Einleitung

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(PantherMedia / Markus Nicolini)
Während der Wechseljahre verändert sich das Zusammenspiel der Hormone im Körper einer Frau. Hormone steuern viele körperliche Vorgänge – bis sich der Organismus an die Veränderungen angepasst hat, dauert es seine Zeit. Die hormonelle Umstellung kann, muss aber nicht mit Beschwerden verbunden sein. Frauen erleben diese Jahre sehr unterschiedlich.

Ab etwa Mitte vierzig verringert der Körper allmählich die Produktion des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen. Die monatlichen Blutungen werden unregelmäßig und bleiben schließlich ganz aus. Die letzte Regelblutung wird „Menopause“ genannt – etwas irreführend, da es sich nicht um eine „Pause“ handelt, sondern um einen Schlusspunkt. Danach kann eine Frau nicht mehr schwanger werden. Im Durchschnitt haben Frauen ihre Menopause mit 51 Jahren. Es ist aber normal, dass einige Frauen deutlich jünger oder älter sein können.

Das Ende der körperlichen Fruchtbarkeit fällt für viele Frauen in eine Zeit, die auch mit anderen bedeutsamen Veränderungen in ihrem Leben verbunden ist: Die Kinder verlassen das Haus, manches Paar muss sich neu finden. Einige Frauen wagen einen beruflichen Neubeginn, andere treten kürzer. Dass der Körper allmählich an Kraft verliert, wird spürbar. Tatsächlich haben nur wenige der Beschwerden, die oft den Wechseljahren zugeschrieben werden, hormonelle Ursachen. Und nur wenige Frauen haben sehr starke Beschwerden. Typische Beschwerden wie Hitzewallungen kommen und gehen, und es gibt Möglichkeiten, sie zu lindern.

Symptome

Etwa die Hälfte bis zwei Drittel der Frauen haben in den Wechseljahren Hitzewallungen und Schweißausbrüche. Sie sind die häufigsten Beschwerden in dieser Zeit. Treten sie in der Nacht auf, können sie den Schlaf unterbrechen. Bei einigen Frauen machen sich die Hitzewallungen und Schweißausbrüche kaum störend bemerkbar. Bei anderen sind sie zeitweise so stark und häufig, dass sie das tägliche Leben beeinträchtigen. Eine Hitzewallung dauert durchschnittlich etwa drei Minuten. Wie oft Hitzewallungen auftreten, wie stark sie ausfallen und wie lange sie dauern, kann sich auch von Tag zu Tag ändern.

Bei den meisten Frauen hören diese Beschwerden innerhalb von ein bis zwei Jahren von selbst wieder auf. Etwa ein Drittel der Frauen erleben die Hitzewallungen und Schweißausbrüche jedoch über ungefähr fünf Jahre. Bei wenigen Frauen halten sie noch länger an.

Im Laufe der Wechseljahre verändert sich die Schleimhaut in der Scheide. Nach der Menopause ist sie meist dünner und produziert nicht mehr so viel Feuchtigkeit wie vorher.

Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für Knochenbrüche. Zeitgleich mit den Wechseljahren nehmen viele Frauen etwas an Gewicht zu. Für die meisten körperlichen und emotionalen Veränderungen während der Wechseljahre sind aber nicht oder nicht nur die hormonellen Umstellungen verantwortlich. Beschwerden wie Stimmungsschwankungen, sexuelle Probleme, Blasenschwäche oder Rückenschmerzen sind zum Beispiel keine direkte Folge der Wechseljahre. Sie können auch davor oder danach auftreten und verschiedene Gründe haben. Auch viele Männer haben mit ihnen zu tun.

Ursachen

Während der fruchtbaren Phase im Leben einer Frau produzieren ihre Eierstöcke die weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron. Beide Hormone bereiten den Körper nicht nur auf eine mögliche Schwangerschaft vor, sondern haben zum Beispiel auch Wirkungen auf die Haut und die Schleimhäute.

In den Eierstöcken reift jeden Monat aufs Neue ein Eibläschen (Follikel) heran, das selbst auch wieder Hormone produziert. Wird das reife Ei nach dem Eisprung nicht befruchtet, kommt es zur monatlichen Regelblutung. Mit Beginn der Wechseljahre verringern die Eierstöcke allmählich ihre Hormonproduktion. Zur Menopause kommt es, wenn sie aufhören, Eizellen freizugeben.

Nach bisherigem Wissen enthalten die Eierstöcke einer Frau bereits bei ihrer Geburt den gesamten Vorrat an Eizellen, der ihr im Laufe des Lebens zur Verfügung steht. Entscheidend für den Zeitpunkt der letzten Regelblutung ist vermutlich, wann dieser Vorrat aufgebraucht ist. Bis zu einem Alter von etwa 40 Jahren nimmt die Anzahl der heranreifenden Follikel langsam ab, danach sinkt sie sehr rasch, bis schließlich gar keine Follikel mehr heranreifen.

Bei jüngeren Frauen können die Wechseljahre als Nebenwirkung einer Behandlung einsetzen, beispielsweise der Entfernung oder Bestrahlung beider Eierstöcke im Rahmen einer Krebsbehandlung. Dies wird als „induzierte“ oder auch „künstliche“ Menopause bezeichnet. Die induzierte Menopause löst meist ähnliche Beschwerden aus wie die natürliche, stellt Frauen aber oft vor ganz eigene Fragen.

Verlauf

Die Wechseljahre kündigen sich bei einigen Frauen so behutsam an, dass sie es gar nicht bemerken. Andere Frauen bekommen den Beginn deutlich durch körperliche Symptome zu spüren. Bei manchen fallen die Blutungen mal stärker und mal schwächer aus, bei anderen werden die Abstände zwischen den Blutungen unregelmäßig.

Ungefähr mit 51 Jahren kommt es dann zur letzten Blutung, der Menopause. Sie lässt sich nur im Nachhinein feststellen – als Faustregel gilt: Ist die Regelblutung in zwölf aufeinander folgenden Monaten ganz ausgeblieben, war die letzte Blutung sehr wahrscheinlich die Menopause. Wenn die Menopause vor dem 40. Lebensjahr eintritt, wird sie als „vorzeitig“ bezeichnet.

Die ein oder zwei Jahre vor der letzten Regelblutung werden Prämenopause genannt, die Zeit danach Postmenopause. In diesem Zeitraum stellt sich der Körper auf ein neues hormonelles Gleichgewicht ein. Wie lange die Wechseljahre dauern, ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Meist sind es einige Jahre. Die Wechseljahre werden manchmal auch „Klimakterium“ genannt, nach dem lateinischen „climacter“ = Stufenleiter, in der Antike Symbol für einen „kritischen Punkt im menschlichen Leben“.

Es gibt Hinweise, dass das Alter, in dem eine Frau ihre letzte Blutung hat, erblich bedingt ist. Das bedeutet, dass die Menopause bei Müttern und Töchtern ungefähr im gleichen Alter auftritt. Es wird vermutet, dass es weitere Faktoren gibt, die den Zeitpunkt der Menopause beeinflussen. Dazu gehört die Zahl der Geburten. Die höhere Geburtenrate in einigen Entwicklungsländern könnte zum Beispiel dafür verantwortlich sein, dass Frauen dort die Menopause etwas früher erleben.

Außerdem sollen die Wechseljahre bei starken Raucherinnen früher eintreten, auch Über- oder Untergewicht oder die Zykluslänge sollen den Beginn beeinflussen. Allerdings existieren für keine dieser Vermutungen eindeutige Belege.

Folgen

Bei einer Reihe von Krankheiten wird angenommen, dass das Erkrankungsrisiko mit den Wechseljahren schneller zunimmt – zum Beispiel bei Herz-Kreislauf-Krankheiten und Osteoporose. Es stimmt zwar, dass Frauen nach den Wechseljahren ein höheres Herzinfarktrisiko haben als vorher, doch der Grund dafür ist allein der Altersunterschied. Die Wechseljahre haben darauf keinen Einfluss. Auch die Stabilität der Knochen hängt nicht nur von der Hormonmenge im Körper ab: Mit zunehmendem Alter werden die Knochen bei Frauen wie Männern brüchiger.

Die veränderte Scheidenschleimhaut ist anfälliger für Infektionen. Wird die Scheide bei sexueller Erregung nicht feucht genug, kann das den Geschlechtsverkehr unangenehm machen. Sexuelle Veränderungen in den mittleren Lebensjahren lassen sich aber nicht allein mit den Wechseljahren und Symptomen wie weniger feuchter Scheidenschleimhaut erklären. Auch die Situation in der Partnerschaft spielt eine große Rolle. Bislang gibt es keine Belege, dass die Wechseljahre an sich das sexuelle Empfinden oder Verlangen beeinträchtigen.

Oft unerwähnt bleiben positive Folgen der Wechseljahre: Mit dem Ausbleiben der Regelblutung sind Verhütung und Menstruationsbeschwerden kein Thema mehr. Letzteres kann für Frauen mit starker und / oder sehr schmerzhafter Blutung oder einer Endometriose die Lebensqualität erheblich verbessern.

Diagnose

Wenn eine Frau genau wissen möchte, ob ihre Wechseljahre begonnen haben, kann sie bei der Frauenärztin oder dem Frauenarzt untersuchen lassen, wie hoch der Anteil verschiedener Hormone in ihrem Blut ist. Der Hormonspiegel sagt jedoch nichts darüber aus, ob sie noch schwanger werden kann – oder ob eine Behandlung sinnvoll ist, falls sie Beschwerden hat.

In den Wechseljahren sinkt der Östrogenspiegel allmählich ab. Dadurch verschiebt sich das Verhältnis von Östrogen zu anderen Geschlechtshormonen. Außerdem reagiert der Körper auf den Rückgang der Östrogene, indem er mehr von einem anderen Hormon bildet, dem sogenannten follikelstimulierenden Hormon (FSH).

Diese Veränderungen sind typisch für die Wechseljahre. Eine Messung der Hormonspiegel ist aber gewöhnlich nicht geeignet, um festzustellen, ob die Menopause bereits eingetreten ist. Das liegt daran, dass die Hormonspiegel vor allem in der Phase um die letzte Regelblutung stark schwanken können. Auch eine Untersuchung der Eierstockfunktion bringt keine Sicherheit. Selbst wenn die Blutungen bereits sehr unregelmäßig sind, kann eine Frau immer noch schwanger werden.

Behandlung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Wechseljahrsbeschwerden zu lindern. Aber auch ohne Behandlung lassen Hitzewallungen und Schweißausbrüche bei fast allen Frauen mit der Zeit nach und gehen schließlich von selbst wieder weg. Die Wechseljahre sind keine Krankheit. Es ist normal, dass im mittleren Alter die Hormonspiegel sinken. Diese Hormone müssen nicht ersetzt werden.

Zur Linderung von Wechseljahrsbeschwerden werden zahlreiche komplementäre Präparate angeboten, häufig in Form von Nahrungsergänzungsmitteln. Ihr Nutzen ist bisher nicht belegt. Am besten untersucht sind Produkte, die pflanzliche Östrogene enthalten, sogenannte Phytoöstrogene. Sie sind beispielsweise in Präparaten auf Sojabasis enthalten. Ob sie tatsächlich gegen Wechseljahrsbeschwerden helfen, ist jedoch unklar. Dies gilt auch für Produkte aus Rotklee und Traubensilberkerze (Cimicifuga Racemosa). Ob bestimmte Lebensmittel Wechseljahrsbeschwerden lindern oder verstärken können, ist ebenfalls nicht belegt.

Die bisher wirksamste Behandlung gegen Hitzewallungen und Schweißausbrüche ist eine Hormonbehandlung mit einer Östrogen-Gestagen-Kombination oder mit Östrogen allein (für Frauen, deren Gebärmutter entfernt wurde). Allerdings kehren die Beschwerden nach Absetzen der Hormone oft wieder zurück. In den ersten Monaten einer Hormonbehandlung können Schmierblutungen, Brustspannen und / oder Übelkeit auftreten. Eine Hormonbehandlung kann, besonders wenn sie über Jahre andauert, das Risiko für verschiedene ernsthafte Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Krankheiten und Brustkrebs erhöhen.

Im ganzen Körper wirksame Hormonpräparate gibt es als Tabletten, Pflaster, Nasenspray oder Lösung zum Spritzen. Hormone zur Linderung von Wechseljahrsbeschwerden schützen nicht vor einer Schwangerschaft.

Zur Behandlung der Scheidenschleimhaut können auch lokal wirksame Hormonpräparate wie Cremes, Zäpfchen oder Ringe eingesetzt werden. Hormonfreie Alternativen sind Pflanzenöle, Gleitmittel und Cremes, die helfen, die Scheidenschleimhaut zu befeuchten.

Manchmal werden auch die Hormone Testosteron und DHEA sowie verschiedene Antidepressiva eingesetzt. Ob sie Wechseljahrsbeschwerden lindern können, ist unklar. Sie haben aber zum Teil erhebliche Nebenwirkungen. Die meisten dieser Medikamente sind zudem nicht zur Behandlung von Wechseljahrsbeschwerden zugelassen.

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Leben und Alltag

Um die manchmal schwierige Zeit der Wechseljahre entspannter zu erleben, probieren viele Frauen Entspannungstechniken oder Atemtraining, Meditation, Yoga oder Tai Chi aus. Sie können zwar Beschwerden wie Hitzewallungen wahrscheinlich nicht lindern, aber vielleicht das allgemeine Wohlbefinden verbessern und zu einem erholsamen Schlaf beitragen. Ähnliches gilt für Sport und Bewegung: Körperliche Aktivität wirkt sich günstig auf das Herz-Kreislauf-System und die Knochen aus, verbessert die allgemeine Fitness, Muskelkraft und die Beweglichkeit. Bewegung kann zudem helfen, ein normales Gewicht zu halten oder bei Übergewicht abzunehmen.

Auch wenn sich die allgemein oft negativen Vorstellungen über die Wechseljahre allmählich wandeln: Immer noch werden sie vor allem mit dem Älter werden und seinen Schattenseiten verbunden. Doch viele Frauen sehen die Wechseljahre auch positiv als Beginn eines neuen Abschnitts in ihrem Leben. Die Wechseljahre bedeuten nicht zwangsläufig, dass Beschwerden und andere Probleme auftreten. Nicht wenige Frauen entdecken in dieser Lebensphase auch neue Freiheiten und Möglichkeiten, ihr Leben bewusster zu gestalten.

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