Wie schlecht meine Augen waren, habe ich erst nach der OP gemerkt

Foto von Frau mit Schirm (Marcus Miranda / iStock / Thinkstock) Christel, 74 Jahre

„Als ich nach der Operation nach Hause kam, war mein erster Ausspruch: Ich brauche einen Maler!“

Vor einigen Jahren hatte ich eine Netzhautablösung an einem Auge. Dadurch war ich fast blind. Das Auge wurde operiert, das hat prima geklappt und ich konnte im Anschluss daran wieder sehr gut sehen.

In einer der Kontrolluntersuchungen nach dieser Operation hatte die Ärztin angekündigt, dass sich in beiden Augen ein Grauer Star entwickelt. Das war aber noch in einem sehr frühen Stadium.

Die Sehfähigkeit verschlechterte sich ganz langsam

Mir ist damals allmählich aufgefallen, dass ich zum Beispiel Inschriften in alten Häusern nicht mehr richtig erkennen konnte oder es schwierig war, braune Schilder mit weißer Schrift zu lesen und ich war sehr blendempfindlich. Ich konnte die Farben auch nicht mehr so intensiv erkennen. Das habe ich aber nicht bewusst bemerkt, weil es ein schleichender Prozess war, also ganz langsam schlechter wurde.

Irgendwann hat meine Ärztin dann gesagt, dass es jetzt Zeit ist und an dem Grauen Star etwas gemacht werden sollte. Sie hat mir geraten, an beiden Augen die Linsen auszutauschen.

Ich wurde stationär operiert

Im Jahr 2004 wurde das erste Auge operiert. Da ich aufgrund der früheren Netzhautablösung als Risikopatientin galt, wurde ich stationär operiert. Der operierende Arzt im Krankenhaus hat mich entscheiden lassen, welches Auge zuerst gemacht werden soll. Ich habe mich für das Schlechtere entschieden, falls etwas schiefgehen sollte.

In der Klinik habe ich mich sehr gut aufgehoben gefühlt. Das Einzige, was ich unangenehm fand war, dass die Ärzte die Betäubung direkt in das Auge gespritzt haben. Das war aber eine Sache von wenigen Sekunden, in denen es wehtat. Ich war vor der Operation sehr aufgeregt und habe mich durch Tropfen ein wenig beruhigen lassen. Aber der Kopf wird ja fixiert, so dass man ihn nicht aus Versehen bewegen kann.

Nach der Operation konnte ich deutlich besser sehen

Als ich nach der Operation nach Hause kam, war mein erster Ausspruch: Ich brauche einen Maler! Da habe ich gesehen, dass meine Küche dringend einen Maler nötig hat, das ist mir vorher nie aufgefallen. Ich habe erst nach der Operation gemerkt, wie schlecht meine Sehfähigkeit vorher eigentlich schon war.

Beispielsweise war die Gasflamme wieder richtig bunt. Ich konnte beim Radfahren wieder die entgegenkommenden Autos anschauen und war nicht mehr so geblendet wie vorher. Selbst anderen ist es aufgefallen, dass ich wieder Schilder lesen konnte.

Bis ich dann nach der Operation eine Brille bekam, dauerte es etwa sechs Wochen. Das ist eine lange Warterei, aber so schlimm war es nicht. Ich bekam eine lange Liste vom Krankenhaus, auf was ich achten und was ich vermeiden sollte. Auf Anraten einer Freundin habe ich vor der Operation alles nach oben gestellt, weil man sich die sechs Wochen nach der Operation ja nicht mehr so bücken soll. Ich durfte keinen Sport machen, bis das Auge ausgeheilt war. Ich habe dann halt was anderes gemacht, war im Konzert und im Theater. Man darf nur nicht die Augen anstrengen. Und nach den sechs Wochen kann man ja wieder alles machen.

Anfang 2005 wurde dann das zweite Auge operiert. Und seitdem kann ich wieder, ohne mich anzustrengen, im Dunkeln Auto fahren.

Ich habe keine Einschränkungen mehr

Momentan trage ich nur eine Lesebrille, sonst brauche ich keine Brille. Am Auge spüre ich nichts und habe keine Schmerzen, das ist wirklich wunderbar. Ich habe keinerlei Einschränkungen.

Sehr wichtig war für mich das Vertrauen zu den Ärzten. Ich habe mich immer sehr gut betreut gefühlt und hatte nie Zweifel an den Entscheidungen.

In meinem Bekanntenkreis sind schon viele wegen eines Grauen Stars operiert worden und fast alle sind sehr zufrieden.

 

Danksagung

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