Der Impfstoff Moderna (mRNA-1273, Moderna Biotech) zur Impfung gegen Corona

Foto der Impfung eines Mannes
PantherMedia / lacheev

Moderna ("Covid-19 Vaccine Moderna") ist ein Impfstoff gegen das Coronavirus SARS-CoV-2. Der Impfstoff wurde zur Zulassung in einer Studie mit etwa 30.000 Teilnehmenden erprobt. Nach den Ergebnissen kann er vor Covid-19 schützen, der Erkrankung durch dieses . Vorübergehende Nebenwirkungen der Impfungen wie Schmerzen an der Einstichstelle, Fieber, Kopfschmerzen oder Muskel- oder Gelenkschmerzen sind zwar häufig, bleiben aber meist leicht. Fragen zur längerfristigen Wirkung des Impfstoffs lassen sich im Moment noch nicht beantworten.

Art des Impfstoffs

Moderna (vorher: mRNA-1273) ist ein sogenannter mRNA-basierter Impfstoff (mRNA = Messenger-Ribonukleinsäure). Die mRNA enthält den „Bauplan“ (Gen) für ein Eiweiß auf der Oberfläche des Coronavirus SARS-CoV-2. Durch die gelangt dieser Bauplan über winzige Fettpartikel (Fett-Nanokörperchen) in die Körperzellen. Sie stellen dann für eine kurze Zeit das Corona-Eiweiß (S-Protein) her. Dadurch wird das angeregt, Abwehrstoffe ( und T-Zellen) gegen dieses S-Protein zu bilden. Wenn die geimpfte Person später in Kontakt mit diesem Coronavirus kommt, wird dieser schnell durch das erkannt und gezielt bekämpft.

Bei der entstehen keine Coronaviren.

Informationen zu weiteren Inhaltsstoffen finden sich im Beipackzettel.

Für wen ist der Impfstoff Moderna zugelassen?

Die EU-Kommission hat den Impfstoff Moderna am 6. Januar 2021 in der europäischen Union für Personen ab 18 Jahren zugelassen.

Anfangs hieß der Impfstoff mRNA-1273. Im Rahmen der Zulassung hat der Impfstoff durch den Hersteller den Namen "Covid-19 Vaccine Moderna" erhalten - kurz "Moderna".

Informationen dazu, welchen Personengruppen in welcher Reihenfolge eine Corona-Impfung in Deutschland angeboten werden soll, veröffentlicht die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch Instituts (RKI).

Weitere zugelassene Corona-Impfstoffe

In Deutschland stehen folgende Impfstoffe gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 zur Verfügung:

Tabelle: Liste der verfügbaren Corona-Impfstoffe
Name des Impfstoffs Altersgruppe Hersteller Zulassung
Comirnaty ab 16 Biontech/Pfizer Dezember 2020
Comirnaty ab 12 Biontech/Pfizer steht noch aus
Covid-19 Vaccine Moderna ab 18 Moderna Biotech Januar 2021
Vaxzevria/Covid-19 Vaccine AstraZeneca ab 18 AstraZeneca Januar 2021
Covid-19 Vaccine Janssen ab 18 Janssen-Cilag/Johnson und Johnson März 2021

Wie läuft die Impfung ab?

Moderna wird in die Muskulatur eines Oberarms gespritzt. Es sind zwei Spritzen erforderlich: Die zweite Impfdosis wird 4 bis 6 Wochen nach der ersten gegeben.

Wie wurde der Impfstoff Moderna untersucht?

Die Wirksamkeit des Impfstoffs wurde zur Zulassung in einer Studie mit etwa 30.000 Teilnehmenden untersucht. Die letzte Auswertung erfolgte Ende November 2020. Bis dahin waren im Mittel () etwa 2 Monate nach der vergangen.

Die Studie hat untersucht, wie gut der Impfstoff Moderna eine Erkrankung mit Covid-19 verhindern konnte. Darunter fielen alle Arten von Erkrankungen, von leicht bis schwer.

Wer nahm an der Studie teil?

Die Teilnehmenden waren zwischen 18 und 95 Jahren alt. Etwa 25 % waren älter als 65 Jahre. Die Personen entsprachen grundsätzlich in etwa der normalen Bevölkerung: Neben Gesunden nahmen auch Personen mit leichteren Erkrankungen oder chronischen Krankheiten teil. Unter letzteren waren auch Menschen mit Erkrankungen wie Diabetes oder , bei denen das Risiko für einen schweren Verlauf von Covid-19 erhöht ist. Es nahmen etwa gleich viele Frauen und Männer teil.

Unter den Teilnehmenden waren etwa 7600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Kliniken, Praxen und Pflege.

Welche Studiengruppen gab es?

Eine Hälfte der Teilnehmenden bekam den Impfstoff, die andere ein Scheinmedikament () in Form einer Kochsalzlösung gespritzt.

Wer wurde von der Teilnahme ausgeschlossen?

Ausgeschlossen waren beispielsweise Menschen mit akuten Krankheitsbeschwerden wie Fieber, einer starken Immunschwäche oder anderen speziellen Risiken. Auch Kinder und Schwangere nahmen nicht teil.

Wie gut wirkt der Impfstoff Moderna?

In der Zulassungstudie wurde untersucht, wie gut die eine durch das Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöste Covid-19-Erkrankung verhindern konnte. Covid-19-Erkrankung hieß: neben einem positiven PCR-Test mussten Symptome wie beispielsweise Fieber, Husten oder Atemnot vorliegen.

Wie gut beugt die Impfung einer Covid-19-Erkrankung vor?

Bei der Berechnung der folgenden Ergebnisse wurden nur die Personen betrachtet, die beide Impfdosen bekommen haben. Um die Zahlen besser vergleichen zu können, haben wir alle Ergebnisse auf 10.000 Personen umgerechnet.

Tabelle: Wirksamkeit von Moderna - alle Covid-19-Erkrankungen
Wie viele Personen erkrankten an Covid-19?
Moderna
133
von
10.000
8
von
10.000
Prozentuale Verringerung des Risikos: ca. 94 %

Die Tabelle zeigt: Das Risiko, an Covid-19 zu erkranken, sank durch die deutlich. Die schützte jüngere Altersgruppen etwas besser (96 %) als Menschen über 65 Jahren (86 %).

Zum Vergleich: Die Grippe-Impfung hat im Durchschnitt eine Wirksamkeit von 60 %.

Bei Menschen mit Vorerkrankungen war der Corona-Impfstoff ebenso wirksam.

Wie gut beugt die Impfung schweren Verläufen vor?

Es wurde auch untersucht, ob eine mit Moderna schwere Krankheitsverläufe vermeiden kann. Eine schwere Covid-19-Erkrankung hieß unter anderem: Jemand hatte eine sehr niedrige Sauerstoffsättigung, sodass er zum Beispiel eine Behandlung mit Sauerstoff benötigte, er oder sie hatte einen Kreislaufschock, Lungenversagen, wurde auf eine Intensivstation verlegt oder starb an Covid-19.

Die Studie zeigt, dass der Impfstoff Moderna das Risiko für einen schweren Verlauf deutlich verringern konnte.

Tabelle: Wirksamkeit von Moderna - schwere Covid-19-Erkrankungen
Wie viele Personen erkrankten schwer an Covid-19?
Moderna
22
von
10.000
0
von
10.000
Prozentuale Verringerung des Risikos: 100 %

Schützt auch schon die erste Impfdosis?

Etwa 2 Wochen nach der ersten Dosis hat man schon einen gewissen Schutz gegen eine Covid-19-Erkrankung. Den vollen Impfschutz hat man erst eine Woche nach der zweiten Dosis.

Ist die Impfung auch für Menschen sinnvoll, die bereits eine SARS-CoV-2-Infektion hinter sich haben?

Menschen, die bereits infiziert waren, haben einen gewissen Schutz vor einer Erkrankung mit COVID-19. Laut der STIKO reicht in diesem Fall eine einmalige aus, um ausreichend geschützt zu sein. Die sollte frühestens 6 Monate nach der erfolgen.

Wie wirksam ist der Impfstoff gegen Varianten des Corona-Virus?

In verschiedenen Ländern und Regionen treten Varianten des Corona-Virus auf. Diese Varianten unterscheiden sich zum Beispiel durch Mutationen des S-Proteins voneinander. Sie werden wissenschaftlich untersucht, unter anderem um festzustellen, ob sie leichter von Mensch zu Mensch übertragbar sind und wie gut die vorhandenen Impfstoffe schützen.

Das Robert Koch-Institut (RKI) geht bislang davon aus, dass der Impfstoff Moderna gegen die derzeit in Deutschland häufig vorkommenden Varianten wirksam ist. Das RKI aktualisiert seine Einschätzung regelmäßig.

Kann man trotz Impfschutz das Coronavirus übertragen?

Wer geimpft ist, gibt das nach Einschätzung des RKI nur noch selten weiter. Manche stecken sich zwar trotz mit dem Coronavirus an, das vermehrt sich dann aber in kleineren Mengen und verschwindet auch schneller wieder. Trotzdem werden auch Geimpften derzeit noch die allgemeinen Schutzmaßnahmen empfohlen.

Welche Nebenwirkungen treten auf?

Es ist normal, dass nach einer bestimmte Nebenwirkungen auftreten. Denn es kann zeigen, dass der Körper auf den Impfstoff reagiert und Abwehrstoffe bildet. Meist sind diese Impfreaktionen leicht und legen sich innerhalb einiger Tage wieder.

Die folgenden Zahlen stammen aus der Zulassungsstudie. Um sie besser vergleichen zu können, haben wir alle Ergebnisse auf Prozent umgerechnet.

Tabelle: Impfreaktionen von Moderna
Wie häufig traten vorübergehende Impfreaktionen auf? Placebo Moderna
Reaktionen an der Einstichstelle
(wie Schmerzen, Rötung oder Schwellungen)
bei 29 % bei 92 %
Körperliche Beschwerden
(wie Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Muskel- oder Gelenkschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen)
bei 53 % bei 83 %

Es gibt bisher keine Hinweise darauf, dass es durch die zu schweren Nebenwirkungen kommt.

In der Impfgruppe trat bei sehr wenigen Menschen (0,01 %) eine Lähmung des Gesichtsnervs () auf. Es kam auch zu möglicherweise allergischen Reaktionen (bei 0,4 %). Ob beides im Zusammenhang mit der steht, ist jedoch unklar. Die Arzneimittelbehörden beobachten und prüfen solche Fälle weiter gründlich.

Wie wird die Sicherheit der Corona-Impfstoffe überwacht?

Sehr seltene Nebenwirkungen können während der Zulassungsstudien eines Impfstoffs meist nicht erkannt werden. Deshalb überwachen internationale Behörden nach der Zulassung von Impfstoffen immer die Verdachtsmeldungen zu Nebenwirkungen. In Deutschland veröffentlicht das Paul-Ehrlich-Institut dazu regelmäßig "Sicherheitsberichte".

Wenn jetzt nach und nach in Deutschland und weltweit Millionen von Menschen gegen Corona geimpft werden, ist allein aufgrund von Zufall zu erwarten, dass immer wieder nach einer schwerere Erkrankungen auftreten.

Die Behörden müssen dann genau prüfen, ob tatsächlich ein Zusammenhang mit der besteht oder ob es sich um Zufall handelt. Diese Prüfung führt dann unter Umständen dazu, dass die Liste der möglichen Nebenwirkungen im Laufe der Zeit ergänzt wird.

Nach der Impfung: Welche Vorsichtsmaßnahmen werden empfohlen?

Die Arzneimittelbehörden empfehlen, Geimpfte nach der Spritze für mindestens 15 Minuten zu beobachten, um auf unmittelbare Nebenwirkungen wie allergische Reaktionen reagieren zu können.

Bei bestimmten Menschen könnte das Risiko für Nebenwirkungen durch den Impfstoff höher sein. Deshalb ist es wichtig, beim Aufklärungsgespräch vor der zu klären, ob jemand:

  • schon einmal eine schwere allergische Reaktion oder Atemprobleme nach einer früheren hatte,
  • nach einer schon einmal ohnmächtig wurde (beispielsweise aus Stress oder Angst vor der Spritze),
  • gerade eine schwere Erkrankung oder eine mit hohem Fieber hat,
  • eine Störung der hat oder leicht zu Blutungen neigt,
  • schwanger ist (oder dies vermutet) oder stillt.

Das gilt auch für Personen mit einem geschwächten , beispielsweise durch HIV oder durch die Einnahme von Medikamenten wie .

Der mRNA-Impfstoff Moderna ist kein Lebendimpfstoff. Er kommt deshalb grundsätzlich auch für Menschen mit einen geschwächten infrage.

Welche Fragen sind noch offen?

Unklar ist:

  • Wie lange hält der Impfschutz an?
  • Gibt es seltene Nebenwirkungen, die sich in der Studie nicht zeigten?
  • Gibt es verzögerte Nebenwirkungen, die sich erst Monate nach der zeigen?
  • Wie wirksam und sicher ist der Impfstoff bei Gruppen, die in den Studien entweder gar nicht oder kaum eingeschlossen waren (zum Beispiel Kinder, Schwangere oder Menschen mit einer starken Immunschwäche)?
  • Wie gut schützt die vor Langzeitschäden durch Covid-19?
  • Wie wirksam werden auch asymptomatische Infektionen verhindert?
  • Wie gut verhindert der Impfstoff die Übertragung des Coronavirus SARS-CoV-2?

Die Zulassungsstudie zum Impfstoff Moderna wird fortgesetzt. Außerdem wird derzeit die Wirksamkeit bei Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren untersucht. Deshalb kann es in den nächsten Monaten noch weitere Erkenntnisse zur Wirksamkeit und zu Nebenwirkungen geben.

Baden LR, El Sahly HM, Essink B et al. Efficacy and Safety of the mRNA-1273 SARS-CoV-2 Vaccine. N Engl J Med 2020.

European Medicines Agency (EMA). COVID-19 Vaccine Moderna. 2021.

Food and Drug Administration (FDA). Vaccines and Related Biological Products Advisory Committee Meeting December 17, 2020. FDA Briefing Document. Moderna COVID-19 Vaccine. 12.2020.

Moderna. A Phase 3, Randomized, Stratified, Observer-Blind, Placebo-Controlled Study to Evaluate the Efficacy, Safety, and Immunogenicity of mRNA-1273 SARS-CoV-2 Vaccine in Adults Aged 18 Years and Older. 08.2020.

Robert Koch-Institut. Epidemiologisches Bulletin 2/2021.

IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Ärzten und anderen Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung.

Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Autoren-Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

Seite kommentieren

Was möchten Sie uns mitteilen?

Wir freuen uns über jede Rückmeldung. Ihre Bewertungen und Kommentare werden von uns ausgewertet, aber nicht veröffentlicht. Ihre Angaben werden von uns vertraulich behandelt.

Bitte beachten Sie, dass wir Sie nicht persönlich beraten können. Hinweise zu Beratungsangeboten finden Sie hier.

Aktualisiert am 29. Mai 2021
Nächste geplante Aktualisierung: 2021

Autoren/Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

So halten wir Sie auf dem Laufenden

Folgen Sie uns auf Twitter oder abonnieren Sie unseren Newsletter oder Newsfeed. Auf YouTube finden Sie unsere wachsende Videosammlung.