COVID-19 Vaccine Valneva zur Impfung gegen Corona

Foto von Mann mit Pflaster am Oberarm

COVID-19 Vaccine Valneva ist ein Impfstoff gegen das Corona-Virus SARS-CoV-2. Durch die bilden sich Abwehrstoffe gegen Covid-19. Vorübergehende Nebenwirkungen der Impfungen wie Schmerzen an der Einstichstelle, Fieber, Kopfschmerzen oder Muskelschmerzen sind zwar häufig, bleiben aber meist leicht.

Art des Impfstoffs

COVID-19 Vaccine Valneva ist ein sogenannter Totimpfstoff (inaktivierter und adjuvantierter Ganzvirusimpfstoff). Der Impfstoff enthält abgetötete Bestandteile des SARS-CoV-2-Virus sowie Wirkverstärker (Adjuvanzien). Mit der wird das angeregt, Abwehrstoffe ( und T-Zellen) gegen das SARS-CoV-2-Virus zu bilden. Wenn die geimpfte Person später in Kontakt mit diesem Coronavirus kommt, wird dieser schnell durch das erkannt und gezielt bekämpft.

Informationen zu weiteren Inhaltsstoffen finden sich im Beipackzettel.

Für wen ist COVID-19 Vaccine Valneva zugelassen?

Die EU-Kommission hat den Impfstoff COVID-19 Vaccine Valneva im Juni 2022 in der Europäischen Union für Personen zwischen 18 und 50 Jahren zugelassen. Bei Menschen über 50 Jahren ist der Impfstoff kaum untersucht.

Derzeit steht der Impfstoff in Deutschland noch nicht zur Verfügung. Ob und wann das der Fall sein wird, ist noch nicht klar.

Weitere zugelassene Corona-Impfstoffe

In Deutschland stehen folgende Impfstoffe gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 zur Verfügung:

Tabelle: Liste der verfügbaren Corona-Impfstoffe
Name des Impfstoffs Altersgruppe Hersteller Zulassung
Comirnaty ab 16 Biontech/Pfizer Dezember 2020
Comirnaty ab 12 Biontech/Pfizer Mai 2021
Comirnaty ab 5 Biontech/Pfizer November 2021
Spikevax ab 18 Moderna Biotech Januar 2021
Spikevax ab 12 Moderna Biotech Juli 2021
Vaxzevria/Covid-19 Vaccine AstraZeneca ab 18 AstraZeneca Januar 2021
Jcovden ab 18 Janssen-Cilag/Johnson und Johnson März 2021
Nuvaxovid ab 18 Novavax Dezember 2021
COVID-19 Vaccine Valneva 18 bis 50 Valneva Austria Juni 2022

Wie läuft die Impfung ab?

COVID-19 Vaccine Valneva wird in die Muskulatur eines Oberarms gespritzt. Es sind zunächst zwei Spritzen erforderlich: Die zweite Impfdosis wird frühestens 4 Wochen nach der ersten gegeben.

Wie wurde COVID-19 Vaccine Valneva untersucht?

Die Wirksamkeit und Sicherheit des Impfstoffs wurde in einer Studie mit etwa 4.000 Teilnehmenden untersucht. Die Auswertung der Wirksamkeit erfolgte etwa 2 Wochen nach der zweiten Impfdosis – mögliche Nebenwirkungen wurden bis 5 Monate nach der ersten Impfdosis erfasst. Die Daten wurden 2021 erhoben, vor Auftreten der Omikron-Variante.

Wer nahm an der Studie teil?

Die Teilnehmenden waren zwischen 18 und 71 Jahren alt, die meisten allerdings unter 50. Die Personen entsprachen also eher dem jüngeren und gesünderen Teil der Bevölkerung. Es nahmen mehr Männer als Frauen teil.

Welche Studiengruppen gab es?

Eine Gruppe bekam den COVID-19 Vaccine Valneva, die Kontrollgruppe den Impfstoff Vaxzevria (AstraZeneca).

Wer wurde von der Teilnahme ausgeschlossen?

Ausgeschlossen wurden Personen mit sehr schweren Erkrankungen, einer starken Immunschwäche oder anderen speziellen Risiken. Auch Schwangere nahmen nicht teil. Zudem wurden Menschen ausgeschlossen, die bereits eine nachgewiesene Coronainfektion hatten.

Wie gut wirkt der Impfstoff COVID-19 Vaccine Valneva?

In der Zulassungsstudie wurde untersucht, wie gut die mit COVID-19 Vaccine Valneva im Vergleich zu Vaxzevria wirkt. Dabei wurde in erster Linie verglichen, wie gut die Immunantwort des Körpers auf die Impfstoffe ist – das heißt, wie viele und T-Zellen gebildet werden. Wie sich die auf das Risiko auswirkt, an Covid-19 zu erkranken, wurde in der Studie nur ergänzend erfasst.

Wie gut ist die Immunantwort bei COVID-19 Vaccine Valneva?

Durch die mit COVID-19 Vaccine Valneva bilden sich mehr neutralisierende als durch die mit Vaxzevria. Es bildeten sich auch T-Zellen, die dafür sorgen, dass das das auch nach längerer Zeit noch erkennt und bekämpft.

Wie gut schützt der Impfstoff vor Covid-19?

COVID-19 Vaccine Valneva wirkte in der Zulassungsstudie in etwa so gut wie Vaxzevria. In beiden Gruppen traten ähnlich viele Covid-19-Erkrankungen auf. Schwere Fälle traten in keiner der beiden Gruppen auf.

Welche Nebenwirkungen treten auf?

Es ist normal, dass nach einer bestimmte Nebenwirkungen auftreten. Denn es kann zeigen, dass der Körper auf den Impfstoff reagiert und Abwehrstoffe bildet. Meist sind diese Impfreaktionen leicht und legen sich innerhalb einiger Tage wieder.

Impfreaktionen von COVID-19 Vaccine Valneva

Die folgenden Zahlen stammen aus der Zulassungsstudie. Um sie besser vergleichen zu können, stellen wir die Ergebnisse in Prozent dar.

Tabelle: Impfreaktionen von COVID-19 Vaccine Valneva im Vergleich zu Vaxzevria
Wie häufig traten vorübergehende Impfreaktionen auf? Valneva Vaxzevria
Reaktionen an der Einstichstelle (wie Schmerzen, Rötung oder Schwellung) bei 73 % bei 91 %
Körperliche Beschwerden (wie Fieber, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen) bei 70 % bei 91 %

Hinweise auf Impfkomplikationen durch COVID-19 Vaccine Valneva gab es nicht.

Wie wird die Sicherheit der Corona-Impfstoffe überwacht?

Sehr seltene Nebenwirkungen können während der Zulassungsstudien eines Impfstoffs meist nicht erkannt werden. Deshalb überwachen internationale Behörden nach der Zulassung von Impfstoffen immer die Verdachtsmeldungen zu Nebenwirkungen. In Deutschland veröffentlicht das Paul-Ehrlich-Institut dazu regelmäßig „Sicherheitsberichte“.

Wenn weltweit Millionen von Menschen gegen Corona geimpft werden, ist allein aufgrund von Zufall zu erwarten, dass immer wieder nach einer schwerere Erkrankungen auftreten.

Die Behörden müssen dann genau prüfen, ob tatsächlich ein Zusammenhang mit der besteht oder ob es sich um Zufall handelt. Diese Prüfung führt dann unter Umständen dazu, dass die Liste der möglichen Nebenwirkungen im Laufe der Zeit ergänzt wird.

Nach der Impfung: Welche Vorsichtsmaßnahmen werden empfohlen?

Die Arzneimittelbehörden empfehlen, Geimpfte nach der Spritze für mindestens 15 Minuten zu beobachten, um auf unmittelbare Nebenwirkungen wie allergische Reaktionen reagieren zu können.

Bei bestimmten Menschen könnte das Risiko für Nebenwirkungen durch den Impfstoff höher sein. Deshalb ist es wichtig, beim Aufklärungsgespräch vor der anzusprechen, wenn jemand

  • schon einmal eine schwere allergische Reaktion oder Atemprobleme nach einer früheren hatte,
  • nach einer schon einmal ohnmächtig wurde (beispielsweise aus Stress oder Angst vor der Spritze),
  • gerade eine schwere Erkrankung oder eine mit hohem Fieber hat,
  • eine Störung der hat oder leicht zu Blutungen neigt,
  • schwanger ist (oder dies vermutet) oder stillt.

Das gilt auch für Personen mit einem geschwächten , beispielsweise durch HIV oder durch die Einnahme von Medikamenten wie .

Welche Fragen sind noch offen?

Unklar ist zum Beispiel:

  • Wie gut wirkt COVID-19 Vaccine Valneva gegen die Omikron-Varianten?
  • Wie gut schützt der Impfstoff bei Menschen über 50 Jahren?
  • Wie lange hält der Impfschutz an?
  • Gibt es Nebenwirkungen, die sich bislang nicht zeigten?

Der Impfstoff COVID-19 Vaccine Valneva wird weiter untersucht. Deshalb kann es in den nächsten Monaten noch weitere Erkenntnisse zur Wirksamkeit und zu Nebenwirkungen geben.

Weitere Informationen zur Corona-Impfung

Weitere Informationen zu den Impfungen gibt es auf den Seiten des Robert Koch-Instituts sowie des Paul Ehrlich-Instituts.

Auch bei der Stiftung Warentest gibt es eine ausführliche Sammlung von Fragen und Antworten.

Der Ablauf der wird in den Bundesländern geregelt, die dazu eigene Informationen veröffentlicht haben.

IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Ärzten und anderen Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung.

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Erstellt am 07. Juli 2022
Nächste geplante Aktualisierung: 2022

Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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