Gelenkpunktion

Gelenke sind Verbindungen zwischen zwei oder mehreren Knochen. Sie sorgen für die Beweglichkeit des Körpers. Ist ein Gelenk infolge einer Verletzung oder Erkrankung geschwollen oder entzündet, kann sich in seinem Inneren mehr Flüssigkeit ansammeln als normal. Dann sprechen Mediziner von einem Gelenkerguss.

Bei einer Gelenkpunktion wird mit einer feinen Hohlnadel ein wenig Flüssigkeit aus dem Gelenk entnommen. Punktionen gehören zu den häufigen Eingriffen bei Muskel- und Knochenerkrankungen. Besonders häufig wird das Knie- oder Schultergelenk punktiert.

Wann ist eine Gelenkpunktion nötig?

Wenn ein Gelenk geschwollen ist, kann die Untersuchung der Gelenkflüssigkeit helfen, die Ursache der Schwellung zu klären. Schon die Farbe der Flüssigkeit kann Aufschluss geben: Bei einem gesunden Gelenk ist sie in der Regel klar. Bei einer Verletzung ist sie meist blutig-rot, bei einer Entzündung trüb. Zusätzlich kann beispielsweise untersucht werden, ob die entnommene Flüssigkeit Bakterien enthält oder mehr weiße Blutkörperchen als normal.

Punktionen werden auch zur Behandlung eingesetzt, zum Beispiel um das Gelenk zu entlasten. Dazu entnimmt die Ärztin oder der Arzt mit der Spritze die überschüssige Gelenkflüssigkeit. Falls nötig, kann die Ärztin oder der Arzt bei der Punktion auch ein Medikament in das Gelenk spritzen.

Wie läuft die Untersuchung ab?

Eine besondere Vorbereitung ist in der Regel nicht notwendig. Damit keine Keime in das Gelenk gelangen, wird die Haut rund um die Punktionsstelle vor dem Einstich sorgfältig desinfiziert und manchmal mit einem sterilen Tuch abgedeckt. Die Ärztin oder der Arzt trägt sterile Einmalhandschuhe, meist auch OP-Kittel, Mundschutz und Haube. Die steril verpackten Einmalkanülen und Einwegspritzen werden erst unmittelbar vor der Punktion oder Injektion geöffnet.

Normalerweise fühlt sich eine Punktion so ähnlich an wie eine Blutabnahme. Eine örtliche Betäubung ist meist nicht nötig, es kann aber eine lokal betäubende Salbe oder ein Eisspray aufgetragen werden. Bei sehr kleinen oder tief liegenden Gelenken kann die Ärztin oder der Arzt mithilfe einer die Lage des Gelenks ermitteln und die richtige Punktions- oder Injektionsstelle auf der Haut markieren. Manchmal wird auch der ganze Eingriff unter Ultraschall-Kontrolle vorgenommen.

Die entnommene Flüssigkeit wird bei Bedarf in einem Untersuchungsröhrchen zur Analyse ins Labor geschickt. Nach der Punktion wird manchmal ein Druckverband angelegt. Das Gelenk muss in der Regel ruhig gestellt werden – wie lange, hängt von der Ursache der Schwellung ab und davon, ob bei der Punktion ein Medikament gespritzt wurde. Nach einer Punktion ist es wichtig, auf Anzeichen einer zu achten. Ist das Gelenk oder die Punktionsstelle gerötet, schwillt an oder wird heiß, sollte man sofort den Arzt informieren. Warnzeichen sind zudem Fieber und zunehmende Schmerzen.

Welche Risiken gibt es?

Vor einer Gelenkpunktion muss die Ärztin oder der Arzt in einem Aufklärungsgespräch den Eingriff und mögliche Risiken genau erklären.

Nach einer Punktion kann es zu Blutungen im Gelenk kommen. Auch Entzündungen an der Einstichstelle sind möglich. Werden Medikamente gespritzt, entsteht ein Druckgefühl, manchmal auch ein kurzfristiges Brennen. Außerdem sind Nebenwirkungen möglich wie eine allergische Reaktion, bei entzündungshemmenden Mitteln auch eine Gesichtsrötung, erhöhter Blutdruck, Herzklopfen oder Hitzegefühl.

Das größte Risiko ist eine Gelenkinfektion durch eingeschleppte Keime. Wie groß das Risiko ist, hängt von der Art und dem Ort der Punktion ab. Erkrankungen wie Diabetes oder eine Immunschwäche erhöhen das Infektionsrisiko.

Eine Gelenkpunktion ist nicht empfehlenswert, wenn im Bereich der Einstichstelle eine , eine Wunde oder eine Hauterkrankung besteht, denn dann ist die Infektionsgefahr besonders hoch.

Pschyrembel W. Klinisches Wörterbuch. Berlin: De Gruyter; 2014.

Robert Koch-Institut (RKI). Anforderungen an die Hygiene bei Punktionen und Injektionen. Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim Robert Koch-Institut. Bundesgesundheitsblatt 2011, 54: 1135-1144.

Tamborrini G, Krebs A. Injektionstechnik peripherer Gelenke und periartikulärer Strukturen aus der Sicht klinisch tätiger Rheumatologen. Praxis 2013; 102(8): 457-464.

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Aktualisiert am 29. Juni 2016
Nächste geplante Aktualisierung: 2021

Autoren/Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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