden fühlen sich viele zudem schlapp und müde. Die Augen können tränen und jucken und die Augenlider anschwellen. Es kann auch zu asthmatischen Beschwerden wie Husten, pfeifender Atmung und Kurzatmigkeit kommen.

Im Vergleich zu einer Pollenallergie (Heuschnupfen) sind die Symptome bei einer Hausstauballergie meist weniger stark, treten dafür aber das ganze Jahr über auf. Nachts und morgens sind die Beschwerden meist am stärksten, da sich in Matratzen, Kissen, Decken und Bettbezügen besonders viele Hausstaubmilben befinden.

Ursachen und Risikofaktoren

Allergische Beschwerden entstehen, wenn der Körper auf bestimmte, normalerweise harmlose Substanzen überempfindlich reagiert. Das Immunsystem antwortet auf solche Substanzen (Allergene) mit einer Kettenreaktion: Zuerst bildet es Antikörper gegen das Allergen, die sich an bestimmte Zellen binden. Kommt es nun zu einem erneuten Kontakt mit dem Allergen, können diese Zellen chemische Stoffe wie Histamin freisetzen. Diese Stoffe lösen dann allergische Reaktionen aus wie Niesen oder Augenjucken.

Hausstaub ist fast unvermeidlich. Wird Staub aufgewirbelt – zum Beispiel durch einen Luftzug oder das Ausschütteln von Bettdecken – verteilt er sich in der Luft und wird zusammen mit den enthaltenen Allergenen eingeatmet.

Ein erhöhtes Risiko für Allergien wird manchmal vererbt. Umgebungsfaktoren wie Luftverschmutzung und Zigarettenrauch können Allergien begünstigen.

Man vermutet zudem, dass hohe Hygienestandards und das seltenere Auftreten bestimmter Infektionen im Kindesalter dazu beigetragen haben, dass Allergien heute so verbreitet sind. Denn dadurch ist das Abwehrsystem bei vielen Menschen weniger „trainiert“ als früher.

Häufigkeit und Verlauf

In Industrieländern wie Deutschland hat etwa jeder Vierte einen allergischen Schnupfen. Bei den meisten Menschen treten die Beschwerden erstmals vor dem zwanzigsten Lebensjahr auf.

Eine Hausstauballergie entwickelt sich meist im Kindes- und Jugendalter und hält ein Leben lang an. Ein allergischer Schnupfen über viele Jahre kann auch zu einem sogenannten Etagenwechsel führen. Das bedeutet, dass die Beschwerden von den oberen auf die unteren Atemwege übergehen und sich ein Asthma entwickelt.

Manchmal weitet sich eine allergische Reaktion im Laufe der Zeit auch auf bestimmte Nahrungsmittel aus (sogenannte Kreuzallergie). Dies ist bei einer Hausstauballergie seltener als etwa bei Heuschnupfen. Es kann aber zu Kreuzallergien zum Beispiel auf Schalen- und Weichtiere wie Muscheln, Krebse oder Schnecken kommen.

Starke Beschwerden können Folgeerkrankungen wie eine Nasennebenhöhlenentzündung begünstigen. Außerdem macht ein allergischer Schnupfen die Schleimhaut bei vielen Menschen überempfindlich. Dadurch können sie auch auf Reize wie Zigarettenrauch und trockene Heizungsluft stärker mit Schnupfenbeschwerden reagieren als andere Menschen.

Diagnose

Im ärztlichen Gespräch wird zunächst nach den Beschwerden, den Lebensumständen und der Krankengeschichte gefragt. Mithilfe eines Allergietests (Prick-Test) kann die Ärztin oder der Arzt herausfinden, ob man auf bestimmte Stoffe allergisch reagiert. Dabei werden mögliche Allergene in einigem Abstand voneinander auf den Unterarm aufgetragen. Anschließend wird die Haut an diesen Stellen leicht eingeritzt, damit die Substanzen in die Haut gelangen. Wird die Haut an diesen Stellen rot und schwillt ähnlich wie bei einem großen Mückenstich an, weist dies auf eine Allergie gegen den dort aufgetragenen Stoff hin.

Zusätzlich kann eine Blutuntersuchung oder ein sogenannter nasaler Provokationstest notwendig sein. Bei einem Provokationstest werden Allergen-Extrakte mit einem Spray oder in Tropfenform auf die Nasenschleimhaut aufgetragen. Wenn die Schleimhaut anschwillt, man niesen muss und die Nase anfängt zu laufen, spricht dies für eine allergische Reaktion.

Vorbeugung

Der wirksamste Schutz vor allergischen Beschwerden ist, Allergieauslöser zu vermeiden. Hausstaubmilben lassen sich nicht ganz vermeiden – die Belastung lässt sich jedoch verringern. Besonders im Schlafzimmer kann es hilfreich sein, eine Reihe von Maßnahmen zu kombinieren: den Boden feucht wischen, einen milbendichten Matratzenbezug verwenden, Staubfänger wie Polstermöbel oder Vorhänge entfernen und regelmäßig die Bettwäsche bei mehr als 60° C waschen.

Hausstaubmilben überleben länger bei Wärme und hoher Luftfeuchtigkeit. Deshalb bietet es sich an, die Temperatur im Schlafzimmer bei etwa 18 bis 20 Grad zu halten und regelmäßig zu lüften. Luftbefeuchter und Pflanzen können das Milbenwachstum befördern, weshalb sie im Schlafzimmer ungünstig sind.

Auch Anti-Milben-Sprays mit Akariziden (Insektengift gegen Milben und Zecken) könnten helfen, die Beschwerden zu verringern. Sie können zum Beispiel unter Matratzenbezüge gesprüht werden. Der Nutzen von speziellen milbendichten Luftfiltern ist unklar.

Behandlung

Zur Behandlung der Beschwerden stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung:

Daneben gibt es auch nicht medikamentöse Möglichkeiten wie salzhaltige Nasensprays und Nasenduschen.

Eine Methode, um langfristig unempfindlicher gegen die Allergene zu werden, ist eine Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie). Bei dieser Behandlung werden ähnlich wie bei einer Impfung regelmäßig niedrige Dosen des Allergens in die Haut gespritzt oder unter die Zunge gegeben. Eine spezifische Immuntherapie dauert etwa drei Jahre.

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