Mit der ambulanten Operation war ich zufrieden

Foto von Paar beim Zeitunglesen (Purestock / Thinkstock) Günter, 71 Jahre

„Als alles überstanden war, habe ich mir gedacht, dass ich mich viel früher hätte operieren lassen sollen.

Die ersten Veränderungen meiner Sehfähigkeit habe ich an einem Weihnachtsfest bemerkt: Die Kerzen am Weihnachtsbaum hatten für mich plötzlich zwei Flammen. Das konnte ja nicht richtig sein. Im Laufe der Zeit habe ich dann auch manchmal andere Dinge doppelt gesehen.

Irgendwann bin ich zum Augenarzt gegangen. Der meinte zu mir, dass ich einen Grauen Star hätte und wenn es schlimmer würde, müsste ich operiert werden. Aber ich hätte noch Zeit.

Ich habe zunehmend schlechter gesehen

Mit der Zeit habe ich beim Autofahren die Rücklichter der vor mir fahrenden Autos doppelt gesehen. Wenn ich mein linkes Auge abgedeckt hatte, konnte ich das Nummernschild am Auto vor mir nur bis zu einem Abstand von etwa fünf Metern lesen. In einem Abstand von zehn Metern konnte ich nur noch die Umrisse erkennen. Wenn ich mit beiden Augen geschaut habe, hat das gesunde Auge die Einschränkung ausgeglichen. Ich habe auch bemerkt, dass das räumliche Sehen nicht mehr so gut war. Wenn beispielsweise ein Auto auf der Straße auf mich zukam, dann musste ich den Kopf drehen, um die Entfernung abschätzen zu können. Auch hatte jede Lichtquelle eine sehr große Aura.

Mit der ambulanten Operation war ich zufrieden

So habe ich mich etwa ein Jahr durchgemogelt, dann bin ich wieder zum Augenarzt gegangen und der hat mich an einen Kollegen überwiesen, der mich operierte. Das war 1994, da war ich 51 Jahre alt. Ich wurde gefragt, ob ich ambulant oder stationär operiert werden möchte. Auf einen Termin in der Klinik hätte ich drei Monate warten müssen und das wollte ich nicht. Ich entschied mich für die ambulante Operation.

Der operierende Arzt hat mich beruhigt und gesagt, dass ich keine Bedenken zu haben brauche, dass ich eine Beruhigungsspritze erhalte und von der Operation nichts spüren würde. Ich benötigte jedoch einen Fahrer, der mich nach der Operation nach Hause fährt. Vor der Operation habe ich mir die Linse zeigen lassen, die eingesetzt werden sollte.

Ich musste anfangs regelmäßig zur Kontrolle

Ich wurde am rechten Auge operiert und hatte nach der Operation eine Plastikabdeckung auf diesem Auge, die ich etwa eine Woche getragen habe. Ich war dann anfangs jeden zweiten Tag zur Kontrolle bei meinem Arzt. Die vier Wochen nach der Operation war ich krankgeschrieben.

Am Anfang nach der Operation war die Farbwahrnehmung etwas anders, besonders bei den Blautönen. Aber das hat sich wieder eingespielt. Ich kann jetzt ohne Einschränkungen sehen.

Als alles überstanden war, habe ich gedacht, dass ich mich viel früher hätte operieren lassen sollen. Dann hätte ich etwa ein Jahr mit schlechtem Sehen vermieden.

Ich kann meinem Hobby wieder ungestört nachgehen

Ich filme in meiner Freizeit sehr gern. Vor der Operation habe ich nur mit meinem linken Auge gefilmt, weil es mit dem rechten nicht mehr ging. Seit der Operation kann ich auch wieder mit dem rechten Auge filmen. Das ist ganz fantastisch. Ich kann alles wieder scharf sehen – es ist einfach perfekt.

 

Danksagung

Erfahrungsberichte fassen Interviews mit Betroffenen zusammen. Alle Gesprächspartnerinnen und -partner haben der Veröffentlichung zugestimmt. Ihnen gilt unser herzlicher Dank.

Die Berichte geben einen Einblick in den persönlichen Umgang und das Leben mit einer Erkrankung. Die Aussagen stellen keine Empfehlung des IQWiG dar.

Hinweis: Um die Anonymität der Interviewten zu wahren, ändern wir ihre Vornamen. Die Fotos zeigen unbeteiligte Personen.