Enzalutamid bei nicht metastasiertem Prostatakrebs

Männer mit nicht metastasiertem Prostatakrebs, der trotz einer Hormonblockade fortschreitet, werden in der Regel abwartend beobachtet. Die Hormonblockade wird beibehalten.

Womit wurde Enzalutamid verglichen?

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat zuletzt 2020 geprüft, welche Vor- und Nachteile Enzalutamid zusätzlich zu einem abwartenden Beobachten hat. Dem IQWiG lag eine relevante Studie mit 1401 Patienten vor. Bei allen Teilnehmern wurde die Hormonblockade beibehalten und es wurde abwartend vorgegangen, 933 Männer erhielten zusätzlich Enzalutamid.

Welche Vorteile hat Enzalutamid?

Lebenserwartung: Die Studie deutet darauf hin, dass Enzalutamid das Leben verlängern kann. Nach etwa 3,5 Jahren waren von 100 mit Enzalutamid behandelten Männern 31 gestorben. Ohne Enzalutamid waren es 38 von 100 Männern.

Schwere Erkrankungen der Nieren und der Harnwege: Die Studie deutet darauf hin, dass Enzalutamid schwere Erkrankungen der Niere und der Harnwege verzögern kann. Von 100 mit Enzalutamid behandelten Männern hatten etwa 9 eine solche Erkrankung. Ohne Enzalutamid waren es etwa 10 von 100.

Welche Nachteile hat Enzalutamid?

Erhöhter Blutdruck: Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass es bei Männern, die Enzalutamid einnehmen, häufiger zu einem erhöhten Blutdruck kommt. Das war bei 6 von 100 Männern der Fall, die Enzalutamid einnahmen. Ohne Enzalutamid waren es etwa 2 von 100 Männern.

Schwere allgemeine Beschwerden: Beschwerden wie zum Beispiel starke Ermüdung, Schwäche und Ödeme traten bei Behandlung mit Enzalutamid häufiger auf. Davon waren mit Enzalutamid etwa 8 von 100 Männern betroffen. Ohne Enzalutamid waren es etwa 2 von 100.

Schwere Erkrankungen des Nervensystems: Die Studie weist darauf hin, dass zum Beispiel Schwindel, Ohnmacht und Kopfschmerzen bei Einnahme von Enzalutamid häufiger auftreten: Davon waren etwa 7 von 100 Männern betroffen. Ohne Enzalutamid waren es etwa 2 von 100 Männern.

Psychiatrische Erkrankungen: Auch Erkrankungen wie Angst, Depression und Schaflosigkeit waren mit Enzalutamid häufiger: Bei etwa 16 von 100 Männern kam es zu diesen Erkrankungen. Ohne Enzalutamid waren es etwa 6 von 100 Männern.

Wo zeigte sich kein Unterschied?

Zwischen den beiden Behandlungen zeigte sich kein Unterschied:

  • beim Auftreten starker Schmerzen
  • bei der Beeinträchtigung durch Schmerzen
  • beim Gesundheitszustand
  • bei schweren Nebenwirkungen insgesamt
  • bei Therapieabbrüchen wegen Nebenwirkungen
  • bei der Lebensqualität