Der Impfstoff Nuvaxovid (Novavax) zur Impfung gegen Corona

Frau mit Maske wird von einem Arzt in den Oberarm geimpft
PantherMedia / Milkos

Der Impfstoff Nuvaxovid (NVX-CoV2373, Hersteller: Novavax) ist ein Impfstoff gegen das Corona-Virus SARS-CoV-2. Der Impfstoff wurde bislang in zwei Studien mit knapp 45.000 Teilnehmenden erprobt. Nach den Ergebnissen kann er vor Covid-19 schützen, der Erkrankung durch dieses . Vorübergehende Nebenwirkungen der Impfungen wie Schmerzen an der Einstichstelle, und Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Muskelschmerzen sind zwar häufig, bleiben aber meist leicht. Für einen vollständigen Impfschutz sind 2 Impfungen im Abstand von (mindestens) drei Wochen nötig.

Art des Impfstoffs

Der Impfstoff Nuvaxovid (auch: NVX-CoV2373) ist ein so genannter Proteinimpfstoff. Er enthält Coronavirus-ähnliche Partikel mit dem Corona-Eiweiß „Spike-Protein“. Durch die wird das angeregt, Abwehrstoffe ( und T-Zellen) gegen SARS-CoV-2 zu bilden. Wenn die geimpfte Person später in Kontakt mit diesem Coronavirus kommt, wird es schnell durch das erkannt und gezielt bekämpft.

Durch die entstehen im Körper keine Coronaviren. Die im Impfstoff enthaltenen Eiweiß-Partikel können sich nicht vermehren.

Nuvaxovid enthält keine Erbinformation wie mRNA oder .

Informationen zu weiteren Inhaltsstoffen finden sich im Beipackzettel.

Für wen ist Nuvaxovid (Novavax) zugelassen?

Die EU-Kommission hat den Impfstoff Nuvaxovid am 20. Dezember 2021 in der europäischen Union für Erwachsene ab 18 Jahren zugelassen.

Anfangs hieß der Impfstoff nur NVX-CoV2373. Im Rahmen der Zulassung hat der Impfstoff den Namen Nuvaxovid erhalten.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt den Impfstoff allen Personen ab 18 Jahren für die Grundimmunisierung. Er ist bislang nicht für eine Booster-Impfung zugelassen.

Erste Lieferungen sind für Ende Februar 2022 geplant. Nuvaxovid soll dann zunächst vor allem ungeimpftem Personal in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen angeboten werden.

Zugelassene Corona-Impfstoffe

In Deutschland stehen folgende Impfstoffe gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 zur Verfügung:

Name des Impfstoffs Altersgruppe Hersteller Zulassung
Comirnaty ab 16 Biontech/Pfizer Dezember 2020
Comirnaty ab 12 Biontech/Pfizer Mai 2021
Comirnaty ab 5 Biontech/Pfizer November 2021
Spikevax ab 18 Moderna Biotech Januar 2021
Spikevax ab 12 Moderna Biotech Juli 2021
Vaxzevria/Covid-19 Vaccine AstraZeneca ab 18 AstraZeneca Januar 2021
Jcovden ab 18 Janssen-Cilag/Johnson und Johnson März 2021
Nuvaxovid ab 18 Novavax Dezember 2021

Wie läuft die Impfung ab?

Nuvaxovid wird in die Muskulatur eines Oberarms gespritzt. Es sind insgesamt zwei Spritzen erforderlich: Die zweite Impfdosis wurde in der Zulassungsstudie drei Wochen nach der ersten gegeben.

Wie wurde der Impfstoff Nuvaxovid / Novavax untersucht?

Der Impfstoff wurde in zwei Studien mit insgesamt etwa 45.000 Teilnehmenden untersucht. An der größeren Studie nahmen etwa 30.000 Personen teil. Die letzte Auswertung erfolgte im April 2021. Bis dahin waren etwa drei Monate nach der vergangen.

Die Studie hat untersucht, wie gut der Impfstoff Nuvaxovid eine Erkrankung mit Covid-19 verhindern kann. Darunter fielen alle Arten von Erkrankungen, von leicht bis schwer.

Wer nahm an der Studie teil?

Die Teilnehmenden waren zwischen 18 und 95 Jahre alt. Die Personen entsprachen grundsätzlich in etwa der normalen Bevölkerung: Neben Gesunden nahmen auch Menschen mit leichteren Erkrankungen oder chronischen Krankheiten teil. Darunter waren auch Personen mit Erkrankungen wie Diabetes, bei denen das Risiko für einen schweren Verlauf von Covid-19 erhöht ist. Es nahmen etwa gleich viele Frauen und Männer teil.

Welche Studiengruppen gab es?

Eine Gruppe der Teilnehmenden bekam den Impfstoff Nuvaxovid / Novavax, die andere ein Scheinmedikament () in Form einer Kochsalzlösung.

Wer wurde von der Teilnahme ausgeschlossen?

Ausgeschlossen wurden Personen mit sehr schweren akuten oder chronischen Erkrankungen, einer Immunschwäche oder anderen speziellen Risiken. Auch Schwangere und stillende Mütter nahmen nicht teil.

Wie gut wirkt der Impfstoff Nuvaxovid / Novavax?

In der Studie wurde untersucht, wie gut die eine durch das Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöste Covid-19-Erkrankung verhindern konnte. Covid-19-Erkrankung hieß: Neben einem positiven PCR-Test mussten Symptome wie beispielsweise Fieber, Husten oder Atemnot vorliegen.

Wie gut beugt die Impfung einer Covid-19-Erkrankung vor?

Bei der Berechnung der folgenden Ergebnisse wurden nur die Personen betrachtet, die beide Impfdosen bekommen haben. Um die Zahlen besser vergleichen zu können, haben wir alle Ergebnisse auf 10.000 Personen umgerechnet.

Tabelle: Wirksamkeit des Impfstoffs Nuvaxovid / Novavax
Wie viele Personen erkrankten innerhalb von 3 Monaten an Covid-19?
Nuvaxovid
77
von 10.000
8
von 10.000
Prozentuale Verringerung des Risikos: ca. 90 %

Die Tabelle zeigt: Das Risiko, an Covid-19 zu erkranken, sank durch die mit Nuvaxovid deutlich (um etwa 90 %).

Zum Vergleich: Die Grippe-Impfung hat im Durchschnitt eine Wirksamkeit von 60 %.

Die schützte in den unterschiedlichen Altersgruppen ähnlich gut. Bei Menschen mit Vorerkrankungen war der Impfstoff ebenso wirksam.

Wie gut beugt die Impfung schweren Verläufen vor?

Es wurde auch untersucht, ob eine mit Nuvaxovid schwere Krankheitsverläufe vermeiden kann. Eine schwere Covid-19-Erkrankung hieß unter anderem: Jemand benötigte wegen einer sehr niedrigen Sauerstoffsättigung eine Behandlung mit Sauerstoff, hatte einen Kreislaufschock, ein Lungenversagen, wurde auf eine Intensivstation verlegt oder starb an Covid-19.

Tabelle: Wirksamkeit von Nuvaxovid / Novavax - schwere Covid-19-Erkrankungen
Wie viele Personen erkrankten innerhalb von 3 Monaten schwer an Covid-19?
Nuvaxovid
5
von 10.000
0
von 10.000

Die Tabelle zeigt: Der Impfstoff Nuvaxovid kann das Risiko für einen schweren Verlauf verringern. Allerdings traten in der Studie zu wenige Fälle auf, um verlässlich beurteilen zu können, wie gut der Impfstoff schwere Verläufe verhindert.

Schützt schon die erste Impfdosis?

Nach der ersten Dosis besteht vermutlich schon ein gewisser Schutz vor einer Covid-19-Erkrankung. Der mit dem Impfstoff Nuvaxovid maximal erreichbare Schutz wird nach der zweiten Dosis erreicht.

Lässt der Impfschutz mit der Zeit nach?

In den ersten Monaten nach der ist der Impfschutz stabil. Wie bei anderen Impfstoffen ist es aber auch bei Nuvaxovid möglich, dass der Impfschutz mit der Zeit nachlässt.

Kann man trotz Impfschutz das Coronavirus übertragen?

Auch Geimpfte können das Coronavirus übertragen. Wer geimpft ist, gibt das aber seltener weiter. Man kann sich zwar trotz mit dem Coronavirus anstecken, das vermehrt sich dann aber in kleineren Mengen und verschwindet auch schneller wieder als bei Ungeimpften.

Welche Nebenwirkungen treten auf?

Es ist normal, dass nach einer bestimmte Nebenwirkungen auftreten. Denn es kann zeigen, dass der Körper auf den Impfstoff reagiert und Abwehrstoffe bildet. Meist sind die Nebenwirkungen leicht und legen sich innerhalb einiger Tage wieder.

Impfreaktionen von Nuvaxovid

Die folgenden Zahlen stammen aus der Zulassungsstudie von Nuvaxovid. Um sie besser vergleichen zu können, haben wir alle Ergebnisse auf Prozent umgerechnet.

Tabelle: Impfreaktionen von Nuvaxovid / Novavax
Wie häufig traten vorübergehende Impfreaktionen auf? Nuvaxovid
Reaktionen an der Einstichstelle
(wie Schmerzen, Rötung oder Schwellung)
bei 22 % bei 79 %
Körperliche Beschwerden
(wie Kopfschmerzen, Muskel- oder Gelenkschmerzen, Erschöpfung)
bei 36 % bei 70 %

Impfkomplikationen von Nuvaxovid

Es gibt bisher keine Hinweise darauf, dass es durch den Corona-Impfstoff zu schweren Nebenwirkungen kommt.

Wie wird die Sicherheit der Impfstoffe überwacht?

Sehr seltene Nebenwirkungen können während der Zulassungsstudien eines Impfstoffs meist nicht erkannt werden. Deshalb überwachen internationale Behörden nach der Zulassung von Impfstoffen immer die Verdachtsmeldungen zu Nebenwirkungen. In Deutschland veröffentlicht das Paul-Ehrlich-Institut dazu regelmäßig "Sicherheitsberichte".

Wenn weltweit Millionen von Menschen gegen Corona geimpft werden, ist allein aufgrund von Zufall zu erwarten, dass immer wieder nach einer schwerere Erkrankungen auftreten.

Die Behörden müssen dann genau prüfen, ob tatsächlich ein Zusammenhang mit der besteht oder ob es sich um Zufall handelt. Diese Prüfung führt dann unter Umständen dazu, dass die Liste der möglichen Nebenwirkungen im Laufe der Zeit ergänzt wird.

Welche Fragen sind noch offen?

Unklar ist:

  • Wie lange hält der Impfschutz an?
  • Wie gut schützt eine dritte ?
  • Gibt es sehr seltene Nebenwirkungen, die sich bislang nicht zeigten?
  • Wie gut verhindert der Impfstoff die Übertragung des Coronavirus SARS-CoV-2

Die Zulassungsstudien zum Impfstoff Nuvaxovid werden fortgesetzt. Zudem wird die Wirksamkeit bei Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren untersucht. Deshalb kann es in den nächsten Monaten noch weitere Erkenntnisse zur Wirksamkeit und zu Nebenwirkungen geben.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zu den Impfungen gibt es auf den Seiten des Robert Koch-Instituts sowie des Paul Ehrlich-Instituts.

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Aktualisiert am 07. Februar 2022
Nächste geplante Aktualisierung: 2022

Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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