Einleitung

Enzalutamid (Handelsname Xtandi) ist seit Juni 2013 für Männer mit metastasiertem Prostatakrebs zugelassen, bei denen eine übliche Hormonblockade nicht mehr wirkt. Seit September 2018 ist Enzalutamid auch für nicht metastasierten Prostatakrebs zugelassen, wenn der Krebs trotz Hormonblockade wächst.

Die Blockade der Testosteronproduktion in den Hoden ist eine Möglichkeit, um das Fortschreiten eines Prostatakrebs zu verlangsamen. Wenn der Krebs trotz dieser Hormonblockade weiterwächst, sprechen Fachleute von einem „hormonrefraktären““ Prostatakarzinom.

Hat ein hormonrefraktärer Prostatakrebs bereits Absiedlungen (Metastasen) gebildet, ist eine Heilung nicht mehr möglich.

Der Wirkstoff Enzalutamid soll das Wachstum der Krebszellen hemmen.

Anwendung

Enzalutamid wird einmal täglich als Weichkapsel oder Tablette eingenommen, die Dosis beträgt 160 mg. Das entspricht vier Weichkapseln mit je 40 mg Enzalutamid oder zwei Filmtabletten mit je 80 mg.

Bei starken Nebenwirkungen kann die Behandlung kurzzeitig unterbrochen werden.

Andere Behandlungen

Enzalutamid bei metastasiertem Prostatakrebs 

Für Männer mit metastasiertem Prostatakrebs, bei denen die übliche Hormonblockade nicht mehr wirkt, kommen verschiedene Therapiemöglichkeiten infrage. Diese richten sich nach dem Erkrankungsstadium und den bisherigen Therapien.

  • Auch wenn die Hormonblockade nicht mehr wirkt, haben viele Männer eine Zeit lang noch keine oder nur leichte Beschwerden. In dieser Phase wird die Hormonblockade entweder unverändert fortgeführt oder durch nicht steroidale Antiandrogene (wie Flutamid oder Bicalutamid) oder Abirateron verstärkt.
  • Wenn stärkere Beschwerden auftreten, ist eine Chemotherapie mit Docetaxel eine Möglichkeit, die Beschwerden zu lindern. Wenn der Prostatakrebs während oder nach dieser Therapie weiter fortschreitet, werden die Patienten in der Regel durch eine auf ihre persönlichen Bedürfnisse und Beschwerden ausgerichtete unterstützende Therapie versorgt. Sie soll die Symptome so gut wie möglich lindern und die Lebensqualität verbessern. Dazu gehört beispielsweise eine Schmerzbehandlung mit zum Teil sehr starken Schmerzmitteln.

Enzalutamid bei nicht metastasiertem Prostatakrebs

Für Männer mit nicht metastasiertem Prostatakrebs, bei denen die übliche Hormonblockade nicht mehr ausreichend wirkt, kommt ein abwartendes Beobachten infrage. Die Hormonblockade wird beibehalten.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat zuletzt 2019 geprüft, ob Enzalutamid für Männer mit fortschreitendem Prostatakrebs Vor- und Nachteile im Vergleich zur Standardtherapie hat:

  • Enzalutamid bei metastasiertem Prostatakrebs nach Versagen der Hormonblockade
  • Enzalutamid bei metastasiertem Prostatakrebs während und nach einer Chemotherapie mit Docetaxel
  • Enzalutamid bei nicht-metastasiertem Prostatakrebs

Mehr Wissen

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse der Gutachten zusammen, die das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Enzalutamid (Xtandi).